Neues Hightech-Material kühlt Gebäude und Körper ohne Strom
Ein chinesisches Forschungsteam hat ein Material entwickelt, das Kleidung, Gebäude und technische Geräte kühlen kann, ohne dass Strom dafür notwendig ist. Das Textil setzt auf eine rein passive Kühlmethode.
Damit sei es möglich, neutrale Objekte um bis zu 7,8 Grad Celsius gegenüber der Umgebungstemperatur herunterzukühlen. Bei Objekten, die sich selbst erhitzen, könne sogar eine Kühlung um bis zu 13,6 Grad Celsius erreicht werden. Das sei deutlich mehr, als bei vergleichbaren Methoden.
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So funktioniert die passive Kühlmethode
Die Oberfläche des flexiblen Materials ist so strukturiert, dass 98,7 Prozent des einfallenden Sonnenlichts reflektiert wird. Das wird mithilfe von Poren ermöglicht, die jeweils eine unterschiedliche Größe haben. Dadurch kann ein breites Spektrum des Sonnenlichts reflektiert beziehungsweise extrem stark zerstreut werden.
Gleichzeitig nimmt das Textil die Wärme auf der Innenseite auf, leitet sie an die Oberfläche weiter und gibt sie nach außen ab. Dabei wird die Körperwärme aufgenommen und mittels langwelliger Infrarotstrahlung in die Atmosphäre abgestrahlt, heißt es in einer aktuellen Studie, die an den Universitäten Donghua und Jiangnan durchgeführt wurde.
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Schematische Darstellung des Herstellungsverfahrens "Bicomponent Blow Spinning" (a); Material in großen Formaten (b), als aufgerollte Bündel (c) und beim Tragen von Lasten bis zu 5 Kilogramm (d); Material lässt sich falten (e) und flexibel in Form bringen (f).
© Credit: Baiyu Ji, Yufeng Wang, Ying Liu, Yongxu Zhao, Fankun Xu, Jian Huang, Yue-E. Miao, Chao Zhang*, Tianxi Liu.
Produktion und Einsatzmöglichkeiten
Neben der passiven Kühlung habe das Material noch weitere vielversprechende Eigenschaften. Laut dem Forschungsteam kann es vergleichsweise einfach in großen Mengen produziert werden. Die Skalierbarkeit des Herstellungsprozesses soll das Textil vielseitig einsetzbar machen. Gleichzeitig soll sich das Material einfach und vor Ort reparieren lassen.
Weil es flexibel ist, könnte es beispielsweise in Schutz- oder Spezialkleidung integriert werden. Ebenso wäre denkbar, damit Gebäude, Fassaden, Fahrzeuge, Batterien, elektronische Geräte und Infrastruktur passiv zu kühlen.
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