Die SRS-NS7 Nackenkopfhörer von Sony.
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Ohren auf! 4 Kopfhörer-Arten, die euch nicht vollkommen abschirmen

Sich einfach von der Musik berieseln lassen, während man sportelt, den Haushalt erledigt, vor dem Computer arbeitet oder einfach nur auf der Couch sitzt: Ein Smartphone und Kopfhörer reichen für den Musikgenuss bereits aus. Doch Over-Ear-Kopfhörer, die die Ohren umschließen, sind besonders im Sommer unangenehm, weil es darunter sehr heiß werden kann. Und In-Ear-Geräte, die man sich in den Gehörgang steckt, können ein Druckgefühl in den Ohren auslösen. Zudem ist die Passform entscheidend, damit sie auch gut in den Ohren halten.

Beide Kopfhörertypen haben zudem das Problem, dass man dadurch von der Außenwelt abgeschirmt wird. Das kann sogar gefährlich werden, wenn man etwa beim Joggen das herannahende Auto überhört.  

Doch es gibt auch Kopfhörer, bei denen man seine Umgebung noch wahrnimmt. Je nach Bauart eignen sie sich eher für entspanntes Musikhören zu Hause oder für die musikalische Untermalung während des Sports. Hier sind die Alternativen.

Nackenlautsprecher

Nackenlautsprecher legt man sich, wie der Name schon sagt, hinten um den Nacken. Die hufeisenförmigen Lautsprecher haben den Vorteil, dass die Ohren dabei komplett frei bleiben. Dadurch sind sie auch für längere Zeit komfortabel zu tragen. Allzu viel bewegen sollte man sich allerdings nicht, denn es besteht die Gefahr, dass sie verrutschen. Im Homeoffice vor dem PC, auf der Couch oder in der Küche beim Kochen liegen ihre Stärken - draußen bei der Gartenarbeit stoßen solche Kopfhörer schon bald an ihre Grenzen.

Die Hersteller richten sich daher ganz bewusst an Zielgruppen, die sich nicht sehr stark bewegen. Panasonic stellt mit den SC-GN01 etwa spezielle kabelgebundene Nackenlautsprecher für Gamer her, die sich aber auch sehr gut für das Homeoffice eignen. Sony will mit den SRS-NS7 vor allem Menschen ansprechen, die beim Fernsehen einen besonderen Klang erleben wollen, ohne viel Geld in ein 360-Grad-Sound-System zu investieren. Preislich liegen solche Spezialkopfhörer bei 160 bzw. 225 Euro, günstige Nackenlautsprecher gibt es bereits ab rund 30 Euro.

➤ Mehr lesen: Panasonic SC-GN01 im Test: Nackenlautsprecher ersetzt Ohrhörer

Ein junger Mann spielt mit einem Controller und einem Nackenlautsprecher von Panasonic SC-GN01.

Die Panasonic SC-GN01.

Wer sich von den Nackenlautsprechern erwartet, dass man damit im Bett fernsehen kann, ohne den schlafenden Partner oder die Partnerin zu stören, der wird enttäuscht. Aufgrund der Bauweise ist der Klang zwar nicht so störend wie bei Musikboxen, im selben Raum dennoch hörbar. Auch bei der Klangqualität sollte man sich bewusst sein, dass man sich kleine Lautsprecher um den Nacken legt, deren Fähigkeiten begrenzt sind. Der Fokus liegt auf der Bequemlichkeit für Leute, die es als störend empfinden, etwas auf oder an den Ohren zu haben.

Knochenschallkopfhörer

Knochenschallkopfhörer gibt es seit mehr als 15 Jahren und wurden anfänglich vor allem für Sportler angeboten. Diese Art von Kopfhörer leiten die Schallwellen nicht (nur) durch die Luft über den Gehörgang auf das Trommelfell. Sie werden am Knochen vor dem Ohr angelegt, der die Vibrationen des Geräts aufnimmt und weiterleitet. So bleibt der Gehörgang frei.

Da Schädelknochen hauptsächlich Frequenzen im mittleren Bereich weiterleiten, ist der Hörgenuss mit Knochenschallkopfhörern stark eingeschränkt. Menschliche Stimme wird allerdings gut übertragen, für Podcasts und Hörbücher sind die Geräte eine Überlegung wert. Zudem können wasserdichte Modelle auch während des Schwimmens getragen werden.

Ein Mann mit Knochenschallkopfhörern von Shokz vor einer Bergkulisse.

Knochenschallkopfhörer von Shokz.

Wer die Kopfhörer zu laut aufdreht, wird ein Vibrieren unter den Schläfen spüren. Das können manche Menschen als störend empfinden. Zudem sind Knochenschallkopfhörer für Menschen in der Umgebung nicht komplett geräuschlos, da ein Teil des Schalls weiterhin an die Luft abgegeben wird. Leiser als Nackenkopfhörer sind sie aber allemal.

Bekanntester Hersteller für Knochenschallkopfhörer ist das Unternehmen Shokz. Deren Modelle kosten auf Amazon zwischen 75 und 200 Euro. Es gibt auch günstigere Anbieter.

Open-Ear- und Clip-Kopfhörer

Ähnlich wie Knochenschallkopfhörer lassen auch sogenannte Open-Ear-Kopfhörer den Gehörgang frei. Sie bestehen aus kleinen Lautsprechern, die man sich um die Ohrmuschel legt. Der Lautsprecherteil liegt dabei vor, aber nicht im Gehörgang, sodass auch Umgebungsgeräusche durchkommen. 

Eine besondere Art der Open-Ear-Kopfhörer sind sogenannte Clip-Kopfhörer. Diese werden nicht um die Ohrmuschel gelegt, sondern an die Ohrmuschel geklippt, sodass der Lautsprecher ins Ohr ragt und sich der Akkuteil des Clips hinter dem Ohr befindet. 

Alle 3 sollte man nicht gleichzeitig tragen - aber 2 gehen sich aus.

3 Ear-Clips gleichzeitig zu tragen, ist eine Herausforderung.

Bei beiden Kopfhörerarten muss man Abstriche im Bassbereich machen und es wird mehr Schall an die Umgebung abgegeben als bei Knochenschallkopfhörern. Klanglich sind sie diesen allerdings überlegen.

Es gibt bereits mehrere Anbieter für Clip- und Open-Ear-Kopfhörer, die auch als “Air Conduction Kopfhörer” bezeichnet werden. Preislich liegen die Geräte zwischen 20 Euro für Einsteigermodelle bis hin zu 200 Euro.

➤ Mehr lesen: Huawei Freeclip im Test: Warum mich der Musik-Ohrring überzeugt

Offene Kopfhörer

Offene Kopfhörer (oder Open-Back-Kopfhörer) umschließen die Ohren zwar vollständig, haben allerdings keine geschlossene Außenhülle. Sie werden gerne von Leuten getragen, denen hohe Klangqualität wichtig ist oder die Kopfhörer lange tragen und ihre Umgebung dabei weiterhin wahrnehmen wollen. Preislich starten sie bei etwa 50 Euro, können aber auch mehrere Hundert und sogar Tausende Euro kosten. Gerade klassische und Orchestermusik erhält durch die offene Bauweise einen natürlicheren Klang.

Die Fidelio X2 von Philips zählen zu den Open-Back-Kopfhörern.

Die Fidelio X2 von Philips zählen zu den Open-Back-Kopfhörern.

Die Kopfhörer sind außerdem nicht so warm wie geschlossene, es entweicht aber mehr Klang nach außen. Das schwächt den Bassbereich und kann für Mitmenschen störend sein. Zudem sind die meisten Open-Back-Kopfhörer kabelgebunden. Bluetoothvarianten gibt es nur vereinzelt.

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Marcel Strobl

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Ich interessiere mich vor allem für Klima- und Wissenschaftsthemen. Aber auch das ein oder andere Gadget kann mich entzücken.

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