Windräder vor rotem Himmel.
Großbritannien will Strom an Haushalte verschenken
Seit dem Start des Irankriegs und der damit verbundenen Schließung der Straße von Hormus ist der Energiemarkt in Aufruhr: Durch den Anstieg der Ölpreise werden Alternativen attraktiver. Das macht sich etwa durch eine steigende Nachfrage nach E-Autos bemerkbar. Es gibt sogar Stimmen, die fordern, dass man die Ölförderung in der Nordsee hochfährt. Trotz dieses offenkundigen Energiebedarfs werden anderswo große Mengen verschwendet.
Betreiber müssen Windparks derzeit etwa drosseln, wenn es zwar viel Wind gibt, gleichzeitig aber wenig Verbrauch. Andernfalls droht eine Überlastung des Stromnetzes, das in vielen Ländern noch nicht für die wechselhafte Verfügbarkeit von Windenergie ausgelegt ist. Ähnlich verhält es sich mit PV-Anlagen.
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Massive Energieverluste durch Spitzen-Drosselung
Durch die Abschaltung von Windparks verlor Großbritannien im Vorjahr 1,78 Milliarden Euro, berichtet Euronews. In Deutschland beliefen sich die Kosten für das Drosseln von grünen Energiequellen 2025 auf 435 Millionen Euro. In anderen EU-Staaten wie Spanien und Frankreich wurden 2025 Drosselungsrekorde aufgestellt.
Dem Problem versucht man teilweise mit einer Verbesserung des Energienetzes beizukommen. Großbritannien denkt über eine andere Lösung nach: Das britische Energieministerium will Haushalte nun an besonders windstarken Tagen mit verbilligtem bzw. sogar kostenlosem Strom versorgen.
„Manchmal weht zu viel Wind für unser veraltetes Stromnetz, insbesondere in Schottland und im Osten Englands“, erklärt das Ministerium auf X. „Anstatt Windparks für das Abschalten zu bezahlen, testen wir ein neues System, bei dem Menschen, die in der Nähe dieser Gebiete leben, günstigeren oder sogar kostenlosen Strom erhalten.“ Damit sind Bewohner entlegener Gebiete gemeint, wo sich der Großteil der Windparks befindet.
Auch Australier beziehen zu Mittag Gratisstrom
Die britische Idee hat Vorbilder: Im Herbst wagte die australische Regierung bereits einen ähnlichen Vorstoß. Dort können Haushalte zur Mittagszeit, wenn in dem Land wegen der hohen Strahlung eine üppige Solarausbeute erzielt wird, täglich 3 Stunden Gratisstrom beziehen.
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Das Projekt soll im Juli in den Regionen New South Wales, South Australia und Queensland anlaufen. Die Haushalte können dann energieintensive Geräte wie Waschmaschinen oder Trockner zur Mittagszeit einschalten und dadurch Kosten sparen. Außerdem können sie damit ihre E-Autos oder Batteriespeicher aufladen.
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