Große Bühne mit leuchtendem Schriftzug „VICTORY“, US-Flagge und dem Weißen Haus im Hintergrund bei Nacht.

Beim "UFC Freedom 250" gab es eine helle Lichtshow.

© EPA / Kevin Dietsch / POOL
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Digital Life

Trumps Käfigkampf-Lichter blenden Piloten

Am 4. Juli jährt sich die Unabhängigkeitserklärung der USA zum 250. Mal. Die Feierlichkeiten dafür begannen schon am Memorial Day (25. Mai), an dem gefallenen Soldatinnen und Soldaten gedacht wird. Am Sonntag – nebenbei Donald Trumps 80. Geburtstag – fand im Rahmen des 250. Jubiläums auf dem Südrasen des Weißen Hauses ein Käfigkampf statt.

Beim „UFC Freedom 250“ traten insgesamt 14 Mixed-Martial-Arts-Kämpfer gegeneinander an. Dafür wurde eigens „The Claw“, eine 28 Meter hohe Metallstruktur, als Kuppel über dem Kampfkäfig gebaut. Die Lichtshow um „The Claw“ bewog einen Linienpiloten schon am Vorabend dazu, einen Sicherheitsbericht bei der zuständigen Luftfahrtsicherheitsbehörde FAA einzureichen, wie Simple Flying meldet. Die Beeinträchtigung im Cockpit war durch die Lichtshow „10 Mal schlimmer als jede Laser-Beleuchtungsshow“, wird der Pilot zitiert.

Herausfordernder Landeanflug

Der Pilot war nach eigenen Aussagen im Anflug auf den Flughafen Ronald Reagan Washington National Airport (DCA), als er von der Lichtshow geblendet wurde. Zwischen Weißem Haus und Flughafen liegen lediglich 5 Kilometer, die Lichtshow kann daher die Einflugschneise beeinträchtigen.

DCA gilt ohnehin als herausfordernd für Pilotinnen und Piloten, weil der Luftraum in der Umgebung so intensiv genutzt wird. Erst im Jänner 2025 war es zu einem verheerenden Zusammenstoß zwischen einer Passagiermaschine der American Airlines und einem US-Army-Helikopter gekommen. Alle 67 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Flugzeuge mit einem Laser zu blenden steht in den USA unter Strafe. Ob Pilotinnen und Piloten angesichts des Events beim Weißen Haus ausreichend gewarnt wurden, ist laut Simple Flying fraglich.

Kritik am Event

Die potenzielle Gefährdung des Luftraums von Washington DC war bei Weitem nicht der einzige Kritikpunkt an der „UFC Freedom 250“-Veranstaltung. Die Gesamtkosten dafür sollen sich auf rund 60 Millionen US-Dollar (ca. 52 Millionen Euro) belaufen. Die Veranstaltung wurde exklusiv von Paramount+ übertragen. Der Streaming-Service wird vom Trump-Freund und Multimillionär David Ellison geleitet.

Das Public Integrity Project, eine Initiative gegen Korruption, wollte das Event wenige Tage zuvor gerichtlich verhindern lassen. Es sei „ein schwerwiegender Missbrauch unserer heiligen Nationaldenkmäler zum privaten Vorteil“, wird dessen Anwalt bei ESPN zitiert. Außerdem seien bei der Planung Umweltvorgaben nicht vollständig eingehalten worden.

Wegen schwieriger Wetterverhältnisse musste der Start der Veranstaltung hinausgezögert werden. Als der Weather Channel darüber twitterte, fühlte sich ein Account, der zum US-Präsidenten gehört, genötigt, den Verfasser bzw. die Verfasserin des Posts als „Loser ohne Freunde“ zu bezeichnen.

Dirtbike-Stunts am Vortag

Am Samstag, also einen Tag vor dem Käfigkampf, fand auf dem Gelände vor dem Weißen Haus bereits eine Dirtbike-Stuntshow statt. Mehrere Motorradfahrer sprangen dabei mit spektakulären Drehungen über einen Springbrunnen.

Insgesamt gab es viel Häme für das Festwochenende. Viele Bürgerinnen und Bürger empfanden das Sportspektakel als würdelos und dem Anlass nicht angemessen.

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