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Gigaset QV1030 im Test: Hochauflösend, aber langsam

Mit Android-Schnurlostelefonen hat Gigaset bereits Erfahrung mit dem Google-Betriebssystem gesammelt. Jetzt wagt sich das deutsche Unternehmen an Tablets. Neben einem 200 Euro günstigen 8 Zoll Tablet gibt es mit dem QV1030 (370 Euro UVP) auch ein Premium-Gerät. Vergleicht man die Daten, ist es dem Google Tablet Nexus 10 nicht nur ebenbürtig, sondern in einigen Punkten sogar überlegen. Die futurezone hat das QV1030 getestet.

Verarbeitung

Zwischen dem Plastikrahmen und dem Glas der Front ist ein unschöner, sichtbarer Spalt, der allerdings nicht so groß ist, dass sich darin Schmutz ansammelt. Am Rand ist der Plastikrahmen an einigen Stellen etwas scharfkantig. Stützt man die Ecken des Tablets beim Halten mit den Handballen ab, kann dies unangenehm werden.

Die Rückseite ist schwarzes Aluminium, was gut aussieht und sich gut anfühlt, aber auch ein Fingerabdruckmagnet ist. Trotz Aluminium-Rückseite gibt das Tablet nach und lässt sich etwas biegen. Im Alltag fällt das aber nicht auf – hier vermittelt das Tablet einen robusten Eindruck.

Mit 590 Gramm ist das QV1030 kein Leichtgewicht, aber immerhin 13 Gramm leichter als das Nexus 10. Zum Vergleich: Samsungs TabPro mit 10,1 Zoll Display in der Auflösung 2.560 x 1.600 Pixel wiegt 469 Gramm.

Das Display ist stark spiegelnd

Display

Wie auch das Nexus 10 hat das Gigaset-Tablet ein 10,1 Zoll Display mit der Auflösung 2.560 x 1.600 Pixel. Die Schärfe ist sehr gut, was besonders bei Schriften zur Geltung kommt. Auch Texte auf aufwändigen Websites mit vielen Elementen lassen sich am Tablet im Hochformat ohne Ranzoomen gut lesen.

Die Darstellung ist neutral, Farben sind weder blass noch übersättigt. Nur Weiß könnte weißer sein – am QV1030 ist es etwas graustichig. Die maximale Helligkeit ist gut, aber nicht überragend. Da zwischen Glas und Display ein merkbarer Abstand ist, sind Schmutz und Fingerschmierer relativ deutlich zu sehen, wenn die Helligkeit des Displays nicht in der höchsten Einstellung ist.

Ausstattung

Das Tablet hat 16 GB internen Speicher, wovon dem User etwa 10,38 GB zur Verfügung stehen. Einen HDMI-Anschluss gibt es nicht, dafür aber einen MicroSD-Slot, um den Speicher mit bis zu 32 GB zu erweitern.

Im Lieferumfang ist ein klobiges Netzteil mit einem 80 cm langen Micro-USB-Kabel enthalten. Trotz der Größe des Netzteils lädt das Tablet nur langsam. Bis zu 9 Stunden dauert es, um den 9.000 mAh Akku voll zu laden. Im Alltagsbetrieb hält der Akku für 6 bis 7 Stunden. Die Ladegeschwindigkeit ist so langsam, dass sie das Tablet sogar entlädt, während man es am Netzteil nutzt. Bei 15 Minuten FIFA 14 spielen, bei dem das Tablet am Ladestecker hing, sank die Akkuladung um 1 Prozent.

Das QV1030 nutzt Android 4.2.2. Die Oberfläche wurde nur geringfügig verändert. So wurde etwa eine „Soundeffekt-Optimierung“ und Energiespar-Profile hinzugefügt. Trotzdem nutzt das Tablet einen eigenen Firmware-Updater, der noch auf einen langsamen Server zugreift. Das Herunterladen und Installieren des Updates benötigte mehr als 30 Minuten.

Das Netzteil sieht aus wie von einem Günstig-Tablet

Leistung

Obwohl das QV1030 denselben Prozessor wie das Nexus 10 und ebenfalls 2 GB RAM hat, ist es deutlich langsamer unterwegs. Selbst wenn man das Energieprofil auf „maximale Leistung“ stellt, dauert das Laden einiger Apps merkbar länger. In Spielen gibt es nur wenige Ruckler, das Scrollen im Browser könnte jedoch flüssiger sein. Auch Pinch to Zoom im Browser und in Google Maps ist ein eher stotterndes Erlebnis. Drückt man die Standby-Taste dauert es gut 1,5 Sekunden, bis das Tablet reagiert.

An der rechten Seite wird das Tablet bei aufwändigen Apps, wie etwa Spielen, sehr warm. Hält man es in Händen, kann es schon nach wenigen Minuten unangenehm werden.

Benchmarks

Die Benchmarks mit dem Energieprofil „maximale Leistung“ liefern folgende Ergebnisse:

3DMark Ice Storm Unlimited 13182
AnTuTu: 30876
Quadrant Standard: 17032
Vellamo HTML5: 2683
Vellamo Metal: 900

Kamera & Sound

Die 8 Megapixel Kamera hat einen LED-Blitz Panorama- und HDR-Modus. Bei künstlichem Licht ist starkes Bildrauschen bemerkbar. Der Autofokus liegt oft daneben, weshalb viele Aufnahmen misslingen.

Die Lautsprecher sind zwar laut, die Tonqualität lässt aber zu wünschen übrig. Der Klang ist sehr blechern, selbst in der niedrigsten Lautstärke. Die verschiedenen Tonprofile, wie Musik und Film, bringen keine merkbare Verbesserung.

Gigaset QV1030

Fazit

Um eine ernsthafte Alternative zum Nexus 10 zu sein, müsste das Gigaset QV1030 um mehr als nur 30 Euro günstiger sein. Die Leistungsunterschiede sind zu groß – der Frust über ein ruckeliges Tablet-Erlebnis rechtfertig die Ersparnis nicht.

Dennoch hat Gigaset ein passables Erstlingswerk abgeliefert. Wenn in der nächsten Version die Leistung höher und Wärmeentwicklung niedriger wird, könnte Gigaset bei den hochauflösendes Android-Tablets eine Alternative zu Asus, Toshiba und Samsung sein.

Technische Daten

Modell
Gigaset QV1030
Display:
10,1 Zoll TFT IPS, 2.560 x 1.600 Pixel
Prozessor:
Quad Core 1,8 GHz ARM Cortex-A15
RAM:
2 GB
Speicher:
16 GB intern,MicroSD-Slot für bis zu 32 GB
Akku:
9.000 mAh
Betriebssystem:
Android 4.2.2
Anschlüsse/Extras:
3,5mm Klinke, Dualband WLAN (a/b/g/n), Bluetooth 4.0, GPS, Micro-USB
Kamera:
8 Megapixel Rückseite, 1,2 Megapixel Front
Videos:
Aufnahme in 1080p
Maße:
262 x 183 x 8,9 mm, 590 Gramm
Preis:
369 Euro (UVP)
Link:
Technische Daten auf der Website des Herstellers

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, vom Kopfhörer über Smartphones und Kameras bis zum 8K-TV.

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