Science

Harvard-Astronom hat Erklärung für UFOs über der Ukraine

Vergangenen Monat wurden über der Ukraine haufenweise UFOs und unerklärbare Luftphänomene, sogenannte UAPs, beobachtet. Diese wurden von ukrainischen Forscher*innen “Phantome” und “Cosmics” getauft. Phantome sind tiefschwarz und absorbieren jegliche Strahlung, die auf sie fällt. Außerdem seien sie extrem schnell: Mit normalen Kameras sei es kaum möglich, ein Foto oder Video von ihnen aufzunehmen. Cosmics sind in der Regel heller als der Hintergrund. Die futurezone hat berichtet.

Nun hat der renommierte Harvard-Astronom Avi Loeb Stellung zu den bizarren Beobachtungen bezogen und einen Artikel dazu online gestellt. Loeb leitet das Galileo-Projekt an der Harvard University. Das ist ein Programm, im Rahmen dessen nach wissenschaftlichen Beweisen für außerirdisches Leben und außerirdische Technologien gesucht wird. 

Entfernung falsch eingeschätzt

Generell fliegen im Krieg unterschiedliche Objekte wie Drohnen, Flugzeuge, Satelliten oder Artilleriegranaten durch die Luft. Loeb zufolge sei die Suche nach UFOs in der Ukraine daher aktuell so, als wolle man tagsüber Sterne in der Milchstraße finden. Nach seiner Analyse kam er jedenfalls zu dem Schluss, dass die Entfernung zu den dunklen Objekten um den Faktor 10 falsch eingeschätzt wurde.

Zunächst konzentrierte sich Loeb auf Phantome. Wenn sie dunkel sind, hieße das, dass sie Licht blockieren und sich in der Erdatmosphäre befinden. Die ukrainischen Forscher*innen schlugen vor, dass diese Phantome 3 bis 12 Meter lang waren und sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 15 km/s in einer Entfernung von 10 bis 12 km fortbewegten.

Laut Loeb würde ein solches Objekt allerdings eine enorme Störung der Atmosphäre verursachen – konkret einen riesigen Feuerball. Da die Objekte aber dunkel sind, kann es sich nicht um einen Feuerball handeln. „Sie haben also einen Fehler gemacht“, so Loeb. Wenn die Phantomobjekte außerdem 10 Mal näher sind als angenommen, dann entspreche ihre Winkelbewegung am Himmel einer 10 Mal kleineren physikalischen Geschwindigkeit. Der Astronom geht bei den Beobachtungen daher vielmehr von Artilleriegranaten aus.

"Loeb ist Theoretiker"

Das leuchtende Objekt dürfte ihm zufolge hingegen wahrscheinlich ein Satellit sein. B.E. Zhilyaev, einer der ukrainischen Autor*innen, bleibt aber bei ihren Erkenntnissen. Ihm zufolge sei Loeb ein Theoretiker, sie aber Versuchsleiter*innen. „Wir beobachten, verarbeiten und bestimmen die Eigenschaften von Daten“, sagt er. Zudem könne ihre Arbeit wiederholt und überprüft werden.

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