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Wie ein Stromausfall die Zeit der Atomuhren durcheinanderbrachte

Die offizielle Zeit in den USA wird von mehreren Atomuhren im National Institute of Standards and Technology (NIST) im Bundesstaat Colorado festgelegt. Dort steht unter anderem auch die Atomuhr, die derzeit als die genaueste auf der Welt gilt. Die Uhren leiten Zeit anhand der natürlichen Eigenfrequenz bestimmter Atome ab.

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Vergangenen Mittwoch kam es in der Region um Boulder zu einem starken Sturm, der zu Stromausfällen führte. Weil im NIST-Labor ein Notstrom-Aggregat versagte, geriet die offizielle Zeit durcheinander, wie NPR berichtet.

4,8 Mikrosekunden Verzögerung

Der Stromausfall „führte dazu, dass die NIST UTC um 4,8 Mikrosekunden langsamer war, als sie hätte sein sollen“, erklärte eine NIST-Sprecherin gegenüber dem US-Medium. Das sind knapp unter 5 Millionstel einer Sekunde.

In dieser Zeitspanne legt selbst Licht nur etwa eineinhalb Kilometer zurück. Ein menschliches Blinzeln dauert etwa 350.000 Mikrosekunden, also 70.000 Mal länger.

Mess- und Distributionssystem betroffen

Tatsächlich waren es nicht die Uhren, die vom Stromausfall betroffen waren – sie tickten durch ihre Backup-Batteriesysteme unbehelligt weiter. Stattdessen war die Verbindung zwischen manchen Uhren und den Mess- bzw. Distributionssystemen unterbrochen, wie ein NIST-Physiker bei NPR erklärt.

Für die Allgemeinheit sei die winzige Verzögerung weitestgehend irrelevant. Allerdings könnte sie ernstere Konsequenzen für spezielle Anwendungen in der Telekommunikation und bei GPS-Signalen haben, so der Forscher weiter. 

NIST bietet nach eigenen Angaben „High End“-Kunden Zugang zu seinen Zeitmess-Systemen, sie wurden über die Unterbrechung informiert. Die Stromversorgung lief ab Samstag wieder normal. Noch hat das Institut jedoch nicht bekanntgegeben, dass das Problem vollständig behoben werden konnte.

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