Eine Aufnahme von unten zeigt wie eine Frau mit einem Nassreiniger den Boden wischt

Dyson PencilWash

© Dyson
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PencilWash im Test: Hält Dysons schlanker Nassreiniger sein Versprechen?

Seit ein paar Jahren gibt es bei Dyson auch Nassreiniger. Diese sind Aufsätze für die normalen Sauger der V-Serie, die damit unter dem Namen „Submarine“ verkauft werden.

Für Dysons neuen und bisher dünnsten und kompaktesten Akkusauger, den PencilVac, gibt es das aber nicht. Aus technischen Gründen muss es ein eigenes Gerät sein – der PencilWash. Ich habe getestet, wie es sich damit saubermachen lässt und ob Dyson geschafft hat, die Leichtigkeit des PencilVac aufs Wischen zu übertragen.

Viele Versprechen

Besucht man die Website von Dyson, fallen bei der Produktseite des PencilWash mehrere Dinge auf. „Hygienische Reinigung, Fleckenentfernung“ steht da etwa, „in unserem schlanksten Design“. Es sei „der leichteste Nassreiniger. Nur 380 g.“ Und außerdem: „Reinigt sich selbst.“

Screenshot von der Dyson-Website

Screenshot von der Dyson-Website

Zumindest eines trifft zu: Es ist Dysons schlankestes Design. Die Stange hat einen Durchmesser von 38 mm, inklusive Motor und Akku. Alle anderen Versprechen und Behauptungen sind allerdings, im besten Fall, fragwürdig.

Liest man im FAQ nach, erfährt man: „Das gesamte Gerät wiegt lediglich 2,1 kg“. Die 380 g beziehen sich auf das gefühlte Gewicht, das man bei der Nutzung in der Hand hat bzw. anschiebt.

„Reinigt sich selbst“ ist frech. Nach jeder Nutzung muss die Mikrofaserwalze laut Dyson per Hand abgespült und ausgedrückt werden, nach 6 Monaten soll man die Walze als Ersatzteil kaufen und austauschen. Außerdem soll man nach dem Wischen laut Anleitung die Tanks nicht nur ausleeren, sondern auch reinigen: Was reinigt sich hier also selbst?

Querschnitt eines Nassreinigers mit sichtbaren Wasser- und Schmutzwassertanks sowie Walze.

Grafische Darstellung der "Selbstreinigung" des PencilWash

Vermutlich bezieht sich die Behauptung auf diese Dyson-Aussage: „Schmutzwasser und Ablagerungen werden bei jeder Umdrehung aus der Walze entfernt, während 8 Hydrationspunkte dafür sorgen, dass der Boden stets mit sauberem Wasser gereinigt wird.“ Oder anders gesagt: Der PencilWash hat einen Schmutzwasserbehälter, so wie die meisten Akku-Nassreiniger.

Das Wort Selbstreinigung findet man auch bei Herstellern anderer Nassreiniger, wie etwa Tineco. Bei denen wird aber beim Reinigungsmodus Frischwasser erhitzt, um das Rohr und die Walze damit zu reinigen und danach wird alles mit heißer Luft getrocknet. Beim PencilWash gibt es sowas nicht.

Links der Submarine-Aufsatz der V-Serie, rechts der Aufsatz vom PencilWash

Links der Submarine-Aufsatz der V-Serie, rechts der Aufsatz vom PencilWash

Vorbereitung

Bevor es mit der „hygienischen Reinigung“ losgehen kann, muss der Frischwassertank befüllt werden. Dazu drückt man den roten Knopf am Bürstenaufsatz und zieht diesen auseinander. Auch der Schmutzwassertank befindet sich hier. Jetzt wird der Frischwassertank mit Wasser gefüllt und bei Bedarf Bodenreinigungsmittel hinzugegeben.

Im nächsten Schritt muss man die Bürste aus dem Aufsatz ziehen und unter fließendes Wasser halten. Danach drückt man sie mit der Hand aus. Hoffentlich glaubt man an Dysons Versprechen von „reinigt sich selbst“, weil dieser Vorgang ähnlich hygienisch ist wie das händische Auswringen eines Wischmopps.

Ist das erledigt, wird die Bürste wieder in den Aufsatz und der Aufsatz zusammengesteckt. Dann kommt der Stab des PencilWash dran und es kann losgehen. Fast. „Starte dein Gerät, indem du den Ein-/Aus-Schalter drückst. Lass der Walze 10 Sekunden Zeit, um vollständig befeuchtet zu werden“, sagt Dyson in der Anleitung.

Dyson PencilWash Nassreiniger vor weißem Hintergrund

Dyson PencilWash

Reinigen

Jetzt geht es aber los. Wie von Dyson versprochen schiebt sich der PencilWash ganz angenehm, die ständig rotierende Rolle gibt einen leichten Vortrieb. Das beste Reinigungsergebnis erhält man, wenn man langsam, gleichmäßig und überlappend wischt. Das beschwingte Gefühl des PencilVac kommt hierbei nicht auf und auch die Beweglichkeit des PencilWash ist geringer.

Die Reinigungsleistung ist guter Durchschnitt, aber nicht überragend. Klassische Flecken, wie etwa eingetrocknete Zahnpasta oder Kalk auf Badezimmerfliesen und Fugen, beseitigt der PencilWash selbst nach einer Minute nicht vollständig oder gar nicht – ein Schwamm und Muskelkraft erledigen das in 3 Sekunden drüberwischen. Auch der Max-Modus, bei dem die Wassermenge, die an die Walze abgegeben wird, kurzfristig erhöht wird, ändert daran nichts.

Solange verschüttete Flüssigkeiten noch nicht eingetrocknet sind, geht das Wegwischen ganz gut. Hier ist wichtig: Langsame Bewegungen und nicht zu weit ausholen, sonst verteilt man Kaffee, Wein und Co. über eine größere Fläche. Bei dichteren Flüssigkeiten, wie etwa Ketchup oder Palatschinkenteig, sollte man erst mit einer Küchenrolle das Gröbste wegmachen, um Zeit zu sparen und Nerven zu schonen.

Festen Schmutz, wie Staub und einzelne, kurze Haare, wischt der PencilWash gleich mit auf. Viele oder längere Haare werden aber zum Problem, genauso wie gröberer fester Schmutz. Muss man nicht akut wischen, weil was verschüttet wurde, sollte man besser staubsaugen, bevor der PencilWash zum Einsatz kommt.

Hand führt einen schlanken Nassreiniger über einen Boden mit sichtbarem Schmutzfleck.

Dyson PencilWash

Nach dem Wischen

Am Fliesenboden dauert es etwa 10 Minuten, bis das Wasser getrocknet ist. Die Abdeckung für den Bürstenaufsatz sollte man schon vor dem Wischen dort deponieren, wo man damit aufhört. Diese sollte nämlich sofort nach dem Wischen angebracht werden, denn der PencilWash tropft, sobald man ihn anhebt. Trägt man den Nassreiniger ohne Abdeckung in ein anderes Zimmer, zieht man eine Tropfspur hinterher. Besonders blöd ist das, wenn man dazwischen Beläge überschreitet, die nicht wischgeeignet sind, wie etwa Teppiche oder unversiegelte Hartböden.

Die Abdeckung sollte man erst wieder abnehmen, wenn man den Bürstenaufsatz über das Waschbecken hält, oder wo auch immer sonst man die Tanks entleeren will. Beim Öffnen muss man den Aufsatz möglichst gerade halten, denn der Schmutzwassertank ist nicht geschlossen. Wackelt man oder hält den Aufsatz falsch, schwappt das Schmutzwasser raus.

Nachdem die Tanks geleert und die Bürste unter fließendem Wasser abgespült und danach ausgedrückt wurde, soll man sie laut Dyson 24 Stunden trocknen lassen. Wo man das am besten macht? Das überlässt Dyson ganz dem Kunden. Man kann den zerlegten Aufsatz und die Bürste hochkant in die Abdeckung stellen, das ist aber eine wackelige Sache. Stampft jemand energisch vorbei oder sind Tiere im Haus, landet die feuchte Bürste schnell am Boden.

Zerlegter Dyson PencilWash mit Bürstenwalze und Wassertank auf einer Abtropfschale.

Diese Art die Teile des Aufsatzes nach dem Wischen trocknen zu lassen, ist genauso wackelig, wie sie aussieht.

Immerhin für den Stab des PencilWash gibt es eine Aufbewahrungslösung. Im Lieferumfang ist eine Bodenladestation vorhanden, in die er gesteckt wird. Für die Bodenbürste, egal ob zusammengebaut oder zerlegt, ist da allerdings kein Platz.

Ein schlanker, kupferfarbener Nassreiniger steht neben einer Ladestation und einem Sofa auf Holzboden.

PencilWash in der Ladestation, der Bürstenaufsatz steht daneben.

Fazit

Mit „Mühe los. Flecken los.“ bewirbt Dyson den PencilWash. Das Prozedere vor und nach dem Wischen ist aber nicht mühelos, inklusive des händischen Befeuchtens der Bürste, danach deren Reinigungen, das Hantieren mit der Bürstenwalze und dessen Aufbewahrung, während die Komponenten trocknen. Und die Flecken, die man loswird, müssen noch flüssig genug sein.

Für den PencilWash spricht, dass er führig ist und man nicht das Gefühl hat, so wie bei manch anderen Nassreinigern, schweres Baugerät vor sich herzuschieben. Ebenfalls positiv ist, wie flach der PencilWash ist, wodurch man leichter unter Möbeln oder der Klomuschel wischen kann.

Wenn Funktion und nicht Form des Nassreinigers Priorität hat, bekommt man mit anderen Geräten mehr fürs Geld. Den Tineco Floor One S7 gibt es etwa derzeit um 322 Euro auf Amazon. Dem gegenüber steht der PencilWash-UVP mit 349 Euro, wobei das Gerät zwischendurch schon um 250 Euro (z.B. bei Amazon) verkauft wurde. Aber selbst beim reduzierten Preis, sollte man bedenken: Wischt man oft, wäre ein bequemeres Modell mit echter Selbstreinigungsfunktion besser und wischt man nur selten, tut es vielleicht auch ein mechanischer Bodenwischer um 30 Euro.

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Gregor Gruber

Testet am liebsten Videospiele und Hardware, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Rüstungstechnologie.

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