BepiColombo, Europe's first mission to Mercury

Die Sonde BepiColombo, als sie sich noch auf der Erde befand

© EPA / ESA/STEPHANE CORVAJA HANDOUT

Science
04/10/2020

Merkur-Sonde BepiColombo war letztmals in Erdnähe

Nach dem Bremsmanöver startete die Reise zum kleinsten Planeten des Sonnensystems.

Die Merkur-Sonde BepiColombo näherte sich am Freitag früh letztmals der Erde bevor sie ihre Reise zum kleinsten Planeten des Sonnensystems fortsetzte. Um 6.25 Uhr hat sich die europäisch-japanische Merkur-Mission mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Kilometern pro Sekunde bis auf 12.700 Kilometer der Erde genähert.

In den Weiten des Sonnensystems, durch das die Merkursonde gerade kreist, ist das ein Steinwurf. Mit dem Manöver sollte das Raumfahrzeug abgebremst werden.

Gesteuert wird die Hunderte Millionen Euro teure Mission von Experten der europäischen Raumfahrtbehörde ESA im Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt. Aufgrund der Corona-Krise allerdings nur mit einer Rumpfmannschaft. Die im Oktober 2018 gestartete Mission ist die erste europäische zum Merkur. Alleine die Kosten für die Esa liegen einer Sprecherin zufolge bei rund 1,5 Milliarden Euro.

Plan

Die Ankunft der Sonde ist aktuell für den 5. Dezember 2025 vorgesehen. Dann wird BepiColombo zwei Satelliten in Umlaufbahnen um den Merkur aussetzen. Diese werden den Planeten dann genau unter die Lupe nehmen. Die Instrumente an Bord sollen unter anderem den Nachweis erbringen, dass es in schattigen Kratern an den Polen Wassereis gibt.

Auch die Klärung des inneren Aufbaus des Merkurs steht ganz oben auf der Wunschliste der Forscher. Merkur hat ein schwaches Magnetfeld, von dem unklar ist, wie es im Inneren des Planeten erzeugt wird. Genauer untersucht wird auch die Exosphäre des Merkur. Dabei handelt es sich um eine extrem dünne Gashülle, die durch den starken Sonnenwind einem ständigen Teilchenaustausch unterliegt. 

Technik aus Österreich

Beide Satelliten werden Instrumente aus Österreich einsetzen. Das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat zwei Magnetometer und eine Ionenkamera für die Mission entwickelt. 

Weitere Missionen zum Merkur sind derzeit nicht geplant. Mit den Daten von BepiColombo werden die Forscher aber ohnehin jahrelang beschäftigt sein.