Start-ups
01.08.2016

Innovation to Company: „Turbo im Wiener Innovationsmotor“

Die Start-Up Challenge der Wirtschaftskammer Wien will durch konkrete Aufgabenstellungen Start-ups und etablierte Unternehmen zueinander bringen.

Bis zum 10. August haben Start-ups noch die Chance, ihre Projekte bei Innovation to Company einzureichen. Bei dieser Start-up-Challenge werden Lösungen für sieben etablierte Unternehmen gesucht, darunter A1, die österreichische Post und Microsoft.

„Die vorrangigen Ziele der Initiative sind Innovation für die etablierten Unternehmen, große Chancen für Start-ups in der Zusammenarbeit mit den Konzernen und mehr Wertschöpfung am Standort Wien“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien. Die WK Wien veranstaltet Innovation to Company bereits zum zweiten Mal. 2015 gab es 40 Einreichungen, aus denen je Unternehmen drei Finalisten ausgewählt und dann die Sieger gekürt wurden. „Die angestrebte Zusammenarbeit findet tatsächlich überall statt. Meistens nicht nur mit den Siegern sondern auch mit dem einen oder anderen Finalisten“, sagt Ruck.

Drei Coaches

Das System aus dem Vorjahr wird beibehalten. Die drei Finalisten je Challenge werden ab September durch die Coaches Berthold Baurek-Karlic, Martin Giesswein und Lorenz F. Edtmayer betreut und auf den Pitch Day vorbereitet.

Martin Giesswein, der ua. als General Manager von Nokia Österreich fungierte, sieht sich dabei als Dolmetscher: „Die Start-ups sprechen die Sprache: Agil, innovativ und trial&error. Die bestehenden Unternehmen sprechen die Sprache: Groß, international, Vertriebs- und Marketingorganisation. Meine Rolle ist das Vermitteln, weil ich beide Welten kenne.“ Er wünscht sich mehr solche Aktionen und tue alles, um den Standort Wien zu stärken: „Wir haben jetzt gemeinsam mit Innovation 2 Company Season 2 einen Turbo in den Wiener Innovationsmotor eingebaut bekommen. Jetzt können wir Vollgas geben.“

Lorenz F. Edtmayer ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Tailored Apps. Für ihn bieten Challenges wie Innovation 2 Company nicht nur Chancen für Start-ups, sondern auch etablierte Unternehmen: „Es müssen sich nicht nur der Staat und die Start-ups weiterentwickeln, sondern auch die großen Unternehmen. Für diese wird es essenziell sich dem Thema digitale Transformation anzunehmen. Unternehmen können durch Challenges wie Innovation 2 Company besser einschätzen, was sie überhaupt brauchen für diesen Transformationsprozess.“

Tipps für die Bewerbung

Im Gegensatz zu anderen Start-up-Wettbewerben bewirbt man sich nicht bloß für eine Kategorie, sondern konkret für eine Zusammenarbeit mit einem von den sieben teilnehmenden Unternehmen. Die Bewerbungen erfolgen mittels des Tools Dealmatrix. Giesswein empfiehlt alle Möglichkeiten des Tools auszuschöpfen: „die Informationsdichte ist hier optimal, wenn man alles ausfüllt und seinen Business Plan hochlädt.“ Er achtet besonders auf drei Faktoren: „Das Team und seine Kompetenzen, die Marktreadiness und der Businessplan. Der Businessplan ist immer nur eine Schätzung und eine Wette. Mir sind die Zahlen gar nicht so wichtig, ich versuche aus dem Plan die Smartness des Start-ups und seine internationale Ausrichtung herauszulesen.

Edtmayer legt viel Wert auf das Auftreten: „Man muss sich selbst verkaufen können. Video und Präsentation müssen in einer guten Form sein, es darf nicht einfach dahingeschissen sein. Man muss die Professionalität dahinter sehen.“ Für den Pitch hat er noch einen weiteren Tipp: „Es ist spannend, wenn sich die Start-up-Gründer mit dem Problem schon vorher beschäftigt haben, also das Start-up gegründet haben, um eine konkrete Lösung zu finden. Wenn man diese Geschichte im Pitch erzählen kann, kommt das sehr gut an.“

Fortsetzung geplant

Die Coaches haben bereits einige spannende Bewerbungen gesehen und freuen sich auf weitere. Start-ups, die die Bewerbungsfrist heuer nicht einhalten können, können auf eine Fortsetzung im Jahr 2017 hoffen. „Wir wollen mit Innovation 2 Company einen Fixpunkt am Wirtschaftsstandort etablieren und unsere Rolle als aktive Plattform zur Verbindung von etablierten Unternehmen und Start-ups stärken. Daher gehe ich davon aus, dass wir auch nächstes Jahr mit einer dritten Season fortsetzen. Die Entscheidung darüber fällt im Herbst“, sagt Ruck.

Etablierte Unternehmen sind eingeladen, bei Innovation 2 Company im nächsten Jahr mitzumachen: „Unsere Initiative ist grundsätzlich offen für alle Mitglieder. Voraussetzungen für eine Teilnahme sind der Wille zur Innovation und Bereitschaft mit dem Sieger auch wirklich neues Business zu machen.“

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit WK Wien. Die redaktionelle Verantwortung obliegt allein der futurezone-Redaktion.