Digital Life

Nvidia-Chef: KI könnte Service kreieren, der Milliarden verdient

Der Podcaster Lex Fridman spricht regelmäßig mit Persönlichkeiten aus der Tech-Szene. In der neuesten Folge sprach er mit Jensen Huang. Dort sagte der Nvidia-Chef, die Menschheit sei nun im Zeitalter von AGI („Artificial General Intelligence“, AGI) angekommen – zumindest, wenn man von einer bestimmten AGI-Definition ausgeht.

Fridman fragte ihn, wann es so weit sein wird, dass „KI in der Lage ist, deinen Job zu machen, also eine mächtige und erfolgreiche KI-Firma zu starten, zu führen und wachsen zu lassen“. Die Firma sollte mehr als eine Milliarde Dollar wert sein. Ein KI-Programm wie OpenClaw wäre selbst zuständig für das Produkt, müsste Kunden finden und ein Team führen. Ohne zu zögern, entgegnete ihm Huang: „Ich glaube, das ist jetzt. Wir haben AGI erreicht“, meinte er.

➤ Mehr lesen: Nvidia Digits: Ein KI-Supercomputer für den Schreibtisch

OpenClaw kann Apps erstellen

Dann wurde Huang aber offenbar bewusst, dass er sich womöglich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte. Für nachhaltigen Erfolg brauche es nach wie vor Menschen. 

So gab es in der Vergangenheit bereits einfache Webservices oder Apps, die sehr einfach entwickelt waren und dennoch Milliarden verdient hätten. Dann sind sie aber still und heimlich verschwunden. Dies sei in der Internet-Ära bereits mehrfach passiert.

„Die meisten waren nicht besser als das, was OpenClaw heute generieren könnte“, so Huang. „Ich wäre nicht überrascht, wenn man einen digitalen Influencer oder eine Social-App schaffen würde, die aus dem Nichts heraus entstehen und die direkt erfolgreich sind.“ Einige User würden KI-Agenten bereits auf diese Art zum Geldverdienen nutzen. 

Bei NVIDIA hätte OpenClaw keine Chance

Fridman hatte aber wahrscheinlich keine App im Kopf gehabt, die zum spontanen Überraschungshit wird. Eher spielte seine AGI-Frage auf Unternehmen wie Nvidia an. Er wollte von Huang vermutlich wissen, wann KI-Programme fähig genug sind, um Weltkonzerne aufzubauen und zu leiten. Dem erteilte der Nvidia-Chef aber dann noch eine klare Absage: „Die Chance, dass Hunderttausende Agenten Nvidia bauen könnten, ist 0 Prozent.“ 

Im Silicon Valley sorgt Huang mit seinen AGI-Aussagen teilweise für Kopfschütteln. Der Großteil würde sich dort derzeit nicht dazu hinreißen lassen, zu sagen: „Wir haben AGI erreicht.“ Aber auch Sam Altman, der OpenAI-Chef, sagte im Februar zu Forbes: „Wir haben grundsätzlich AGI gebaut oder sind sehr nah dran.“ Später machte aber auch Altman wieder einen Rückzieher und sagte, sein Statement sei eher „spirituell“ und nicht „wortwörtlich“ zu verstehen, und bis zu einer tatsächlichen AGI seien noch viele Durchbrüche erforderlich. Andere Tech-Manager wie der Satya Nadella sagen aber klar, dass wir noch weit von einer tatsächlichen AGI entfernt sind.

AGI ist ein Thema, das spätestens seit der Veröffentlichung von ChatGPT im Jahr 2022 immer wieder aufkommt. Oft wird der Begriff bewusst schwammig ausgelegt: Manchmal meint man damit einfach nur, dass eine KI etwa mit einem Menschen mithalten kann, wenn es um die Erledigung anspruchsvollerer Aufgaben geht. Andere verstehen darunter wiederum eine Form von Superintelligenz, die die Leistungsfähigkeit von Menschen bei Weitem übersteigt.

Klicken Sie hier für die Newsletteranmeldung

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!