Deshalb lässt Starlink Tausende Satelliten tiefer fliegen
Der Satelliteninternetanbieter Starlink lässt 2026 rund 4.400 Satelliten tiefer fliegen, wie der Technik-Vizepräsident Michael Nicolls auf Twitter schreibt. Man werde mit einer "umfassenden Neuausrichtung der Satellitenkonstellation beginnen".
Konkret bedeutet das, dass Satelliten, die bislang in einer Höhe von 550 Kilometer unterwegs sind, auf 480 Kilometer abgesenkt werden. Dadurch soll das Risiko von Kollisionen verhindert werden, da der niedrigere Orbit nicht so überfüllt ist.
Solares Minimum naht
Ein weiterer Grund für die Neuausrichtung ist das kommende "solare Minimum", also eine Zeit mit wenig Sonnenaktivität. Diese sollen in den frühen 2030er-Jahren ihren Tiefststand erreichen.
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Momentan befindet sich die Sonne in ihrem solaren Maximum. Es gibt viele Sonnenflecken, Turbulenzen an der Sonnenoberfläche und dadurch auch vermehrt Sonnenwinde und geomagnetische Stürme, die auf die Erde treffen. Dadurch wird die Erdatmosphäre dichter, weil sie mehr aufgeheizt wird. Das zwingt die wiederum Satelliten dazu, auf höhere Umlaufbahnen auszuweichen, um nicht von der Reibung in der Atmosphäre verlangsamt zu werden und auf die Erde zu stürzen.
Wenn die Sonne weniger aktiv ist, nimmt auch die Dichte der Atmosphäre wieder ab. Doch auch das ist nicht ideal für die Starlink-Satelliten. Die haben nämlich eine geplante Lebensdauer von 5 bis 7 Jahren und müssen dann aus dem Orbit entfernt werden. Um die Satelliten verglühen zu lassen, wird der atmosphärische Widerstand genutzt. In einer Höhe von 550 Kilometern würde es aber mehrere Jahre dauern, bis die Satelliten am Ende ihrer Nutzungsdauer abstürzen. "Eine tiefere Umlaufbahn bedeutet eine ballistische Abklingzeit um mehr als 80 Prozent oder eine Verkürzung von mehr als 4 Jahren auf wenige Monate."
Beinahekollision im All
Die Ankündigung von Starlink kommt nur wenige Wochen, nachdem einer seiner Satelliten eine "Anomalie" erfuhr und eine kleine Anzahl von Objekten freigesetzt hat. Es ist unklar, wie lange es braucht, bis diese Trümmerteile in der Atmosphäre verglühen.
Wenige Tage zuvor konnte ein Starlink-Satellit nur knapp einer Kollision mit einem chinesischen Satelliten entgehen. Laut Nicholls war der Vorfall auf eine mangelnde Koordination zwischen Starlink und dem chinesischen Konkurrenten CAS Space zurückzuführen. "Wenn Satellitenbetreiber die Ephemeriden [Positionswerte astronomischer Objekte] ihrer Satelliten nicht austauschen, kann es im Weltraum zu gefährlich nahen Begegnungen kommen", schrieb er auf X.