Produkte

Nothing Phone (4a) Pro im Test: Der preiswerte Underdog

"Wir wollten unbedingt unter 500 Euro bleiben", hieß es bei der Präsentation des Nothing Phone (4a) Pro. Das ist dem britischen Hersteller auch gelungen. Das Pro-Modell der aktuellen Reihe ist bereits ab 479 Euro zu haben. 

Für ein Smartphone mit Alu-Rahmen, optischem Zoom-Objektiv, einer hochwertigen Kamera und einem durch und durch designten Betriebssystem ist der Preis vergleichsweise niedrig. Ich habe das Nothing Phone (4a) Pro in den vergangenen Tagen unter die Lupe genommen. Ähnlich wie beim Standardmodell war ich gleich von Anfang an begeistert. 

➤ Mehr lesen: Google Pixel 10a im Test: Uneingeschränkt empfehlenswert

Premium Feeling

Meine Anfangseuphorie ist ein weiteres Mal auf das Design des Geräts zurückzuführen. Ich bin einfach ein großer Fan davon, wenn bei Geräten und Software auf noch so kleine Details geachtet wird und alles aufeinander abgestimmt ist. Beim Nothing Phone (4a) Pro ist das der Fall.

Der Aluminiumrahmen verleiht dem Handy ein richtiges Premium-Feeling, wodurch es auch einen robusten Eindruck hinterlässt. Die transparente Rückseite, mit der sich Nothing in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht hat, ist beim aktuellen Pro-Modell nur mehr ansatzweise am Kameramodul zu finden. 

➤ Mehr lesen: Xiaomi Redmi Note 15 Pro+ im Test: Riesenakku in der Mittelklasse

Technische Spezifikationen

Nothing Phone (4a) Pro

  • Maße und Gewicht: 163,6 x 76,6 x 7,9 Millimeter, 210 Gramm
  • Display: 6,83 Zoll AMOLED, bis 144 Hz adaptive Refresh-Rate, 1.260 x 2.800 Pixel, 450ppi, 800 nits typ, 1.600 nits HBM, 5.000 nits peak, Corning Gorilla Glass 7i
  • Kamera:
    • 50 MP Hauptkamera: 24mm, f/1.88, 1/1.56", OIS, PDAF
    • 50 MP Teleobjektiv mit 3,5x optischen Zoom: 80mm, f/2.68, 1/2.75", OIS, PDAF
    • 8 MP Weitwinkel: 15mm, f/2.2, 1/4"
    • Video: 4K@30fps
    • Selfie-Kamera: 32 MP, 22mm, f/2.2, 1/3.44"; 1080p@30fps
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 (4 nm)
  • Speicher: 8/128GB, 12/256GB; UFS 3.1
  • Akku: 5.080 mAh, 50 Watt Fast Charging, kein Wireless Charging,
  • Software: Android 16, Nothing OS 4.1, 3 Jahre Android-Updates, 6 Jahre Sicherheitspatches
  • Sonstiges: NFC, WiFi 6, Bluetooth 5.4, eSIM, Wasserschutz IP65, Stereo-Lautsprecher
  • Farben: Metallic White, Metallic Black, Metallic Pink
  • Preis: 479 Euro (8/128GB) / 549 Euro (12/256GB)

Leuchtshow auf der Rückseite

Dort ist übrigens auch die so genannten Glyph Matrix untergebracht. In dem kreisrunden Display neben den Kameralinsen stecken 137 Mini-LEDs, die eine ganze Reihe an Funktionen ausführen können. 

Die Leuchtshow auf der Rückseite kann Anrufe und eingehende Nachrichten signalisieren. Dort können auch eine Sanduhr als Timer, ein dynamischer Ladebalken oder die Höhe der Lautstärke dargestellt werden.

In den Einstellungen lässt sich die Glyph Matrix besonders detailliert abstimmen. So kann etwa für bestimmte Anrufer ein bestimmtes Blinksignal gewählt werden. Die LEDs auf der Rückseite können übrigens auch komplett deaktiviert werden. 

Am Display gibt es genauso wenig auszusetzen wie am Prozessor. Der Snapdragon 7 Gen 4 ist zwar nicht der stärkste Prozessor aus dem Hause Qualcomm, seine Leistungsfähigkeit reicht aber allemal aus und seine Energieeffizienz ist mehr als passabel.

➤ Mehr lesen: Was ist neu in Android 17

Nothing OS

Eine der Stärken beim Nothing Phone (4a) Pro ist für mich die Software. Der britische Hersteller hat damit zwar nicht das Rad neu erfunden, er schafft es aber im Gegensatz zu den meisten anderen Android-Handy-Herstellern, ein User-Interface zu schaffen, das eine hochwertige Benutzererfahrung ermöglicht. 

Der einheitliche Look der monochromen App-Icons, die speziellen Schriftarten und das unverkennbare Design der einzelnen Schaltflächen, Elemente und Komponenten treffen genau meinen Geschmack. Die Widgets für den Homescreen sind raffiniert gestaltet und bieten zumindest zum Teil einen tatsächlichen Mehrwert.

➤ Mehr lesen: Nothing Phone (4a) im Test: Günstig und so gut wie es aussieht

Das Nothing OS hat ein unverkennbares User-Interface.

Kamera und Bildqualität

Die Kamera liefert überraschend gute Bilder. Sowohl mit der Hauptkamera als auch mit dem Weitwinkel und dem Teleobjektiv mit 3,5-fachen optischen Zoom entstehen hervorragende Bilder. Für ein Handy im Preisbereich unter 500 Euro gibt es an den Bildern eigentlich nichts auszusetzen. 

Bei Tageslicht können die Bilder mit allen 3 Objektiven mit gut erhaltenen Details und einer klaren Darstellung überzeugen. Das Nothing Phone (4a) Pro weiß auch mit schlechteren Lichtverhältnissen umzugehen. Allerdings fallen der Weitwinkel und das Tele bei Nachtaufnahmen hinter die Hauptkamera zurück. 

➤ Mehr lesen: Das Leica-Handy im Test: Ein Fotowunder?

KI-Funktionen

Bei den AI-Tools im Foto-Editor kann das Nothing Phone (4a) Pro nicht so recht mit anderen, meist teureren Konkurrenzmodellen mithalten. Es gibt zwar die Möglichkeit, störende Passanten aus dem Bild zu radieren, das funktioniert aber nicht zufriedenstellend. Außerdem ist das nur mit einer automatischen Passantenerkennung möglich. Personen manuell zu markieren, die wegretuschiert werden sollen, ist nicht möglich. 

Ähnlich verhält es sich mit den übrigen KI-Funktionen am Gerät. Allzu viele AI-Feature sind nicht zu finden. Nothing betont zwar, dass ChatGPT integriert sein soll, das beschränkt sich jedoch auf ein Widget, das nicht mehr als eine Weiterleitung zur ChatGPT-App ist. Insofern fährt man am Nothing Phone (4a) Pro am besten, wenn man sich einfach die KI-App seiner Wahl installiert und sie für die entsprechenden Funktionen verwendet. 

Vorhanden ist auch die Essential-Taste, die sich am Gehäuserahmen befindet. Damit lassen sich Screenshots, Notizen und Sprachaufzeichnungen per Knopfdruck speichern und übersichtlich aufgeräumt im Essential Space ablegen. Das ist eine App von Nothing, in der Erinnerungen, Notizen, Screenshots, Tonaufnahmen und Ähnliches gesammelt und per KI strukturiert werden können.

➤ Mehr lesen: Vivo will mit seinem X300 Ultra die professionelle Videokamera ersetzen

Das Entfernen des Radfahrers im linken unteren Bildbereich funktioniert nicht wirklich gut. 

Akku mit Wermutstropfen

Der Akku hat eine Kapazität von 5.080 mAh. Wie üblich kommt man damit locker über einen Tag - vorausgesetzt die Screentime bleibt im moderaten Bereich und die Nutzung verlangt nicht nach übermäßig viel Rechenleistung. 

Die größte Einschränkung beim Nothing Phone (4a) Pro liegt für mich im Akku. Dieser kann nämlich nicht kabellos aufgeladen werden, was äußerst schade ist. Mit einem USB-C-Kabel beträgt die Ladeleistung maximal 50 Watt. 

➤ Mehr lesen: Samsung Galaxy A56 vs. Google Pixel 9a im Vergleichstest

Nothing Phone (4a) Pro

Fazit

Das Nothing Phone (4a) Pro bietet ein extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für ein Smartphone um 479 Euro hat das Nothing-Handy eine der besten Kameras, ein Display der Spitzenklasse sowie ein unverkennbares und einzigartiges Design mit einem besonders raffinierten User-Interface.

Im Vergleich mit Smartphones in diesem Preisbereich zählt das Nothing Phone (4a) Pro mit Sicherheit zu den Besten der Besten. Dass es nicht ganz mit den deutlich teureren Spitzenmodellen mithalten kann, zeigt sich nur manchen Kleinigkeiten und an verschmerzbaren Abstrichen. Dazu zählt unter anderem, dass das kabellose Akkuladen nicht unterstützt wird. 

Darüber hinwegsehen kann ich beispielsweise auch bei der Kameraqualität. Im Vergleich mit 1.000-Euro-Geräten hat man hier streckenweise das Nachsehen, dafür kostet das Nothing-Handy aber auch nur die Hälfte. Es handelt sich um einen guten Kompromiss zwischen Preis und Qualität

Das Nothing Phone (4a) Pro ist all jenen besonders zu empfehlen, die auf der Suche nach einem Smartphone abseits des Einheitsbreis sind. Das Gerät des britischen Herstellers spielt die Underdog-Karte perfekt aus und positioniert sich bewusst als Gegenstück zu den marktbestimmenden Herstellern. 

Klicken Sie hier für die Newsletteranmeldung

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

mehr lesen