Airline-Piloten funken “Miau” und “Wuff”, werden geschimpft
Der Funkverkehr zwischen Pilotinnen, Piloten und der Flugsicherung ist höchst standardisiert und wird in der Regel mit großer Professionalität abgewickelt. Dennoch sind sowohl Lotsen als auch Besatzung auch nur Menschen, die ab und zu zum Scherzen aufgelegt sind.
Davon zeugt ein Clip, der derzeit unter anderem auf X kursiert. Demnach haben Piloten plötzlich damit begonnen, Tiergeräusche über die Frequenz zu senden. Es begann mit “Miau Miau”, woraufhin eine zweite Stimme (mutmaßlich, aber nicht gesichert, wie in manchen Berichten behauptet, ein Lotse) ruhig aber bestimmt darauf hinwies, dass die Piloten professionell sein sollen.
Dem entgegnete der Katzen-affine Pilot mit einem weiteren “Miau”, bevor sich ein (offenbar) anderer Pilot einmischte und ein “Woof Woof Woof” einstreute. Vielleicht schon etwas genervt schoss die weitere Stimme dann mit “Darum fliegt ihr immer noch RJ” zurück. RJ steht in diesem Fall für Regional Jets. Besonders amüsant ist das etwas traurige “Miau”, das darauf folgte.
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Katzen auf der Notfallfrequenz
Technischer Hintergrund ist die Frequenz 121,5 MHz, in Fachkreisen als Guard bekannt. Dabei handelt es sich um eine internationale Notruffrequenz, die ausschließlich für Luftnotfälle, die Kontaktaufnahme mit nicht erreichbaren Flugzeugen oder für Abfangmanöver reserviert ist. Piloten müssen bei Flügen neben der sich immer ändernden Frequenz, die für die übliche Kommunikation mit der Luftsicherung genutzt wird, auch die Guard immer mithören.
Das Phänomen, dass Piloten diese Frequenz für sachfremde Durchsagen oder Scherze wie Tiergeräusche missbrauchen, existiert bereits seit Jahren. Dabei hat sich das “Miau” besonders als Running Gag etabliert. Davon zeugen zahlreiche Online-Diskussionen und Foren-Einträge der Aviation-Community, die zum Teil bereits 10 Jahre zurückgehen.
Cat Game
Was genau der Ausgangspunkt des “Miau” ist, ist nicht gesichert. Plausibel ist aber die Theorie, dass es auf den 2001er Film “Super Troopers” zurückgeht. In einer Szene spielen die Polizisten ein Spiel, in dem sie herausfinden wollen, wer in einer Verkehrskontrolle öfters “Miau” sagen kann. Das “Cat Game” wurde auch im Sequel aus dem Jahr 2018 wieder aufgegriffen.
Der vermeintlich harmlose Scherz kann jedenfalls ernste Konsequenzen haben. Zweckentfremdung der Notfall-Frequenz kann ernste und wichtige Übertragungen darauf im schlimmsten Fall stören.
Neben den Scherzbolden auf der Guard hat sich in der Pilotengemeinschaft auch die Guard Police etabliert. Piloten weisen sich gegenseitig, oft in schroffem Ton, darauf hin, wenn jemand versehentlich auf der falschen Frequenz funkt.
Österreich
In Österreich wird die Überwachung der 121,5 MHz durch die Austro Control und das Bundesheer (im Rahmen der Luftraumüberwachung) sichergestellt. Auf den Eurofightern befindet sich gut sichtbar der Aufkleber "CALL 121,5 MHz". Dies ist die standardisierte Aufforderung an abgefangene Piloten (z. B. bei Funkstille oder Luftraumverletzung), Kontakt auf der Notfrequenz aufzunehmen.
© APA/ERWIN SCHERIAU
Missbrauch der Notfrequenz kann in Österreich nach dem Telekommunikationsgesetz (TKG) geahndet werden, da es sich um eine Störung von sicherheitskritischen Funkdiensten handelt. Glaubt man den Foreneinträgen ist das “Miau” aber ohnehin eher ein US-amerikanisches Phänomen.
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