Mehrere Überwachungskameras und Scheinwerfer sind an einer Metallkonstruktion vor blauem Himmel montiert.

Verkehrsüberwachungskameras (Symbolbild).

© Getty Images / ChiccoDodiFC/istockphoto.com
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Digital Life

KI-Verkehrskameras haben 90-prozentige Fehlerrate

Im Dezember 2025 hat die Verkehrspolizei in Athen an ausgewählten Straßen KI-gestützte Verkehrskameras installiert. In einem zunächst 4-tägigen Pilotprojekt sollten sie schwerwiegende Verstöße erfassen, z. B. überhöhte Geschwindigkeit oder Handy am Steuer. Ziel ist es langfristig, Unfälle zu verhindern und das öffentliche Bewusstsein für Verkehrssicherheit zu erhöhen.

In der Nachrichtensendung Koinonia Ora Mega äußerten Experten kürzlich erhebliche Zweifel an dem System. Demnach sollen nur etwa 400 der 5.500 aufgezeichneten Verstöße menschlicher Überprüfung standgehalten haben. Das heißt, die Fehlerrate der Verkehrskameras liegt bei mehr als 90 Prozent, wie das griechische Nachrichtenportal tovima berichtet.

Elektronisches Bußgeldverwaltungssystem

Die Kameras des Pilotprojekts sind an Hauptverkehrsadern der griechischen Hauptstadt montiert, darunter die Panepistimiou-Straße und die Leoforos Vasilissis Sofias. Für den Vollbetrieb sind insgesamt 2.500 Kameras im ganzen Land vorgesehen, 500 davon mobil in öffentlichen Bussen, um Busspuren zu überwachen.

Kreuzung in Athen mit Autos, Bus, Fußgängern und Ampeln vor historischen Gebäuden.

Eine Kreuzung an der Leoforos Vasilissis Sofias in Athen.

Die KI-Kameras sind mit einem elektronischen Bußgeldverwaltungssystem verbunden. Darüber sollen Verkehrssünder Fotobeweise einsehen können und bei Einwänden Termine mit der Polizei vereinbaren können, heißt es bei Ekathimerini.

Beweislast umgekehrt

Verkehrsplaner Stavros Konstantinidis erklärte in der Fernsehsendung, dass Kameras notwendig seien, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Systeme seien gut darin, überhöhte Geschwindigkeit und Fahren bei Rot zu detektieren, was auch durch Kennzeichenerfassung am Heck passiere. Bei Verstößen im Fahrzeuginneren spielen jedoch Schatten, Farben und Kamerawinkel eine große Rolle, was die richtige Erkennung weit schwieriger macht.

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Er kritisiert, dass die Beweislast durch das System umgekehrt wird: Bürgerinnen und Bürger müssten eine KI-generierte Entscheidung gegenüber einer Behörde anzweifeln. Anwalt Trifonas Tsoumanis warnte, dass sich viele Menschen schwertun könnten, zu beweisen, dass sie nichts falsch gemacht haben, so tovima.

Verstöße im Fahrzeug schlecht erkannt

Handynutzung am Steuer oder nicht angelegter Sicherheitsgurt werden von den KI-Kameras häufig fälschlicherweise identifiziert. Laut einem Bericht der TA NEA erhielt ein Fahrer etwa eine Verwarnung wegen Handynutzung. Er legte Einspruch ein. Bei genauerer Betrachtung des vermeintlichen Beweisfotos, das die KI-Kamera aufgenommen hatte, stellte sich heraus, dass er sich am Ohr gekratzt hatte – ein Handy hielt er nicht in der Hand. 

Ein anderer Fahrer wurde bezichtigt, dass sein Beifahrer keinen Sicherheitsgurt trug. Tatsächlich war er alleine im Auto unterwegs.

Verkehrskameras in Österreich

In Österreich sind Kamerasysteme, die Kennzeichen erfassen, seit Jahren auf Autobahnen in Betrieb. Section-Control-Anlagen der Bundespolizei erfassen dort gegebenenfalls überhöhte Geschwindigkeit, die ASFiNAG überprüft Vignetten.

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Eine StVO-Novelle ermöglicht es seit Mai, innerstädtisch verkehrsberuhigte Zonen mit Kennzeichenerfassung zu errichten. Vorbild hierfür sind die ZTL in Italien. Noch laufen hierzu Ausschreibungen. Mit ersten Anlagen ist frühestens nächstes Jahr zu rechnen.

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