Das veröffentlichte Rendering
Megaprojekt The Moon soll größte Sphäre der Welt werden
Die Liste an Megaprojekten, die gescheitert sind, wird immer länger. Kürzlich wurde etwa bekannt, dass aus The Line in Saudi-Arabien wahrscheinlich doch nichts wird. Die Ideen für waghalsige Bauprojekte gehen trotzdem nicht aus: Aktuell versucht etwa ein kanadisches „Designbüro“, ein solches an den Mann zu bringen: The Moon.
Die Firma hat ehrgeizige Ziele: „Moon wird die Brücke zum Weltraumtourismus schlagen und ein atemberaubendes, lebensveränderndes Erlebnis bieten. Durch die Verbindung von Weltraum, Technologie, Umwelt und Wohlbefinden wird MOON ein riesiges, globales Publikum begeistern“, schreibt eine der Gründerinnen der Designfirma auf ihrem LinkedIn-Profil.
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In windige Höhen
Nach den derzeitigen Plänen soll The MOON das größte Sphären-Gebäude der Welt werden: Mit einem Durchmesser von 271 m und einer Höhe von 312 m wäre das Kugelgebäude wesentlich größer als The Sphere in Las Vegas und fast so hoch wie der Eiffelturm, berichtet New Atlas. Zum Vergleich: The Sphere in Las Vegas hat einen Durchmesser von 157 m und ist 112 m hoch.
Derzeit sucht die Designfirma noch einen Auftraggeber. Als mögliche Bauregionen kämen Australien, Brasilien, China, Ägypten, Indien, Polen, Spanien, Thailand, die USA oder die Vereinigten Arabischen Emirate infrage.
Riesiges Auge über Las Vegas. Das mit LED-Bildschirmen überzogene Gebäude The Sphere macht es möglich
© YouTube/Las Vegas Today
Außen soll das ungewöhnliche Gebäude einen gigantischen Screen haben, auf dem mondartige Animationen abgespielt werden. Es soll die Mondoberfläche simulieren und Besuchern das Gefühl geben, „auf dem Mond spazieren zu gehen“. Teil der Anlage soll auch eine authentische Mondbasis sein und Astronauten sollen sich hier auf Flüge im All vorbereiten können, erklärt einer der Gründer in einem Video.
Im Inneren sehen die bekannten Pläne derzeit ein Hotel mit 4.000 Zimmern vor. Gemessen an den Dimensionen und der Zimmeranzahl wäre es damit auch eines der größten Hotels der Welt. Im Erdgeschoss sind außerdem ein Kongresszentrum, Veranstaltungsräume und ein weiteres kleineres Boutique-Hotel angedacht.
Mond landet im Apple Headquater
Eingebettet würde das Gebäude laut einem veröffentlichten Rendering in eine ringförmige Wolkenkratzer-Anlage, die mit ihrer Solaranlage am Dach stark an das Apple-Hauptquartier in Kalifornien erinnert, sowie mehrere weitere Gebäude, Teichanlagen, Grünflächen und Straßen. Der „Mond“ würde als Kernstück in der Mitte thronen.
The Spehre in Las Vegas
Sollte es jemals umgesetzt werden, wäre MOON ein äußerst teures und ehrgeiziges Projekt. Wie so etwas aussehen kann, zeigt The Sphere in Las Vegas: Die 2023 eröffnete kugelförmige Veranstaltungshalle vom Design-Studio Populous ist sowohl innen als auch außen mit LED-Screens bekleidet.
Die Stahlbeton-Kuppel ist so groß, dass beim Bau einer der größten Kräne der Welt eingesetzt wurde. Allein das Dach des Gebäudes wiegt 13.000 Tonnen.
Besuchern der außergewöhnlichen Veranstaltungshalle wird ein immersives 4D-Erlebnis geboten, bei dem sogar Wind und Düfte erzeugt werden. Im Inneren der Sphere bedeckt ein riesiger LED-Screen von SACO Technologies eine Fläche von 15.000 Quadratmetern.
Weil dort neben Sportevents wie MMA-Kämpfen auch Konzerte stattfinden – etwa traten dort schon die Backstreet Boys und U2 auf –, war auch die Akustik eine Herausforderung. Zum einen ist der Screen schalldurchlässig, damit der Ton von dahinter nahtlos durchkommt.
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Der innere Screen besteht aus 64.000 LED-Modulen, die Hunderte verschiedene Formen haben, damit sie hineinpassen. Wegen der gekrümmten Form wandte man eine spezielle Technik an, die „Adaptive Pixel Pitch“ heißt. Das heißt, der Abstand zwischen den einzelnen LED-Modulen variiert so, dass das Bild überall gleich gut aussieht und die Verzerrung durch die gekrümmte Form ausgeglichen wird.
Außen an der Sphere bedecken 1,23 Mio. LED-Module, jeweils 20 cm voneinander entfernt, eine Fläche von 580.000 Quadratmetern. Passend zur Saison oder zu aktuellen Veranstaltungen werden dort Animationen abgespielt. Die Baukosten der Sphere werden auf 2,3 Mrd. Dollar geschätzt.
Milliardenprojekt bis 2032
Das heißt, man kann sich also ungefähr vorstellen, wie teuer das „Mondhotel“ wäre – es würden Milliarden dafür draufgehen. Bis auf das Rendering findet man auf der offiziellen Webseite derzeit außerdem keine Infos zum MOON-Projekt.
Das Bild wirkt so, als hätte man einem KI-Chatbot Bilder vom Mond, The Sphere in Las Vegas, dem Apple-Hauptquartier in Cupertino und der Expo 2025 in Osaka gefüttert und gesagt: „Erstelle mir daraus ein Hotel-Konzept“. Umso bemerkenswerter ist angesichts dieses „Entwurfsstudiums“, dass die Planer laut New Atlas angeben, man könnte ein solches MOON-Projekt bis 2032 fertigstellen.
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Das Unternehmen gibt sich recht bedeckt: Öffentlich auf Facebook präsentiert wurden aus dem Team etwa Tom Middleton, der sonst unter anderem als Soundtherapeut und Schlafexperte in Erscheinung tritt. Außerdem wird dort der Co-Gründer Michael R. Henderson genannt. Online findet man aber kaum seriöse Informationen zu dem Mann. Zumindest in einem Video von Gulf News versuchen sie, ihre Vison zu erklären:
Die 2. Gründerin, Sandra G. Matthews, hat immerhin ein öffentliches LinkedIn-Profil. Dort verrät sie über ihr „Designbüro“, dass es 2000 gegründet wurde und die „Vision von 2 kanadischen Unternehmern“ sei. Aus ihrem Profil geht auch hervor, dass die Firma die Entwürfe gar nicht selbst umsetzen will, sondern lediglich die Idee dafür in mehreren Erdregionen verkaufen möchte – darunter nach Asien, im Nahen Osten, in Süd- und Nordamerika sowie in Europa.
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Was wurde aus bisherigen Plänen?
Das Team versuchte bereits in der Vergangenheit, die kuriose Idee an den Mann zu bringen, was bis dato nicht gelungen sein dürfte. So wurde bereits in einem Artikel des ubm magazins ein ähnliches Projekt beschrieben. Damals war noch die Rede von einer 305 m hohen Kugel mit einem Durchmesser von 224 m.
Beworben wurde das spektakuläre Bauvorhaben damals als „Mondkugel“ mit bis zu 5.000 Hotelzimmern und exklusiven Eigentumswohnungen im Inneren. Es wird auch ein angeblich „weit fortgeschrittenes“ Projekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwähnt.
Konkretere Formen dürfte dieses bisher aber noch nicht angenommen haben. Nun versucht das kanadische „Designbüro“ offenbar einen Neustart und will mit einem einzelnen computergenerierten Bild endlich Investoren für sein Multimilliarden-Dollar-Projekt finden.
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