Teilnehmer der Podiumsdiskussion "Allianz für Mobilität" (v.l.n.r.): Herbert Kasser, Manuela Waldner, Monika Unterholzner, Julian Jäger

Teilnehmer der Podiumsdiskussion "Allianz für Mobilität" (v.l.n.r.): Herbert Kasser, Manuela Waldner, Monika Unterholzner, Julian Jäger

© Wiener Stadtwerke / Roland Rudolph
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Digital Life

Wie die "Allianz für Mobilität" Österreichs Infrastruktur stärken will

Die Mobilitätsbranche steht vor vielen Herausforderungen. Sie muss moderner und digitaler werden und gleichzeitig gegen Cyberangriffe geschützt sein. Sie muss die Infrastruktur instand halten und erneuern, ohne dass große Einschränkungen entstehen. Sie muss nachhaltig sein und sich gegen Extremwetter wappnen. 

Um das besser meistern zu können, arbeiten die Wiener Stadtwerke, ÖBB, ASFINAG und der Flughafen Wien jetzt zusammen. Mit der "Allianz für Mobilität" wollen sie Technologien und Innovationen austauschen. "Wir haben alle das gleiche Thema, nämlich Menschen in Österreich zu bewegen", erklärt Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke-Gruppe, der futurezone. 

Gemeinsam vom Wissen profitieren

Dabei stünden die Firmen auch vor ähnlichen Herausforderungen, etwa dem Management von Naturkatastrophen, dem Einsatz von KI bei der Kundenbetreuung, dem Abwehren von Cyberangriffen oder klimafit zu werden, so Unterholzner. "Diese Themen beschäftigen uns gemeinsam und so können wir gegenseitig von unserem jeweiligen Wissen profitieren". 

Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke-Gruppe, bei der Vorstellung der "Allianz für Mobilität"

Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke-Gruppe, bei der Vorstellung der "Allianz für Mobilität"

Ein Vorbild für eine solche Allianz sieht sie beim Austausch der Forschungsinstitutionen der Europäischen Union. Dass sich öffentliche Dienstleister so zusammenschließen, sei aber neu, so Unterholzner: "Wir haben da einen ganz innovativen Weg gefunden." Die Kooperation wurde jetzt erstmals vor einem Fachpublikum vorgestellt.

Digitalisierung und Technologietransfer

Dabei sehen alle Beteiligten eine große Gemeinsamkeit bei der Analyse von Daten. "Die Verbindung von Daten aus Inspektionen, Betriebsdaten und Umwelteinflüssen hilft uns Ursachen und Wirkung zu verstehen, und abzuleiten wann ist der beste Zeitpunkt, etwas instand zu halten", sagt Manuela Waldner, CFO und Vorständin der ÖBB. "Predictive Maintenance" hilft dabei, etwa den idealen Zeitpunkt für Gleisinstandhaltungen zu finden, und diese effizient abzuwickeln.

Dafür sei ein Technologietransfer wichtig. Die bereits von der ÖBB und den Stadtwerken eingesetzten Drohnen könnten so auch von der ASFINAG für die Kontrolle von Strecken genutzt werden. Auch 3D-Druck-Techniken für Bauteile, wie sie die Stadtwerke nutzen, können firmenübergreifend helfen, wichtige Bauteile schnell verfügbar zu machen. Hat man einen digitalen Zwilling, also ein detailliertes 3D-Modell, einer Baustelle oder eines Gebäudes, könnten solche Bauteile auch gleich per Knopfdruck bestellt werden - ohne dass Papierpläne ins Spiel kommen. 

Drohneninspektion der PV-Module am Haus des Meeres.

Drohneninspektion der PV-Module am Haus des Meeres.

Darüber hinaus bleibt die Kommunikation der Firmen untereinander ein wichtiger Aspekt. So steht auch die gemeinsame Koordination von Baustellen weiterhin im Vordergrund, betonen die Beteiligten. "Wenn irgendwo eine Standardstrecke gesperrt ist, müssen alle anderen Verkehrsträger dafür einstehen", sagt Herbert Kasser, Vorstandsdirektor der ASFINAG.

Cybersicherheit, KI und intelligente Prognosen

Gerade wenn es um die Verarbeitung und den Austausch wichtiger Infrastrukturdaten geht, ist auch Vorsicht geboten. Die Verantwortlichen sind sich daher der zunehmenden Gefahr durch Cyberkriminalität bewusst. Hier gilt es unter anderem, gemeinsam Muster zu erkennen und so besser gegen Angriffe gewappnet zu sein. 

Generell ist die Sicherheit das zweite wichtige Thema, mit dem sich die Allianz befasst. "Neue Technologien wie KI, intelligente Videoanalyse oder digitale Prognosesysteme helfen uns, Risiken früher zu erkennen, Abläufe zu optimieren und das Reiseerlebnis für Millionen Passagiere laufend zu verbessern", sagt Julian Jäger, Vorstand des Flughafen Wien. Die Zusammenarbeit soll die Systeme besser vernetzen und damit insgesamt die Funktionsfähigkeit sichern und mögliche Gefahren sollen früher erkannt werden können. 

Extremwetter und Nachhaltigkeit

Schließlich wird sich die Allianz mit den Herausforderungen des Klimawandels befassen. Das Hochwasser 2024 und das Schneechaos im Februar machten erneut deutlich, wie wichtig gute Planung und Resilienz ist, so die Verantwortlichen. Es sei wichtig, gemeinsam aus solchen Ereignissen zu lernen und dadurch künftig besser gewappnet zu sein. 

Wie die Herausforderungen bei der Modernisierung, Sicherheit und dem Klimawandel gemeinsam angegangen werden können, sollen die Innovationsbeauftragten der vier Firmen in gemeinsamen Workshops erarbeiten. So sollen auch die Firmen voneinander lernen können, erklärt Unterholzner. 

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen den Wiener Stadtwerken und der futurezone.

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Franziska Bechtold

frau_grete

Liebt virtuelle Spielewelten, Gadgets, Wissenschaft und den Weltraum. Solange sie nicht selbst ins Weltall kann, flüchtet sie eben in Science Fiction. Co-Host des Podcast "Raumfahrtgeschichten".

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Franziska Bechtold

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