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LG-Tablet G Pad 8.3 im Test: Ein guter Kompromiss

Tablets mit einer Displaydiagonale von weniger als zehn Zoll erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit. Neben den kompakten Abmessungen ist einer der Hauptgründe dafür wohl auch, dass die Geräte im Vergleich mit den großen Modellen eher günstig zu haben sind. Das trifft auch auf das G Pad zu, das in Österreich in der WLAN-Variante mit 16GB Speicher um weniger als 300 Euro verkauft wird. Die futurezone hat getestet, ob es seinen Preis wert ist.

Das Äußere und das Display

Die Verarbeitung des G Pads kann sich durchaus sehen lassen. Die Rückseite besteht zum Großteil aus Aluminium, das einen edlen Eindruck vermittelt. Zwar hat die metallene Oberfläche den Nachteil, dass sich Fingerabdrücke relativ hartnäckig daran festsetzen, insgesamt überwiegt jedoch der positive hochwertige Aspekt. Auch die restliche Verarbeitung bietet wenig Raum für Kritik. Die Verklebungen sind stabil und die Kanten sauber abgerundet. Die Kameralinse auf der Rückseite sitzt flach im Gehäuse, die Öffnungen für die Lautsprecher sind ebenfalls dezent ausgefallen. Abgesehen von der Power-Taste findet sich auf dem Tablet lediglich ein Schalter zum Regulieren der Lautstärke.

Das IPS-Display hat eine Auflösung von 1920 x 1200 Pixel, wodurch sich bei 8.3 Zoll eine Pixeldichte von 273 PPI ergibt. Das ist zwar nicht ganz so hoch wie etwa beim Nexus oder beim iPad, die Anzeige des G Pad ist dennoch scharf und kontrastreich.

Die Helligkeit des Displays ist ausreichend, um auch im Freien ohne größere Probleme damit arbeiten zu können. Negativ fällt im Test das Glas auf, das das Display-Panel schützt. Hierbei dürfte es sich um kein besonders robustes Material handeln, da im Test bereits nach kurzer Zeit ein unschöner Kratzer auffiel. Im Alltag sollte man darum vielleicht zu Displayschutzfolien greifen, um sich auch längerer Zeit an einer makellosen Anzeige erfreuen zu können.

Das Innere

Das G Pad von LG ist das erste Tablet des Konzerns mit FullHD-Display und ähnelt bei seinem Innenleben dem aktuellen Smartphone-Flaggschiff G2. Herstück ist Qualcomms früheres Spitzenmodell Snapdragon 600 QuadCore-CPU mit einer Taktrate von 1,7 Ghz. Arbeitsspeicher sind zwei GB vorhanden, der interne Flash-Speicher hat eine Kapazität von 16 GB, Versionen mit mehr Speicherplatz sind nicht am Markt. Da der Speicherplatz per microSD-Karte um bis zu 64GB erweiterbar ist, fällt dieser Umstand nicht weiter schmerzend ins Gewicht. In Sachen Anschlüsse ist das G Pad mit allem ausgestattet, was derzeit üblich ist: WLAN, Bluetooth, GPS sowie GLONASS sind mit an Bord. Der Akku hat eine Kapazität von 4600mAh und hält im Alltag etwa einen Tag starke Nutzung durch, was im Vergleich zu anderen Tablets ein schwacher Wert ist.

Einbußen im Vergleich zum Smartphone-Flaggschiff G2 muss man bei der Kamera hinnehmen. Die Hauptkamera des G Pad löst mit maximal fünf Megapixel auf, LED-Blitz ist keiner vorhanden. Die Ergebnisse der Kamera sind mäßig und am ehesten mit denen mehrerer Jahre alter Smartphones zu vergleichen. Die Front-Kamera hat eine Auflösung von 1,3 Megapixel und dürfte wohl in erster Linie für Videotelefonie zum Einsatz kommen. Dafür ist die Leistung ausreichend, sofern der Raum ausreichend beleuchtet ist. Lässt das Licht nach, tut sich die Kamera entsprechend schwer.

Die Software

Standardmäßig kommt das G Pad mit Android in der Version 4.2.2, das mit LGs hauseigenem Launcher ausgestattet ist. Außerdem sind eine Reihe von Apps und Funktionen vorinstalliert. So kann man das Tablet etwa durch doppeltes Antippen des Displays aufwecken, anstatt dafür den Power-Button betätigen zu müssen. In der Praxis funktioniert das allerdings nur jedes vierte bis fünfte Mal problemlos.

Ein weiteres Feature ist QPair. Damit kann der Nutzer sein Android-Smartphone per Bluetooth mit dem Tablet verbinden. Benachrichtigungen über Anrufe oder SMS werden so über das Handy an das Tablet weitergeleitet. Über die Funktion QSlide lassen sich Videos am Tablet in ein kleines, verschiebbares Fenster minimieren. Standardmäßig sind außerdem noch andere Apps wie etwa Polaris Office, Schnellübersetzer oder eine Notiz-App vorinstalliert. Insgesamt hält sich die Menge an vorinstallierten Apps gerade so in Grenzen, um nicht unangenehm aufzufallen.

Fazit

Das G Pad hat Potential, im Alltag ein angenehmer und praktischer Begleiter zu sein. Durch die kompakten Abmessungen findet es zur Not sogar in der Manteltasche Platz. Die Hardware ist stark genug, um für flüssige Bedienung im Alltag zu sorgen. Webseiten und Apps starten angenehm flott, merkbare Verzögerungen halten sich weitestgehend in Grenzen. Das Display ist scharf und lädt ein, Fotos und Videos darauf zu betrachten.

Einige von LGs vorinstallierten Apps sind im Alltag durchaus praktisch, besonders die Verknüpfung mit dem Smartphone sorgt dafür, dass man weniger Anrufe und Nachrichten versäumt, während man mit seinem Tablet beschäftigt ist. Negativ fällt die Akkulaufzeit auf. Gerade bei einem WLAN-Tablet würde man sich wünschen, zumindest etwas länger als einen Tag mit einer Akkuladung auszukommen.

Die stylische Lederhülle ist leider nicht im Lieferumfang enthalten

Im Vergleich zu anderen Sieben-Zoll-Tablets hat das G Pad durch die größere Displaydiagonale einen deutlichen Vorteil: Die erweiterte Anzeige sorgt in der Praxis für deutlich angenehmeres Arbeiten, gerade beim Browsen oder beim Ansehen von Filmen. Dafür nimmt man das etwas größere Gehäuse auch gerne in Kauf. Auch der MicroSD-Slot, der beim Nexus nicht vorhanden ist, hinterlässt einen positiven Eindruck.

Will man sich ein Tablet unter zehn Zoll anschaffen, sollte man sich das G Pad um 299 Euro (UVP) genauer anschauen.

Technische Daten

Modell: LG G Pad 8.3Maße und Gewicht: 216.8 x 126.5 x 8.3 mm, 338 GrammCPU: Snapdragon600, Quad-core 1.7 GHz Krait 300GPU: Adreno 320RAM: 2 GBBildschirm: 1200 x 1920 pixels (273 PPI)Speicher: 16GB (per microSD um bis zu 64GB erweiterbar)Akku: 4600 mAHSonstiges: WLAN ac+a/g/n, Bluetooth 4.0, GPS, GLONASS, microUSBPreis: 299 Euro (UVP)Link:Technische Daten auf der Website des Herstellers

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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