Start-ups
07.08.2016

IT-Unternehmen investiert in Kochlöffel

Das Wiener Unternehmen Barrique Affairs macht aus alten Weinfässern Kochlöffel und konnte damit auch bereits Investoren finden.

Das Wiener Start-up Barrique Affairs hat eine etwas kuriose Idee realisiert. Aus alten Weinfässern werden in Handarbeit Kochlöffel gefertigt, die dann unter anderem beim Kochen den Geschmack des Weines an das Essen weitergeben soll. Was im ersten Moment eher außergewöhnlich klingt, ist bereits auf das Interesse von Investoren gestoßen.

Die österreichische Ixolit Group, die sich eigentlich auf IT-Dienstleistungen spezialisiert, hat Gefallen an der Idee gefunden und einen "hohen fünfstelligen Betrag" investiert. 26 Prozent hält das Tech-Unternehmen nun an dem Start-up, der Rest gehört den Gründern Michael Mass und Ludwiga Drucker. "Das Konzept hat nicht nur uns sehr gut gefallen, sondern auch einem unserer US-amerikanischen Partner, der mit uns gemeinsam investiert hat. Wir freuen uns, ein österreichisches Startup sowohl monetär als auch technisch zu unterstützen und hier ein völlig neues Produkt in den Markt zu bringen“, sagt Stefan Kjaer, CCO von Ixolit.

Die Idee kam uns beim Kochen, wie Mass und Drucker im Gespräch mit der futurezone erklären. „Es ist eigentlich Allgemeinwissen, dass man den Kochlöffel beim Kochen nicht mitkocht“, erzählen die Gründer. Im Spaß ist dann die Idee entstanden, dass man die Kochlöffel doch aus Weinfässern machen könnte, um hier gewünschte Geschmackskomponenten ins Essen zu bringen.

Aus Spaß wird Ernst

Aus dem Spaß wurde eine Geschäftsidee und die beiden haben damit begonnen, Weingüter zu kontaktieren, um alte Fässer zu beziehen. „Da hätten wir schon fast aufgegeben“, erzählt Mass, als erste Anfragen nach gebrauchten Fässern abgelehnt wurden. Nach weiterer Suche fand man aber schließlich doch Weingüter, die bereit waren, ihre Fässer herzugeben. Wie viel das Unternehmen für ein gebrauchtes Fass bezahlt, will man nicht verraten, da die Preise auch von vielen Faktoren abhängen und darum sehr schwanken. Ein Weinhändler bezahlt für ein neues Barriquefass rund 1000 Euro, in Verwendung ist ein Fass für rund drei bis fünf Jahre.

“Liebhaberprodukt”

Jeder Löffel wird laut den Unternehmern in Handarbeit hergestellt. Auch hier sei es anfangs schwierig gewesen, Tischler zu finden, die dieses alte Handwerk beherrschen. Fündig geworden sind sie bei Georg Mähring, der den Löffel in der Steiermark herstellt.

Kocht man mit dem Weinfass-Löffel gibt er laut den Machern einen speziellen Geschmack in die Speise ab. “Es hat einen eigenen, wohltuenden Geschmack”, so Mass. Der Löffe gebe den Speisen eine spezielle Note. Natürlich muss man sich überlegen, ob die Speise, die man gerade kocht, eine ist, wo man diesen holzigen Weingeschmack drinnen haben möchte, wie Mass erklärt.

Lifestyle-Produkt

Nicht jeder wird mit dem Löffel aber auch tatsächlich kochen. Viele dürften es auch einfach als Lifestyle-Produkt betrachten. Den Anteil der Käufer, die den Kochlöffel tatsächlich verwenden schätzt Mass auf 50 Prozent ein. In der Gastronomie werden die Löffel übrigens ohnehin nicht eingesetzt, hier sind Holz-Kochlöffel mittlerweile nicht mehr erlaubt.

Mass und Drucker setzen mit dem Produkt auch auf den zunehmenden Trend zu nachhaltigen Produkten. Derzeit versuche man einen Vertrieb auf die Beine zu stellen und Shops zu finden, die den Löffel in ihr Sortiment aufnehmen. Derzeit sind die Kochlöffel lediglich online über ihre Webseite zu beziehen. Ein Stück der aktuellen Serie kostet 95 Euro.