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Digital Life
08/05/2020

Disney will 30 Dollar für Stream von neuem "Mulan"-Film

Die Corona-Pandemie beschert dem Konzern Milliardenverluste, das Streaming-Geschäft rechnet sich noch nicht.

Die Corona-Pandemie hat dem Unterhaltungskonzern Disney einen satten Quartalsverlust von 4,7 Milliarden Dollar beschert. Ein Hoffnungsschimmer ist das Streaming-Geschäft. Der im vergangenen November gestartete Videodienst Disney+, der seit Ende März auch in Österreich verfügbar ist, zählt weltweit bereits 60,5 Millionen Abonnenten, wie Disney-Chef Bob Chapek am Dienstag bekannt gab.

Um weitere Kunden hinzuzugewinnen, soll im September die im Kino immer wieder verschobene Realfilm-Neuauflage des Zeichentrick-Märchens „Mulan“ bei Disney+ gezeigt werden - allerdings zum stolzen Preis von knapp 30 Dollar.

In den USA sind wegen der Corona-Krise noch viele Kinos geschlossen. In anderen Märkten, wo Lichtspielhäuser bereits geöffnet haben, könnte der Film auch dort gezeigt werden, hieß es in einer Disney-Mitteilung.

Streaming hoch defizitär

Auszahlen tut sich das rasante Wachstum des Streaming-Geschäfts für Disney noch nicht - zumindest nicht in Geld. Die Sparte ist bisher hoch defizitär und der Boom auch durch Schnäppchenpreise und kostenlose Lockangebote etwa an viele US-Kunden des Internetanbieters Verizon Fios erkauft.

Ob Disney dem Streaming-Marktführer Netflix - der während des coronabedingten Lockdown ebenfalls gefragter denn je war - damit dauerhaft einheizen kann, bleibt abzuwarten.

Produktionsstopps und Kinopause

Die Disney-Filmsparte ächzte unter Produktionsstopps und der Zwangspause des Kinobetriebs. Hier sanken die Einnahmen um 55 Prozent, der Betriebsgewinn hielt sich mit einem 16-prozentigen Minus auf 668 Millionen Dollar aber noch halbwegs stabil. Das wegen des problematischen Sportsenders ESPN, der seit langem unter Abo-Schwund leidet, eigentlich nicht gerade erfolgsverwöhnte Kabelgeschäft erwies sich in der Pandemie als wichtige Stütze. Der Gewinn stieg bei fast stabilen Erträgen um 48 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.

Im Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienressorts und Kreuzfahrten - normalerweise ein zuverlässiger Profitbringer - brachen die Erlöse im Jahresvergleich um 85 Prozent ein, der Betriebsverlust betrug knapp zwei Milliarden Dollar. Inzwischen sind Disneys Attraktionen größtenteils wieder geöffnet, jedoch mit strengen Corona-Auflagen und angesichts anhaltender Virus-Sorgen in den USA mit ungewissem Ausblick.

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