Symbolbild: Frau mit Smartphone wundert sich
Behörden warnen vor diesem dreisten WhatsApp-Betrug
“Hey, ich habe dein Foto in den Medien gefunden” - so oder so ähnlich könnte eine WhatsApp-Nachricht beginnen, vor der man sich in Acht nehmen muss. Dabei handelt es sich nämlich um einen WhatsApp-Betrug, der derzeit die Runde macht. Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt nun vor dieser Phishing-Masche, die unter dem Namen Ghost Pairing bekannt ist.
Dabei versuchen Betrüger, einen Verifizierungsprozess vorzutäuschen, der ihnen Zugriff auf ein WhatsApp-Konto verschafft. Das Cybersecurity-Unternehmen Gen Digital hat diese Phishing-Versuche analysiert. Was man dagegen tun kann, verraten wir euch hier.
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Wie der Betrug funktioniert
In der betrügerischen WhatsApp-Nachricht ist ein Link enthalten. Oft verspricht dieser, zu den genannten Fotos zu führen. Auch gefälschte Facebook-Links wurden laut BSI im Rahmen der Ghost-Pairing-Masche verschickt. Derartige Links sollte man jedoch keinesfalls anklicken.
Besonders gemein an dieser Masche ist, dass die Nachricht von einer Person stammt, mit der man zuvor schon über WhatsApp in Kontakt stand bzw. die man in seinem eigenen Telefonbuch eingespeichert hat. Das WhatsApp-Konto dieser Person wurde allerdings bereits gehackt.
Die Nachricht von Betrügern
© gendigital
User landen auf Phishing-Seite
Erste Alarmglocken sollten bei den eigenartigen URLs schrillen. Laut den Sicherheitsexperten werden unter anderem folgende Adressen für den Betrug verwendet:
- photobox.life
- postsphoto.life
- yourphoto.life
- photopost.live
- yourphoto.world
- top-foto.life
- fotoface.top
Sollte man trotz dieser wenig vertrauenswürdig wirkenden URLs auf den Link klicken, landet man auf einer Webseite, die der Facebook-Seite nachempfunden ist. In Wahrheit handelt es sich aber um eine Phishing-Seite.
Auf dieser nachgeahmten Seite werden die User dazu aufgefordert, ihre Identität zu bestätigen, indem sie ihre Telefonnummer eingeben. Nach Bekanntgabe der Nummer bekommen Kontoinhaber dann einen Code von WhatsApp zugesendet, der auf der Phishing-Seite eingegeben werden soll.
Die Seite, auf der man die Telefonnummer eingeben soll
© gendigital
Gibt man den Code tatsächlich auf der Phishing-Seite ein, landet er direkt bei den Betrügern. Sie können damit ihr Gerät mit dem WhatsApp-Konto der Betrugsopfer verknüpfen. Dadurch erhalten sie nahezu vollständigen Zugriff auf das WhatsApp-Konto.
Auf diese Weise können sie nicht nur alle Nachrichten, Fotos und Videos einsehen, sondern auch Nachrichten im Namen der Betrugsopfer versenden und damit weitere Betrugsversuche starten.
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Funktion zur Geräteverknüpfung
Die Betrüger missbrauchen dafür die Funktion zur Geräteverknüpfung (Linked Devices) von WhatsApp. Sie wird genutzt, um WhatsApp beispielsweise auch am Laptop zu verwenden. In der Regel werden neue Geräte mittels QR-Code hinzugefügt. Das ist aber eben auch durch Eingabe der Telefonnummer möglich.
Die Linked-Devices-Funktion ist auch bei anderen Messenger-Diensten verfügbar und wurde bereits von russischen Angreifern genutzt, um Zugang zu Signal-Konten zu erhalten, wie Bleeping Computer berichtet.
Die Cybersecurity-Experten nennen die Angriffswelle “Ghost Pairing”, weil das Opfer dazu verleitet wird, ein neues Gerät zum WhatsApp-Konto hinzuzufügen. Sie ist erstmals in Tschechien aufgetaucht. Gen Digital warnt aber, dass es auch in anderen Ländern zu diesem Betrug kommen könnte.
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Was man tun kann
Wie immer gilt: Man sollte auf keine unbekannten Links klicken und diese genau prüfen. In diesem Fall könnten die eigenartigen Webseiten-Adressen ein Hinweis esin. Weil man diese Links aber von vermeintlichen Freunden oder Bekannten erhält, ist diese Betrugsmasche besonders schwer zu enttarnen.
Deshalb sollte man sich vielleicht genau überlegen, ob es Sinn macht, dass mir diese Person so einen Link schickt. Falls man sich unsicher ist, könnte man eventuell die Person über einen anderen Weg anschreiben und sich nach den erwähnten Fotos erkundigen.
Verknüpfte Geräte überprüfen
Wer prüfen möchte, welche Geräte mit dem eigenen WhatsApp-Konto verknüpft sind, kann dies in den Einstellungen tun. Hier klickt man auf den Punkt “Verknüpfte Geräte”, wodurch alle verknüpften Geräte aufgelistet werden. Dort können verknüpfte Geräte auch entfernt werden.
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