KI wird Immigration beenden, sagt Palantir-Chef
Der Chef der Datenfirma Palantir, Alex Karp, ist für mitunter provokante Aussagen bekannt. Beim Weltwirtschaftsforum Davos soll er nun gesagt haben, dass Staaten wegen KI in Zukunft keine Einwanderung mehr brauchen werden. Das berichtet das Wirtschaftsmedium Bloomberg.
„Es wird mehr als genug Jobs für die Bürger Ihrer Länder geben. Vor allem für diejenigen mit einer guten Berufsausbildung“, richtete Alex Karp der versammelten Elite bei einem Gespräch mit dem BlackRock-Chef Larry Fink in der Schweiz aus. „Ich glaube, diese Entwicklungen machen es wirklich schwer vorstellbar, warum man große Zuwanderung haben sollte. Es sei denn, jemand verfügt über sehr spezielle Qualifikationen.“
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Karp ändert seine Meinung
Palantir wird oft vorgeworfen, großangelegte, auf KI und andere Datentechnologien basierende Überwachungsprojekte zu betreiben. Obwohl sich Karp selbst in der Vergangenheit kritisch über die Massenausweisungen von Migranten in den USA geäußert hat, hat er in jüngster Vergangenheit andere Töne angeschlagen. Er sagte etwa, dass sich sein Unternehmen Palantir „anti-woker“ Technologie verschreibe, und unterstützte öffentlich Trumps hartes Vorgehen gegen Migration.
Seine Aussagen in Davos legen nahe, dass KI einen großen Teil jener Arbeit übernehmen könnte, die heute von Migranten ohne spezielle Qualifikationen erledigt wird. Dabei übernehmen gerade in Ländern wie den USA Migranten Jobs in der Landwirtschaft oder in der Pflege.
Zwar wären humanoide Roboter hier eine denkbare KI-Alternative, etwa beim Pflücken von Obst auf Plantagen oder am Bau. Allerdings sind solche Geräte technisch noch lange nicht ausgereift genug dafür. Außerdem werden sie dafür auch noch einige Zeit viel zu teuer sein. Vielleicht meint Karp aber auch, dass die Amerikaner selbst künftig keine anderen Jobmöglichkeiten mehr haben werden als solche im Niedriglohnsektor.
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Keine Jobs mehr für Studierte?
Laut Karp werden aber solche Tätigkeiten, für die man keine speziellen Qualifikationen braucht, sowieso nicht die ersten sein, die von KI ersetzt werden, wie Business Insider berichtet. Eher treffe es jene einer „Elite“, zu der er sich selbst zählt. Besonders düster sieht es laut Karp für Menschen aus, die geistes- oder kulturwissenschaftlich ausgebildet sind. Für diese ließ sich Karp in Davos zu einer deutlichen Prognose hinreißen: KI werde „geisteswissenschaftliche Jobs zerstören!“. Er selbst hat Philosophie studiert.
Nicht alle beim Schweizer Wirtschaftsgipfel versammelten Entscheiderinnen und Entscheider teilen Karps Ansichten. Stattdessen glauben manche, dass es bei den Jobs der Zukunft insbesondere auf kritische Denkfähigkeiten ankommen wird, die bei geisteswissenschaftlichen Ausbildungen oft im Vordergrund stehen.
Gegenüber Business Insider sagte etwa der Anthropic-Manager Dario Amodei, dass auch Techniker wegen KI künftig weniger gefragt sein könnten. Denn die Technologie übernimmt auch immer mehr Aufgaben im Bereich Programmieren und Software. Ob sich Karps gewagte Prognosen für den durch KI umgewälzten Jobmarkt bewahrheiten, wird sich zeigen.