Neues Netatmo Thermostat im Test: Für mich unverzichtbar
Das Netatmo Thermostat war eines meiner ersten Smart-Home-Geräte. Als ich vor 10 Jahren eine neue Wohnung bezogen habe, war das vorhandene Raumthermostat kaputt und die Verkabelung mit der Gastherme fehlerhaft. Statt das alte Teil zu reparieren, habe ich mir das smarte Thermostat von Netatmo angeschafft.
10 Jahre lang hat es mir gute Dienste erwiesen. Nun hat Netatmo, das mittlerweile zur französischen Legrand-Gruppe gehört, eine neue Version seines vernetzten Thermostats auf den Markt gebracht. Als Langzeitnutzer wollte ich umgehend das neue Raumthermostat aus Frankreich unter die Lupe nehmen.
Die Voraussetzungen
Ob sich eine Heizung mit dem kabellosen Netatmo-Thermostat steuern lässt, hängt im Wesentlichen von der Art der Heizung ab. Um herauszufinden, ob das Thermostat zur jeweiligen Heizung passt, gibt es einen Kompatibilitätscheck auf der Netatmo-Website.
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Das smarte Thermostat von Netatmo ist kabellos und kann überall platziert werden.
© Netatmo
Die Funktionsweise
In meinem Fall steuere ich mit dem Thermostat eine gewöhnliche Gastherme, die eine Zentralheizung mit mehreren Heizkörpern versorgt. Die einzelnen Heizkörper reguliere ich manuell per Drehregler an den Heizkörpern. Die Vorlauftemperatur wird direkt an der Gastherme eingestellt.
Wie jedes Raumthermostat misst auch das Netatmo-Gerät die aktuelle Raumtemperatur. Fällt diese unter die vorgegebene Grenze, teilt es der Therme mit, dass nun geheizt werden muss. Überschreitet die Raumtemperatur die vorgegebene Grenze, sagt es der Therme, dass nun genug geheizt wurde.
Soweit so gewöhnlich: Das Smarte am Netatmo-Thermostat ist, dass die Kommunikation mit der Gastherme kabellos stattfindet und die Regulierung der Temperatur ortsunabhängig per App übers Internet möglich ist.
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Smartes Thermostat von Netatmo
© Netatmo
Die Komponenten
Das neue Netatmo-Thermostat besteht aus 3 Komponenten:
- Das kabellose Raumthermostat dient als Temperaturfühler.
- Der Thermo Link ist per Kabel mit der Therme verbunden.
- Der Thermo Hub dient als Gateway und regelt die kabellose Kommunikation zwischen Thermostat und Thermo Link.
Der Thermo Link ist mit der Therme verbunden und empfängt Signale kabellos.
© Netatmo
Die Installation
Der Thermo Link wird per Kabel mit dem Ein-Aus-Schalter der Therme verbunden. Dafür muss man die Therme aufschrauben, das entsprechende Modul im Elektronikbereich identifizieren und die Kabel an den Klemmen anschließen. Der Thermo Link benötigt keine eigene Stromversorgung.
Auch wenn das vielleicht kompliziert klingt, ist es für Laien zu schaffen. Netatmo bietet dafür anschauliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen samt Videos, mit denen eine Installation an der Therme möglich sein sollte. Die üblichen Sicherheitsmaßnahmen, wie das Abschalten des Stroms über die Sicherung, sollte man unbedingt beachten.
Da keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden müssen, eignet sich das Netatmo Thermostat auch für Mietwohnungen. Das vorhandene Thermostat kann einfach abgeklemmt und zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeschlossen werden.
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Im Inneren der Therme wird der Thermo Link verkabelt.
© Florian Christof
In einer Stunde einsatzfähig
Der Thermo Hub steckt an einer Steckdose und übernimmt die kabellose Vernetzung zwischen dem Thermostat und dem Thermo Link beziehungsweise der Therme. Der Thermo Hub ist Matter-fähig und kann auf diese Weise in ein bestehendes Smart-Home-System integriert werden.
Das kabellose Netatmo Thermostat benötigt zur Stromversorgung 3 AA-Batterien und zeigt die jeweils aktuelle Raumtemperatur auf einem kleinen Display. Das Thermostat sendet die Temperaturdaten über den Thermo Hub an den Thermo Link beziehungsweise zur Therme. Je nach Einstellungen wird auf diese Weise die Heizung ein- oder ausgeschaltet.
Alles in allem ist das Netatmo-Thermostat in ungefähr einer Stunde aufgesetzt. Die Feinabstimmung der Heizung sowie die Einstellungen in der App sind dann ein eigenes Kapitel.
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Der Thermo Link hängt aus der Therme heraus und kann dort an der Wand montiert werden.
© Florian Christof
Die ersten Schritte
Alle, die schon einmal auf einem gewöhnlichen Raumthermostat mittels uralter Tasten samt miesem Mini-Screen einen Wochen- und Tagesplan für eine Zentralheizung erstellt haben, wissen, wie langwierig und nervig eine solche Angelegenheit ist. Da überlegt man sich 3-mal, ob man Änderungen vornimmt.
Beim vernetzten Netatmo-Thermostat werden die Wochenpläne in der dazugehörigen App erstellt. Mit dem intuitiven User-Interface ist das Aufsetzen eines detaillierten Temperaturplans tatsächlich ein Kinderspiel. Änderungen vorzunehmen, ist ebenso einfach. Ein Vollzugriff auf sämtliche Funktionen des Thermostats ist ebenso über den Browser auf einem Computer möglich.
In der App können detaillierte Einstellungen besonders rasch vorgenommen werden.
© Florian Christof
Praktisch ist, dass mehrere Vorlagen erstellt und gesichert werden können. Hat man etwa für Homeoffice, längere Abwesenheiten (z.B. Urlaub), oder für Herbst, Winter und Frühling eigene Heizpläne hinterlegt, können diese per Knopfdruck aktiviert werden.
Im Hinblick auf Energiesparen und eine möglichst effiziente Heizungsnutzung ist die Handhabung des Netatmo Thermostats eine vorteilhafte Sache. Vor allem die Feinabstimmung der Heizzeiten sowie die vordefinierten Heizpläne sind überaus praktisch.
Umfangreiche Statistiken
In der dazugehörigen App sind die tatsächlichen Heizzeiten und Temperaturkurven detailliert und interaktiv dargestellt. Wenn es um die Feinabstimmung der Heizung geht, sind diese Daten besonders hilfreich. Außerdem behält man über die Jahre den Überblick und kann beispielsweise die jeweiligen Heizperioden miteinander vergleichen.
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Anhand der Temperaturkurven lässt sich die Heizung besonders fein abstimmen.
© Florian Christof
Das Praktische
Ein zentraler Vorteil des kabellosen Netatmo-Thermostats ist die Ortsunabhängigkeit. So kann der Temperaturfühler exakt dort positioniert werden, wo es am sinnvollsten und effizientesten erscheint.
Beispielsweise kann die Temperatur für die Heizung dort ermittelt werden, wo man sich die meiste Zeit aufhält. Gewöhnliche Thermostate befinden sich in der Regel im Hausflur, von wo aus man die Wohnzimmertemperatur mühsam ableiten muss.
Ebenso zur Ortsunabhängigkeit zählt das Steuern der Heizung übers Internet. Kommt man etwa früher oder später als üblich von der Arbeit nach Hause, kann man in der App die Heizung entsprechend und spontan einstellen.
Wenn man im Winter ein paar Tage im Urlaub oder bei Freunden verbringt, wird man mit dem Netatmo-Thermostat nie mehr in eine kalte Wohnung zurückkehren. Über die App lässt sich die Heizung, einige Stunden bevor man wieder zu Hause ist, entsprechend temperieren.
Smartes Thermostat von Netatmo
© Netatmo
Die Neuerung
Die Schwachstelle bei meinem alten Netatmo Thermostat war das E-Ink-Display auf dem Thermostat. Dieses Panel ist mit der Zeit leider unleserlich geworden. Beim neuen Thermostat wurde der E-Ink-Screen durch eine LED-Anzeige ersetzt, die eine längere Lebenserwartung haben dürfte.
Der Nachteil ist, dass die aktuelle Temperatur nicht permanent zu sehen ist. Man muss auf das Thermostat tippen, damit die Anzeige anspringt. Damit eine spontane Temperaturänderung nicht ausschließlich über die App eingestellt werden muss, gibt es direkt auf dem Thermostat 2 Tasten, um die Zieltemperatur regulieren zu können.
Hinzugekommen sind 2 weitere Tasten für "Arrival" und "Departure". Sollte man einmal vor dem Heimkehren vergessen, mit der App die Therme anzuschmeißen und deshalb in eine kalte Wohnung zurückkehren, kann man mit "Arrival" umgehend die Heizung für die nächsten 3 Stunden voll aufdrehen. Ist man gerade dabei, die Wohnung zu verlassen, kann man mit "Departure" die Heizung für die nächsten 3 Stunden zurückdrehen.
Smartes Thermostat von Netatmo
© Netatmo
Netatmo Thermostat im Smart Home
Mein altes Netatmo Thermostat war so alt, dass es sich nicht mehr richtig in die Smart-Home-Ökosysteme von Google, Apple und Amazon integrieren ließ. Die Temperaturanzeige hat zum Teil noch funktioniert, die Steuerung war mitunter nicht mehr möglich.
Das neue Netatmo Thermostat lässt sich nun wieder wie geschmiert in die aktuellen Versionen der gängigen Smart-Home-Ökosysteme integrieren. Für all jene, die Apple Home, Google Home oder Alexa nutzen, ist das eine praktische Sache.
Eines sollte man aber bedenken: Die Technikwelt dreht sich rasant und daher gibt es keine Garantie, wie lange die Integration in die jeweiligen Smart-Home-Systeme möglich ist. Außerdem können die Ökosysteme rasch wieder verschwinden oder neue, möglicherweise nicht kompatible Systeme auftauchen.
So sieht die Integration des Netatmo Thermostats der Home-App von Apple aus.
© Florian Christof
Fazit
Es klingt vielleicht ein bisschen zu drastisch, aber ich kann mir einen Alltag ohne Netatmo Thermostat nicht mehr vorstellen. Die Handhabung der Heizung, das Einstellen und Feinadjustieren der Heizpläne sowie die ortsunabhängige Fernsteuerung sind Sachen, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte.
Die 149,99 Euro, die das neue Netatmo Thermostat kostet, holt man sich zum Teil durch eine effizienter eingestellte Heizung bei den Heizkosten wieder rein. Und falls diese Rechnung nicht ganz aufgeht, hat man sich zu diesem Preis eine Bequemlichkeit erkauft, die man umgehend zu schätzen wissen wird.
Anzumerken ist, dass das Netatmo Thermostat ohne monatliche Kosten und ohne Abozwang funktioniert - heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Wer eine kompatible Heizung hat, sollte sich das Netatmo Thermostat anschaffen. Man wird es bestimmt nicht bereuen.