Ein USB-C-Kabel

Warum manche USB-C-Kabel langsamer laden als andere

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Warum laden manche USB-C-Kabel langsamer als andere?

USB-C hat es geschafft, Kabel und Stecker zu vereinheitlichen - vom Handy und dem Laptop bis zur Zahnbürste und dem Mini-Staubsauger. Allerdings hat der universelle Steckerstandard ein großes Problem eingebaut: Nicht jedes USB-C-Kabel ist gleich. 

Denn obwohl Kabel, Stecker und Anschlussbuchse immer gleich aussehen, stecken unterschiedliche Technologien und Protokolle dahinter. Das führt dazu, dass das Handy mit manchen USB-C-Kabeln extrem schnell lädt, während es mit anderen extrem langsam lädt. 

Das notwendige Zusammenspiel

Damit ein Smartphone oder ein Laptop mit der maximal möglichen Ladeleistung geladen werden kann, müssen alle Komponenten zusammenspielen. Das heißt: Das Gerät, das Kabel und das Netzteil müssen die entsprechenden Spezifikationen haben, um ein Smartphone oder einen Laptop mit beispielsweise 100 Watt versorgen zu können.

Wenn etwa das Kabel diese 100 Watt nicht unterstützt, wird es zum Flaschenhals. Dann fließt nur so viel Energie, wie mit dem Kabel maximal möglich ist. Dieselbe Einschränkung gilt natürlich dann, wenn das Netzteil nicht für eine Leistung 100 Watt ausgelegt ist. 

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Warum ist das so?

In erster Linie handelt es sich dabei um eine Sicherheitsvorkehrung. Wenn die Kupferdrähte im Kabel zu dünn sind, dann könnten sie bei hoher Ladeleistung aufgrund der Hitzeentwicklung durchbrennen. Damit eine hohe Ladeleistung möglich ist, muss deshalb das Kabel den anderen Komponenten mitteilen, dass es leistungsfähig genug dafür ist. 

Bei besonders günstigen oder ganz alten Kabeln kann es sogar vorkommen, dass das PD-Protokoll (Power Delivery) nicht unterstützt wird. In einem solchen Fall erzwingt das Sicherheitssystem 10 Watt (5V/2A) - auch wenn Netzteil und Smartphone theoretisch viel mehr könnten. 

Eigener Chip notwendig

Wird USB PD vom Kabel unterstützt, sind mehr als 10 Watt möglich - typischerweise bis maximal 60 Watt. Wenn ein Kabel eine noch höhere Ladeleistung ermöglicht, ist es mit einem eigenen, sogenannten E-Marker-Chip ausgestattet. Damit kann das Kabel den anderen Komponenten mitteilen, dass es mehr als 60 Watt aushalten kann. Grundsätzlich sind mit USB-C maximal 240 Watt möglich. 

Die Komponenten, wie der E-Marker-Chip und die dickeren Kupferdrähte, sind der Grund, warum leistungsstärkere USB-C-Kabel teurer sind. Um aber auf die maximal mögliche Ladeleistung zu kommen, braucht es nicht nur ein hochwertiges Kabel: Die Spezifikationen des Netzteils sind genauso wichtig. Nur wenn auch das Ladegerät, das in die Steckdose kommt, die entsprechende Leistung ermöglicht, kann ein Handy oder Laptop mit beispielsweise 100 Watt aufgeladen werden. 

Wenn man also zu einem beliebigen USB-C-Kabel greift und das nächstbeste Netzteil nimmt, braucht man sich nicht wundern, wenn das Handy oder der Laptop unter Umständen nur im Schneckentempo aufgeladen wird. 

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Zwei USB-C-Kabel im Angebot

Beide Kabel werden als Schnellladekabel bezeichnet: Das obere lädt aber nur mit bis zu 15 Watt, das untere mit bis zu 240 Watt.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Um sicherstellen zu können, dass das Handy nicht extrem langsam geladen wird, sollte man vor dem Kauf auf die detaillierten Spezifikationen achten - in erster Linie auf die Watt-Angabe. Kabel beziehungsweise Netzteile sollten ausdrücklich mit einer bestimmten Watt-Zahl gekennzeichnet sein.

"Schnellladekabel" oder "Fast Charging"-Netzteil sind keine zuverlässigen Angaben. Wenn keine Watt-Angabe zu sehen ist, ist Skepsis angesagt. Manchmal versuchen es die Hersteller dann mit Angaben wie "5V/3A", was für die maximale Spannung von 5 Volt und die maximale Stromstärke 3 Ampere steht. 

Diese Spezifikationen sind ein guter Anhaltspunkt für die Watt-Zahl, die sich in der Regel daraus ableiten lässt: Volt x Ampere = Watt. In diesem Fall wäre das Kabel oder Netzteil für maximal 15 Watt ausgelegt, was so viel wie "Schneckentempo" bedeutet. 

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Watt-Volt-Ampere-Umrechnung

5W = 5V/1A
10W = 5V/2A
15W = 5V/3A
18W = 9V/2A
20W = 9V/2,22A
25W = 9V/2,77A
30W = 15V/2A
45W = 15V/3A
60W = 20V/3A
65W = 20V/3,25A
100W = 20V/5A
140W = 28V/5A
180W = 36V/5A
240W =  48V/5A

Proprietäre Schnellladestandards

Dann kann es eventuell noch einen Haken geben: Manche Hersteller haben ihren Smartphones oder Laptops einen eigenen Schnellladestandard verpasst, der unter anderem unter den Markenbezeichnungen SuperVOOC oder HyperCharge läuft. Meist handelt es sich dabei um Hersteller aus China. Die Galaxy-Phones von Samsung oder iPhones von Apple haben so etwas nicht.

Sollte ein Handy für ein solches proprietäres Protokoll ausgelegt sein, kann es vorkommen, dass ein entsprechendes Kabel beziehungsweise ein passendes Netzteil notwendig ist, um auf die maximal mögliche Ladeleistung zu kommen. In diesem Fall muss man zusätzlich auf die jeweilige Markenbezeichnung achten und nicht nur auf die Watt-, Volt- oder Ampere-Angabe.

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Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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