Sheriff Bobby F. Kimbrough mit "Kimroid" aka "Ralph Lauren".
Sheriff will humanoiden Roboter in Geisel-Verhandlungen schicken
Ein Sheriff aus Forsyth County, das nördlich der Stadt Atlanta liegt, hat große Pläne für einen kleinen Roboter. der 1,32 Meter große G1 des chinesischen Herstellers Unitree wird gerade getestet und soll künftig als Deputy in brenzligen Situationen zum Einsatz kommen.
In einem Interview mit dem Lokalmedium WXII (via wbal.com) erklärt Sheriff Bobby Kimbrough, man könne den Roboter etwa in Geiselnahmen einsetzen, um mit Geiselnehmern zu verhandeln.
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„Kimbroid“ soll Türen eintreten
Kimbrough hat den Roboter scherzhalber „Kimbroid“ getauft, eine Mischung aus Kimbrough und Droid (Droide). Laut Kimbrough könne er „die Tür aufbrechen, ins Haus hineingehen und das Sprechen und Aufnehmen übernehmen“. Der Roboter würde genau das machen, was man von ihm möchte: „Ich kann ihn so programmieren, dass er alles tut, was ich will. Wie Sie gesehen haben, hat er angefangen zu kämpfen, zu tanzen und er spricht. Jede Bewegung, die ich will, kann ich ihm programmieren.“
Menschen ersetzen soll er so aber nicht, sondern das Risiko für sie vermeiden. Mittels „Robot Teleportation“ könne man Kimbroid etwa per VR-Headset und passenden Controllern fernsteuern. Es wird also nicht eine KI die Verhandlung mit den Geiselnehmern führen, sondern ein Mensch, der durch den Roboter spricht und dessen Gestik von dem Roboter gespiegelt wird.
Haftbefehle und Tatort-Inspektion
Die Sheriff-Station besitzt den Roboter nicht. Er gehört eigentlich der University of North Carolina, die ihn ursprünglich für Designstudenten gekauft hatte und den G1 „Ralph Lauren“ nennt. Der Forscher Donald Sweeper hatte dann vorgeschlagen, auch Einsatzmöglichkeiten für Ralph Lauren in der Strafverfolgung zu prüfen.
„Wie können wir damit die Sicherheit der Beamten erhöhen?“, fragt sich Sweeper etwa. Im Fokus stünden Aufgaben wie „die Vollstreckung von Haftbefehlen“ oder „die Möglichkeit, aus der Ferne an einen Tatort zu gelangen und dort vorhandene Daten zu erfassen und Spuren zu sichern“, sagt der Forscher.
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Frühes Stadium der Entwicklung
Die lokale Sheriff-Station hat bereits begonnen, den Roboter zu testen. Dass Kimroid aber so gut und umfassend funktioniert, wie sich der Sheriff das erhofft, ist derzeit unwahrscheinlich.
Denn bei humanoiden Robotern müssen die KI-Software und das Gerät perfekt zusammenspielen. Die Entwicklungen zählen zu einem Gebiet namens Physical AI, das noch in Kinderschuhen steckt - wie anekdotische Videos über humanoide Roboter im Umgang mit Menschen beweisen.
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Sheriff kontert Kritik
Das Projekt mit dem Roboter dürfte auf reichlich Kritik in der Bevölkerung gestoßen sein. In einem Facebook-Video, das am 27. Juni veröffentlicht wurde, nimmt Kimbrough dazu Stellung und sagt: „Wir haben noch nichts gekauft. Wir wurden nur von einem KI-Unternehmen gefragt, ihnen dabei zu helfen, Use Cases für den Roboter zu finden.“
Man wolle mit dem Projekt an der Zukunft der Polizeiarbeit mitwirken und schauen, wo man solche Roboter künftig einsetzen könne. Es ist nicht das erste Hightech-Projekt dieser Art, bei dem die University of North Carolina mit der lokalen Strafverfolgung zusammenarbeitet. In der Vergangenheit gab es bereits gemeinsame Projekte zum Drohneneinsatz.
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