Luxuriös eingerichtetes Schlafzimmer mit Blick auf die Mondoberfläche durch große Fenster.

So wird das Hotelzimmer am Mond in einem Promo-Video dargestellt.

© Screenshot GRU Space
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Reservierung möglich: So viel kostet ein Hotelzimmer am Mond

„Es ist Zeit, den Mond zu stehlen.“ Unter diesem Motto hat das US-Start-up GRU Space am Montag sein Angebot öffentlich gemacht: Gegen eine Gebühr von 250.000 US-Dollar (ca. 214.000 Euro) oder mehr kann man einen Schlafplatz in „Amerikas erster Mondbasis & Hotel“ reservieren.

Ein Ausflug zum Mond ist allerdings nichts für den nächsten spontanen Wochenendtrip. Die ersten 4 Gäste sollen im Jahr 2032 einchecken können.

Von einer aufblasbaren Struktur zum Palast

Zunächst soll es sich beim Hotel um eine aufblasbare Behausung handeln, die komplett auf der Erde gefertigt wird. Mit einem Starship von SpaceX o. Ä. soll sie auf die Mondoberfläche gebracht und dort mithilfe von Robotern aufgestellt werden.

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Über die Innenausstattung ist derzeit nur wenig bekannt. Ein CO2-Entfernungs- und Sauerstoff-Generierungssystem, Wasseraufbereitung und Heizung sollen auf jeden Fall enthalten sein, genauso wie ein Notfall-Evakuierungssystem und ein Sonnensturm-Schutzraum.

Für ein echtes Luxuserlebnis ist so ein glorifiziertes Zelt aber nicht genug, findet GRU Space-Gründer Skyler Chan. Er will in der Folge ein Gebäude aus Materialien, die sich auf der Mondoberfläche finden, drumherum bauen. Architektonisches Vorbild ist dabei der Palace of Fine Arts in San Francisco.

Der Palace of Fine Arts in San Francisco.

Der Palace of Fine Arts in San Francisco.

Mondmaterialien nutzen

Regolith, also Mondstaub, ist laut Chan praktisch unendlich verfügbar. Mithilfe von Geopolymeren, also keramischen Bindemitteln, soll der Regolith in stabiles Baumaterial verwandelt werden. Das Bindemittel und das notwendige Wasser müssten zunächst auch von der Erde importiert werden. 2029 soll in einer Test-Mission überprüft werden, ob das Konzept der aufblasbaren Struktur sowie die Herstellung von „Mond-Ziegeln“ grundsätzlich funktioniert.

Letztlich soll der Prozess aber ausschließlich mit auf dem Mond vorhandenen Rohstoffen funktionieren. Auf diesen Plan geht auch der Name des Start-ups zurück: GRU steht für „Galaxy Resource Utilization“.

Größenwahnsinnige Pläne

Chan ist gerade mal Anfang zwanzig und direkt nach Studienabschluss beim berühmten Start-up-Incubator YCombinator aufgenommen worden, das in der Vergangenheit u.a. Reddit, Airbnb und Dropbox unterstützt hat. Der Jungunternehmer hat große – eigentlich größenwahnsinnige – Pläne, die weit über seine Firma hinausgehen: „Mir wurde klar, dass ich in einer Zeit geboren wurde, in der wir tatsächlich interplanetarisch werden können und das ist das Wichtigste, was ein Mensch mit seiner Zeit bewirken kann“, sagt er im Interview mit Ars Technica.

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Wenn sein Hotel steht, und auch Straßen, Lagerhäuser und Ähnliches auf dem Mond etabliert seien, will er direkt mit dem Mars weitermachen. Staatliche Gelder sowie Milliardärs-Projekte sind seiner Ansicht jedoch nach viel zu träge, um die Menschheit interplanetarisch zu machen. „Ich habe festgestellt, dass wir eine dritte Säule schaffen müssen: die Weltraum-Tourismus-Industrie“, meint Chan. Sein großes Ziel ist daher ein ganzes extra-terrestrisches Wirtschaftssystem für die Zukunft auf die Beine zu stellen.

Wachsende Zielgruppe Ultrareicher

Chan setzt bei seinem Geschäftsmodell voll und ganz auf die wachsende gesellschaftliche Ungleichheit: Superreiche bräuchten neue Optionen, um sich in ihrer Freizeitgestaltung vom gemeinen Volk abzugrenzen, und ihrem Leben durch „bedeutende Erfahrungen“ Sinn zu verleihen, heißt es im Whitepaper von GRU Space.

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Seiner Berechnung nach sollten die Kosten zum Betrieb eines Hotelzimmers für eine Person von über 400.000 US-Dollar (ca. 343.000 Euro) pro Nacht innerhalb weniger Jahre auf rund 83.000 US-Dollar (ca. 71.135 Euro) sinken, sodass GRU immense Profite blühen. Ob sein „Moonshot“ tatsächlich aufgeht, wird sich zeigen.

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