Netzpolitik
05.06.2014

Lebenslange Haft für schwere Cyberattacken gefordert

Die britische Regierung will Verantwortliche für Cyberattacken mit katastrophalen Folgen lebenslang inhaftieren können. Dazu ist eine Gesetzesnovelle notwendig.

Die von der britischen Regierung geforderte Gesetzesänderung zur strengeren Bestrafung von Cyberangriffen wurde sogar in der jüngsten Rede der Queen berücksichtigt. Hacker, die Cyberattacken ausführen, welche den Verlust von Leben, ernsthaften Erkrankungen oder eine ernsthafte Beschädigung der nationalen Sicherheit zur Folge haben, sollen lebenslange Haft in Kauf nehmen müssen.

Mit der Androhung einer längeren Haftstrafe will die Regierung auch verschärft gegen Industriespionage vorgehen. Wie der Guardian berichtet, sieht die derzeitige Gesetzeslage eine maximale Haftstrafe von 10 Jahren für Cyberangriffe zur Industriespionage vor. In Zukunft sollen 14 Jahre Haft möglich sein.

Überflüssige Strenge

Kritiker sehen in einer Reform des derzeitigen Gesetzes ein redundantes Vorgehen. Verbrechen, die Leben oder Besitz gefährden, könnten bereits durch existierende Gesetze gerichtlich verfolgt werden. Mustafa Al-Bassam, ein Computerwissenschaftler, der auf Basis des zu ändernden Computer Misuse Act verurteilt wurde meint, dass Angriffe, wie sie von der Regierung beschrieben werden, "nur in Hollywood-Filmen vorkommen".

Gefährdete Sicherheitsexperten

Sicherheitsforscher und -unternehmen beklagen unterdessen, dass ihre Tätigkeit weiterhin teilweise strafbar bleibt. Genehmigte Angriffe, mit denen die Sicherheit von Netzwerken überprüft werden soll, sind etwa in Großbritannien ein krimineller Tatbestand. Auch in den USA sind Sicherheitsexperten gefährdet, für ihre Tätigkeiten verhaftet zu werden.