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Raumfahrt TU Wien forscht für Marsmission.

Foto: TU Wien
Ein neues Gerät soll Knochen- und Muskelschwund bei langen Weltraummissionen verhindern. Auch Komapatienten könnten von den Forschungsergebnissen profitieren.

Am Freitag, den 4. November geht in Moskau das Experiment “Mars 500” zu Ende. Darin wurde mit sechs Freiwilligen eine Marsmission simuliert. Die Personen wurden dabei 520 Tage lang von der Außenwelt isoliert, um zu untersuchen, wie sich die schwierigen Bedingungen auf die Menschen auswirken. Dabei kam ein Trainingsgerät zum Einsatz, das mit Unterstützung der TU Wien entwickelt wurde. Außerdem haben Sportwissenschaftler der Universität Wien, sowie Biomediziner aus Moskau dabei mitgewirkt.

Das Gerät soll dabei helfen, Muskel- und Knochenschwund in der Schwerelosigkeit entgegen zu wirken. Bislang gab es kein Trainingsgerät für Weltraumaufenthalte, die dieses Problem gänzlich lösen konnte. Aufgrund fehlender Erdgravitation ist es schwierig, genügend Widerstand für ausreichend intensives Training zu generieren. Das wurde nun mittels eines Elektromotors gelöst.

Das Gerät dient jedoch nicht nur dem Training - es kann auch für Diagnosezwecke eingesetzt werden. So kann der Zustand und der Kraftverlauf bestimmter Muskelgruppen beobachtet werden. Das trägt natürlich auch zur besseren Effizienz des Trainings bei: „Unser Krafttraining soll möglichst effizient und zeitsparend sein – schließlich ist die Zeit von Weltraumreisenden wertvoll“, meint Roman Talla, der an der TU Wien an dem Projekt beteiligt war.

Ob die entwickelte Technologie nun wirklich auch im Weltall zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest, entsprechende Verhandlungen sind laut der TU noch nicht abgeschlossen. In weiterer Zukunft wäre auch ein Einsatz auf der internationalen Raumstation ISS denkbar. Die Technologie könnte in Zukunft auch bei der medizinischen Rehabilitation von Komapatienten eingesetzt werden. Auch dort ist Muskel- und Knochenschwund ein großes Problem.

(futurezone) Erstellt am 02.11.2011, 13:00

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