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Science

CO2-Emissionen könnten 2020 um 2,5 Milliarden Tonnen sinken

Während der Corona-Pandemie ist Reisen nur noch in Ausnahmefällen möglich. Flüge werden storniert und Autos bleiben stehen, nachdem viele Menschen weltweit zu Hause bleiben. Dadurch sinkt die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen auf ein historisches Tief - und damit auch die CO2-Emissionen. Das hat nun die Allianz der Ölexportländer (Opec) dazu veranlasst, die tägliche Fördermenge im Mai und Juni um 9,7 Millionen Barrel zu reduzieren.

Dieser historischen Drosselung liegt vor allem die stark gesunkene Nachfrage zugrunde. Der Ölpreis war in den vergangenen Wochen stark gefallen, zeitweise sogar auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren. Laut einem Report von Rystad Energy ist die globale Nachfrage für Kerosin im April und Mai um 35 Prozent gefallen, nachdem zahlreiche Flüge storniert wurden.

Experten hatten laut The Guardian heuer einen Anstieg der CO2-Emissionen durch die fossile Brennstoffindustrie um 36,8 Milliarden Tonnen erwartet. Stattdessen wurde erst kürzlich der Rückgang des CO2-Ausstosses um 5 Prozent vorausgesagt. Rystad Energy geht zudem davon aus, dass der Stromverbrauch in der Schwerindustrie einbrechen wird. Das würde die Nachfrage für Gas und Kohle um je 2,3 Prozent senken. Das bedeute eine Reduktion der CO2-Emissionen um 500 bzw. 200 Millionen Tonnen.

4 Milliarden Barrel weniger Rohöl

Der Analyse von Rystad zufolge soll sich der tägliche Bedarf an Rohöl um durchschnittlich 11 Millionen Barrel reduzieren. Das würde insgesamt 4 Milliarden Barrel im Jahr entsprechen. Allein dadurch soll der CO2-Ausstoß laut Rystad heuer um 1,8 Milliarden Tonnen reduziert werden. “Als die Nachfrage nach Öl während der Finanzkrise von 2008 bis 2009 das letzte Mal schrumpfte, ging sie um 1,3 Mio. Barrel Öl pro Tag zurück. Aber Covid-19 könnte dazu führen, dass die Ölnachfrage um mehr als das Fünffache sinkt“, sagt Erik Holm Reiso von Rystad zum Guardian. Der Rückgang sei hauptsächlich auf den starken Rückgang des Flugverkehrs zurückzuführen.

In der zweiten Jahreshälfte soll die Nachfrage nach Kraftstoff wieder deutlich zunehmen, die Zahlen würden jedoch trotzdem deutlich niedriger ausfallen, als im vergangenen Jahr. „Die eigentliche Frage betrifft die langfristigen Auswirkungen des Virus. Wenn wir lernen, dass Telearbeit funktionieren kann, fragen sich die Leute vielleicht, ob wir Langstrecken fliegen müssen, um Menschen persönlich zu treffen. Das könnte beeinflussen, ob sich die Nachfrage nach Öl jemals wieder auf das Niveau der vergangenen Jahre erholt“, so Reiso. Klima-Experten nehmen an, dass die Erprobung von Video-Chat und Telefonaten im Berufsalltag dazu führen könnte, dass zukünftig deutlich weniger Geschäftsreisen absolviert werden könnten.

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