Der Rekordflug von ICARUS
20 Meter Spannweite: Das ist der größte Papierflieger der Welt
Habt ihr schon mal aus einem A3-Papier einen Flieger gefaltet? Dann habt ihr euch beim Ergebnis wahrscheinlich gedacht: „Mann, ist der groß“ - verglichen zu den üblichen Konstrukten, die man aus Schmierzetteln bastelt.
Gegenüber dem neuen Guinness-Weltrekord, für den größten Papierflieger der Welt, ist das aber winzig. ICARUS ist nämlich 7 Meter lang und hat eine Spannweite von 20 Metern.
Zum Vergleich: Eine Gulfstream G280 hat 19,20 Meter Spannweite und wird üblicherweise als Business-Jet für bis zu 10 Passagiere eingesetzt. Die G280 hat aber ein maximales Startgewicht von 18 Tonnen, während ICARUS mit 28,49 kg fliegt.
Eine Gulfstream G280
© Rafael Luiz Canossa/Wikimedia Commons
Deutscher Rekord wurde geschlagen
Damit der Rekordflug offiziell ist, musste ICARUS von einer einzelnen Person von einer 3 Meter hohen Plattform gestartet werden. Die Vorgabe war, mindestens 15 Meter zu gleiten. ICARUS schaffte sogar 59 Meter.
Damit wurde Carolo Wilhelminchen geschlagen. 2013 haben damit Studierende der Technischen Universität Braunschweig den Rekord für den größten Papierflieger der Welt aufgestellt und bis vor kurzem gehalten. Carolo Wilhelminchen war 5 Meter lang, hatte 18 Meter Spannweite und wog 24 kg. Beim Rekordversuch flog der deutsche Papierflieger 18 Meter weit.
Monatelange Arbeit, massenweise Material
ICARUS ist ein Projekt der Universität Pisa, das vom Influencer Jacopo D'Alesio (Jakidale) begleitet wurde. Studierende warfen Papierflieger zwischen 2 Vorlesungen. Daraus wurden Überlegungen, ob man aus Papier ein echtes Flugzeug bauen könne und schließlich ICARUS. Über Monate wurden Simulationen und Analysen durchgeführt.
Beim Flügeldesign orientierten sich die Studierenden schließlich an den Tragflächen von Passagiermaschinen. Um die nötige Steifheit zu erreichen, wurde das Papier in einer Honigwaben-Struktur zusammengeklebt. Bis ICARUS fertig war, wurden über das gesamte Projekt hinweg etwa 300 kg Papier und 60 kg Klebstoff verbraucht.
„Einen 20-Meter-Papierflieger zu bauen, scheint sinnlos zu sein. Und das ist es in einem gewissen Maß auch. Aber genau dann, wenn man sich am Rande der Machbarkeit bewegt, nur wegen der Herausforderung, entsteht Fortschritt“, sagt Jacopo: „Für Monate haben wir gegen Feuchtigkeit und die Erdanziehung gekämpft und für die Struktur, die Aerodynamik und jeden Millimeter Material. ICARUS fliegen und am Ende des Hangars in die Säulen crashen zu sehen, ist der Beweis dafür, dass es immer wert ist zu versuchen, das Unmögliche zu bauen.“
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