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Werbeplanung.at-Summit Facebook bei unmotivierten Studenten sinnlos.

Foto: apa
Tanja Jadin, Professorin an der FH OÖ sieht im Social-Media-Einsatz an Hochschulen großes Potenzial. Solche Plattformen würden die beste Möglichkeit bieten, um mit Jugendlichen zu kommunizieren. Der Zugriff auf ein soziales Netzwerk reiche aber nicht, um die Motivation aller Studenten zu steigern.

Professoren der FH OÖ versuchen seit längerem ihre Studenten mithilfe von Facebookgruppen zu vernetzten. Dazu führte  FH-Professorin Tanja Jadin Umfragen durch und präsentierte die Ergebnisse auf dem Werbeplanung.at-Summit. Sie kam zum Ergebnis, dass der Einsatz von sozialen Netzwerken bei manchen Studenten sinnlos ist. Denn wie Jadin beobachten konnte, sind auch sonst eher unbeteiligte Studenten in ihrer Facebook-Gruppe nicht aktiver geworden. Die Motivation schien trotz neuer Medien und Abwechselung im normalen Studentenunterricht nicht zu steigen. Die "Poster" und "Liker" seien immer die gleichen geblieben. Der Männeranteil an fleißigen Postern und Kommentar-Schreibern sei etwas größer als der der Frauen.

Außenseiter durch fehlendes Facebook-Profil
Studierende, die keinen Facebook-Account und somit keinen Zugriff auf die Gruppe haben, können laut Jadin recht schnell den Anschluss verpassen. Als Beispiel zog sie eine Studierende heran, die aufgrund ihres nicht vorhandenen Facebook-Profils nichts mehr von den anderen mitbekam und dadurch von der Gruppe praktisch ausgeschlossen wurde. Hier sieht die Professorin eindeutig einen großen Nachteil beim Einsatz von sozialen Medien. Denn man könne schließlich niemanden zwingen, täglich oder wöchentlich eine Webseite aufzurufen, die er oder sie für total uninteressant halte.

Auffallend sei auch, dass im universitären Bereich die Nutzung von Google+ und Twitter in Österreich kaum verbreitet sei. Die meisten Fachhochschulen und Studenten könnten zwar einen Account aufweisen, sind in diesem aber nicht aktiv. "Die Nutzung dieser Netzwerke befindet sich noch im Aufbaustadium. Das wird sich in Zukunft aber sicherlich noch ändern", so Jadin.

Geschützte Facebook-Gruppen
Bei einer Umfrage von Jadin sprachen sich die Studenten gegen die Gruppengründung für einzelne Lehrveranstaltungen aus. Eine normale Handhabung der Unterlagen und normaler Unterricht sei hier erwünscht. Ansonsten ist die Verwendung von Gruppen für die meisten Studierenden und Lehrenden nicht mehr wegzudenken. Die FH OÖ sichert zu, dass der Zugang zu FH-eigenen Gruppen nur Berechtigten vorbehalten ist. Unbeteiligte können die Inhalte der Gruppe nicht sehen und maximal um einen Beitritt anfragen.

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(Angelika Golser) Erstellt am 13.07.2012, 18:45

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