B2B 22.03.2018

Größter US-Händler schmeißt Huawei aus dem Sortiment

© Bild: APA/AFP/GETTY IMAGES/David Becker

Der drittgrößte Handy-Hersteller der Welt erleidet in den USA den nächsten Rückschlag. Hintergrund: Der Handelskrieg mit China.

Während die globale Wachstumskurve für Huawei seit Jahren steil nach oben zeigt, hat der chinesische Smartphone-Hersteller im heiß umkämpften amerikanischen Markt nichts zu lachen. Wie jetzt bekannt wurde, schmeißt die größte US-Handelskette Best Buy, die bisher offene Huawei-Geräte angeboten hatte, den Hersteller komplett aus dem Sortiment. Best Buy wollte die Entscheidung nicht weiter kommentieren, bestätigte aber, dass zumindest die kommenden Wochen keine Huawei-Geräte mehr angeboten werden.

Politische Hintergründe vermutet

Brancheninsider, aber auch Huawei selber, vermuten US-Konkurrenten sowie die Politik als Drahtzieher hinter den Entscheidungen. Denn zuerst platzte - wohl ebenfalls aufgrund politischen Drucks - im Jänner ein Deal mit dem Mobilfunker AT&T, der die Geräte anbieten wollte. Auch Verizon erteilte Huawei kurz danach eine Absage. Im Februar warnten schließlich die US-Geheimdienste unverhohlen vor chinesischen Herstellern wie Huawei oder ZTE.

Die aktuelle Nummer drei am Smartphone-Markt ist damit weder über US-Mobilfunker, noch über große Händler in den USA verfügbar. Lediglich Amazon hat noch Huawei-Smartphones im Programm. Bei einem Roundtable auf dem Mobile World Congress im Februar kritisierte Huawei-Manager Richard Yu die Politik der USA. „Alle US-Mobilfunker wollen unsere Geräte anbieten. Unsere Konkurrenten nutzen aber die Politik, um uns von diesem Markt fernzuhalten“, erklärte Yu gegenüber der futurezone.

US-Behörden vermuten Spionagerisiko

Bereits 2012 hatte Huawei wie ZTE mit Vorwürfen von US-Behörden zu kämpfen, Geräte der beiden Herstellern würden ein Sicherheitsrisiko für die Infrastruktur der USA bedeuten. Damals bezogen sich Aussagen vor allem auf Netzwerkequipment und Modems, das den Vorwürfen zufolge zu Spionagezwecken durch China missbraucht werden könne. Damals wurde noch ausdrücklich festgehalten, dass Smartphones von der Warnung ausgenommen seien.

Angesichts der Erfolge von Huawei im Smartphone-Markt und dem schwelenden Handelskrieg zwischen der Trump-Regierung und China haben sich die Vorzeichen nun einmal mehr geändert.

( futurezone ) Erstellt am 22.03.2018