Magnetschwebebahn: China stellt neuen Rekord bei Maglev-Technologie auf
China gehört mittlerweile zu den führenden Nationen, wenn es um die Entwicklung von Hochgeschwindigkeitszügen geht. Wie CGTN berichtet, wurde in diesem Bereich jetzt ein neuer Weltrekord aufgestellt.
Dazu wurde ein ein Tonnen schweres Testgefährt auf einer Magnetschwebebahn so schnell beschleunigt, wie noch nie zuvor. In nur 2 Sekunden erreichte das Vehikel eine Geschwindigkeit von 700 km/h.
Vor dem Erreichen des Endes der nur 400 Meter langen Teststrecke soll das Vehikel sicher und vollständig gestoppt haben. Das Video von CGTN scheint das zu bestätigen. Die Perspektive der Bordkamera zeigt, dass die Wasserkanister am Ende der Strecke, die beim Aufprall den Schlitten bremsen sollen, nicht berührt werden.
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Schwebende Züge
Die Magnetschwebebahn ist auch als Maglev (Magnetic Levitation) bekannt. Sie funktioniert auf Basis der Abstoßung gleicher Pole, wodurch das Fahrzeug schwebt. Durch diesen Effekt werden die Züge in der Schwebe gehalten, sodass es weder Reibung noch Rollwiderstand gibt. Das erlaubt besonders hohe Geschwindigkeiten.
Auch wenn chinesische Medien das aktuelle Experiment als Weltrekord feiern, ist es kein Weltrekord für den schnellsten Zug der Welt. Dazu müssten nämlich Passagiere an Bord sein.
Als aktuell schnellster Zug gilt laut Guinness Buch der Rekorde die japanische Magnetschwebebahn L0. Auf einer Teststrecke wurde eine Geschwindigkeit von 603 km/h erreicht. Die Rekordfahrt fand 2015 mit 49 Angestellten der Eisenbahngesellschaft JR Central an Bord statt.
Für zivile und militärische Zwecke
Einen ähnlichen „Nicht-Rekord“-Rekord stellte China zuletzt im Juni auf. Dabei wurden 7 Sekunden benötigt, um 650 km/h zu erreichen. Von 0 auf 700 in 2 Sekunden, ist also eine deutliche Steigerung.
Laut den Forschern helfen solche Entwicklungen, um Chinas Maglev-Hochgeschwindigkeitssysteme voranzubringen. Dazu gehören auch Züge „in Pipelines“, wie Li Jie, einer der Wissenschafter des Projekts, sagt. China forscht aktiv an der Umsetzung des Hyperloop-Konzepts, das viele westliche Unternehmen schon wieder aufgegeben haben. Dabei wird eine Maglev-Bahn in eine Röhre gesteckt, in der nahezu Vakuum herrscht. So wird der Luftwiderstand reduziert, was Geschwindigkeiten bis zu 1.000 km/h ermöglichen soll.
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Da der aktuelle Rekord von Forschern der National University of Defense Technology (NUDT) durchgeführt wurde, kann man davon ausgehen, dass nicht nur zivile Zwecke verfolgt werden. Li nennt etwa als Anwendungsfall „elektromagnetische Starttechnologien“ und dass man bei NUDT „die tiefere Integration von Industrie und Wissenschaft fördert, mit dem Ziel unabhängige Innovationen im Bereich der nationalen Verteidigungswissenschaften und -technologien zu unterstützen.“
Mit den Starttechnologien sind elektromagnetische Katapulte (EMALS) gemeint. Solche nutzt China bereits auf dem Flugzeugträger Fujian und dem amphibischen Landungsschiff Type 076.
EMALS müssen in der Lage sein, 30 Tonnen schwere Kampfjets innerhalb von Sekunden stark zu beschleunigen, damit diese vom kurzen Landedeck eines Flugzeugträgers abheben können. Stärkere EMALS bedeuten, dass größere und schwerere Flugzeuge und Drohnen, oder Kampfjets mit mehr Waffenlast, abheben können.