GPS-Spoofing-Detektor soll Diebstahl kostbarer Fracht verhindern
Lkw, Schiffe und Flugzeuge navigieren mithilfe von GPS-Satellitendaten, die ihre Position anzeigen oder diese an einen Auftraggeber übermitteln. GPS-Attacken sorgten im Transportwesen in den vergangenen Jahren jedoch mehrmals für Ärger. Beim sogenannten Jamming wird das Positionssignal vom GPS (Global Positioning System) blockiert. Man weiß dann nicht mehr genau, wo man sich gerade befindet.
Spoofing ist noch gemeiner: Statt des eigentlichen Signals empfängt man hier von einem Störsender manipulierte Zeit- und/oder Positionsdaten. Ein neues Gerät von US-Forschern soll das künftig detektieren.
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Pizza und nukleare Materialien
„Jeder nutzt Frachtüberwachung mit GPS-Tracking – sei es für persönliche Pakete, Pizza oder nukleare Materialien“, sagt der Forscher Austin Albright in einer Aussendung vom Oak Ridge National Laboratory. „Wenn GPS gestört wird, verschwindet die Lieferung, und man weiß nicht, wo man reagieren soll – aber zumindest weiß man, dass etwas nicht stimmt. Spoofing ist beängstigender, weil sich alles weiterhin so verhält, wie man es erwartet. Man glaubt also, alles sei in Ordnung, obwohl das nicht der Fall ist.“
Grafik: Der Detektor soll manipulierte GPS-Signale erkennen.
© DOE/Oak Ridge National Laboratory
GPS-Signale einfach zu kopieren
Im Gegensatz zu militärischen Systemen sind zivile GPS-Empfänger nicht durch Verschlüsselung geschützt. Da der Aufbau der Signale allgemein bekannt ist, können sie leicht kopiert und verändert werden.
Angreifer können gefälschte Signale daher einfach via Satellit in ein Gebiet senden, in dem sich Schiffe oder Flugzeuge befinden, die sie vom Kurs abbringen wollen. Auf diese Weise wurden bereits Frachtschiffe in die Irre gelockt. Auch eine Drohne mit einem leistungsstarken Sender könnte dafür genutzt werden.
Manipulierte Lkw-Routen
Spoofing funktioniert aber auch andersrum: Im Oktober 2025 übernahmen Kriminelle in den USA 2 Lkw, die 24.000 Flaschen Luxus-Tequila transportierten. Sie sendeten ein gefälschtes GPS-Signal an die Auftraggeber, sodass diese nicht mehr orten konnten, wohin die Ladung verschwunden war. Anstelle des eigentlichen GPS-Signals erhielt die Tequila-Firma eines, das die Lkw Hunderte Kilometer entfernt anzeigte.
Damit solche Fälle künftig vermeidbar sind, haben die US-Forscher ein neuartiges Gerät entwickelt, das eine Signalmanipulation erkennen soll – unabhängig davon, ob ein einzelnes oder mehrere GPS-Signale gefälscht wurden. Das System funktioniert laut den Forschern auch dann, wenn das Fake-Signal genauso stark ist wie das echte – eine Eigenschaft, die bisher kein anderes System bietet.
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Berechnung auf lokaler GPU
Basis des tragbaren Detektors ist eine Technologie namens Software-Defined Radio (SDR). Eine Software berechnet in Echtzeit auf einer lokalen GPU-Einheit, ob eine Funkfrequenz manipuliert wurde. Was dann genau passiert, verraten die Forscher in der Aussendung nicht – man kann jedoch davon ausgehen, dass das System in dem Fall Alarm schlägt. Software und Sensoren sollen dank einer extrem hohen Empfindlichkeit verfälschte Signale erkennen.
Laut Experten sind bessere Erkennungsmethoden für Spoofing dringend notwendig. Der erste zivile Spoofer zur Manipulation von GPS-Signalen wurde 2008 von US-Forschern entwickelt, doch die Bedrohung wurde zunächst nicht ernst genommen. Erst als Russland 2018 im großen Stil in Regionen wie der Krim den Schiffsverkehr störte, begann man, das Problem zu erkennen.
Spoofing wird zunehmend auch von kleineren kriminellen Organisationen genutzt. In den USA verwenden Kriminelle dazu Störsender, die als „Geräte zum Schutz der Privatsphäre“ frei verkäuflich sind.