Der Prototyp von Deep Fission.
Nuklearer Minireaktor tief in der Erde: Deep Fissions Prototyp macht Fortschritte
Für viele ist Atomstrom eine große Hoffnung, um den Energiehunger des gegenwärtigen Rechenzentrumsbooms zu decken. Insbesondere kleine, modulare Reaktoren (SMRs) sollen für diesen Zweck errichtet werden – US-Präsident Trump versuchte im Mai 2025 sogar den notwendigen Test- und Genehmigungsprozess per Dekret zu beschleunigen. Bis 4. Juli dieses Jahres sollten sich zumindest 3 Konzepte außerhalb von Forschungseinrichtungen konkretisiert haben.
➤ Mehr lesen: Atomkraft-Start-ups haben wenig Interesse an Sicherheit
Tatsächlich erreichte das Unternehmen Deep Fission nach eigenen Angaben knapp nach diesem Stichtag einen neuen Meilenstein: Der Prototyp eines Reaktorkanisters wurde zum geplanten Versuchsstandort in Parsons, Kansas, geliefert.
Proof-of-concept eines Reaktorkanisters
Dort sollen als Proof-of-concept die nötigen nicht-nuklearen Komponenten in einem Bohrloch installiert werden. Damit will das Unternehmen zeigen, dass das Reaktordesign unter realen Bedingungen installiert werden kann und im großen Maßstab funktioniert.
Langfristig will Deep Fission unter dem Markennamen „Gravity Nuclear Reactor“ kleine Druckwasserreaktoren in 1,6 Kilometer tiefen und nur 76 Zentimeter breiten Bohrlöchern versenken. Dieser Reaktortyp ist lange etabliert und weit verbreitet.
Die Wassersäule über dem Reaktor hält einerseits den Betriebsdruck aufrecht und sorgt andererseits für Kühlung. Die Wärmeenergie wird in einem geschlossenen Kreislauf zu einem Wärmetauscher geleitet und dann an der Oberfläche in Strom umgewandelt. Die unterirdische Bauweise soll günstiger und schneller zu installieren sein als die klassische Bauweise.
➤ Mehr lesen: Tief vergrabene Atomreaktoren liefern Strom für Rechenzentren
Nächster Schritt: Bohrloch
Derzeit stehe Deep Fission im Austausch mit zuständigen Behörden, um die Bohrungen für den unterirdischen Reaktor zu starten. Eine Erkundungsbohrung, die Informationen zu geologischen, hydrologischen und thermischen Eigenschaften des Standorts liefern soll, wurde bereits durchgeführt.
➤ Mehr lesen: Schweden bekommt 3 Mini-Atomkraftwerke von Rolls-Royce
Einen weiteren Zeitplan hat das 2023 gegründete Unternehmen nicht veröffentlicht. Der Börsengang im Juni hatte Deep Fission zuletzt 40 Millionen US-Dollar eingebracht, die dabei helfen sollen, mit dem Reaktor Marktreife zu erreichen.
Kommentare