Digital Life
28.02.2018

Palantir testete Software zur Verbrechensvorhersage in New Orleans

Das US-Unternehmen Palantir hat sechs Jahre lang ein Predictive-Policing-System in New Orleans getestet. Öffentliche Ausschreibung gab es keine.

Das Datamining-Unternehmen Palantir hat nach Recherchen von The Verge in New Orleans jahrelang Software zur Voraussage von Verbrechen zum Einsatz gebracht. Die Software sei unter anderem zur Identifikation von Mitgliedern mehrerer Drogen-Gangs verwendet worden, die in Gewaltverbrechen verwickelt gewesen sein sollen, heißt es.

Keine öffentliche Ausschreibung

Laut The Verge wurde der Auftrag ohne öffentliche Ausschreibung vergeben. Selbst Mitglieder des Stadtrates seien darüber nicht informiert gewesen. Auch in den Akten von Fällen, bei denen offenbar auf die Palantir-Systeme zurückgegriffen wurde, ist der Einsatz nicht vermerkt.

In New Orleans kam die Technologie offenbar direkt auf Anweisung des Bürgermeisters zum Einsatz. Die Partnerschaft der Stadt mit dem Big-Data-Unternehmen, dem ein Naheverhältnis zu US-Geheimdiensten nachgesagt wird, startete 2012 und ist laut The Verge drei Mal verlängert worden. Ob die Software noch immer im Einsatz ist, ist nicht bekannt.

Umstritten

Predictive Policing gilt wegen seiner Implikationen für Bürgerrechte als umstritten. Auch an der Aussagekraft der Systeme wird gezweifelt. Palantir verkauft ähnliche Systeme auch an Geheimdienste, die sie zur Terrorbekämpfung einsetzen. Mit solchen Systemen würden Listen potenzieller Terroristen erstellt, zitiert The Verge einen ehemaligen Polizisten. In New Orleans verfolge man jedoch nicht die Al-Kaida. Für die Anforderungen lokaler Polizeiarbeit sei das System völlig ungeeignet.