Neue Theorie, warum wir bislang keine Alien-Signale empfangen haben
Gibt es außerirdisches Leben? Mit dieser Frage beschäftigen sich Science-Fiction und Verschwörungserzählungen genauso wie die Wissenschaft.
Die multidisziplinäre Forschungseinrichtung SETI versucht seit 1984 eine Antwort zu finden. In einem jüngst im Astrophysical Journal veröffentlichten Fachartikel argumentiert ein Team des Instituts, dass es möglicherweise am Weltraumwetter liegt, dass wir bisher keine Alien-Signale empfangen haben. Demnach verzerren Sternenwinde und Plasmaturbulenzen Radiowellen – mit denen Aliens womöglich Kontakt zu uns suchen – so, dass sie bei herkömmlichen Suchen kaum zu erfassen sind.
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Frequenz-Spitzen im Fokus
Jahrzehntelang habe sich das SETI-Institut darauf konzentriert, Frequenz-Spitzen zu identifizieren. Denn bei diesen ist es unwahrscheinlich, dass sie durch natürliche astrophysikalische Prozesse erzeugt werden. Bei den meisten Suchen danach wurden jene Verzerrungen berücksichtigt, die auftreten, wenn Signale sich durch den interstellaren Raum bewegen.
Doch selbst wenn ein außerirdischer Sender ein perfektes, schmalbandigess Signal aussendet, könnte dies schon in der Nähe des Ursprungsplaneten durch Weltraumwetter verzerrt bzw. verbreitert werden. „Wenn ein Signal von der Umgebung seines eigenen Sterns verbreitert wird, kann es unter unseren Erkennungsschwellen durchschlüpfen, selbst wenn es da ist. Das erklärt potenziell einen Teil der Funkstille, die wir in unsren Technosignatur-Suchen beobachtet haben“, erklärt SETI-Astronom Vishal Gajjar in einer Aussendung.
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Verzerrungen mitbedenken
Um den Effekt zu quantifizieren, haben Gajjar und seine Kollegin Grayce C. Brown Funkübertragungen von Raumfahrzeugen analysiert. Mittels empirischer Messungen von Sonden in unserem Sonnensystem untersuchten sie wie turbulentes Plasma schmalbandige Signale verbreitert.
Diese Ergebnisse legten sie dann auf eine Vielzahl von Sternumgebungen um. Herausgekommen sei ein praktisches Framework, mit dem man die Verzerrung bei verschiedenen Sterntypen und Beobachtungsfrequenzen einschätzen könne.
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Sogenannte M-Zwergsterne, die etwa 75 Prozent der Sterne der Milchstraße ausmachen, haben die höchste Wahrscheinlichkeit, schmale Signale vor Verlassen des entsprechenden Sonnensystems zu verbreitern. Daher sollten Suchstrategien genutzt werden, die auch dann noch greifen, wenn die herumschwirrenden Signale nicht perfekt schmalbandig seien.