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Nuki Keypad 2 NFC im Test: Tür aufsperren, wie mit Apple Pay

Nuki hat sich mit einem raffinierten Patent und einer zuverlässigen Lösung für smarte Zutrittssysteme weltweit einen Namen gemacht. Die Grazer Firma gilt bei vernetzten Türschlössern als weltweiter Marktführer. 

Mit dem Keypad 2 NFC hat Nuki nun ein neues Gerät präsentiert, das auf dem neuesten Smart-Home-Standard Aliro aufbaut. Dadurch lässt sich eine Tür mit einem Handy per NFC entsperren - genauso, wie man mit Apple Pay oder Google Pay bezahlt. 

Ich konnte das Keypad 2 NFC von Nuki bereits vorab testen und unter die Lupe nehmen. Dabei ist schnell die Frage aufgetreten: Wer braucht heutzutage überhaupt noch einen Haustürschlüssel?

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Nuki Keypad 2 NFC

Handy statt Schlüssel

Das Tolle an dem neuen Keypad ist nämlich, dass man seinen Haustürschlüssel direkt in der Wallet seines Smartphones verstaut hat - genauso wie die Kredit- und Bankkarten. Wie beim Bezahlen im Supermarkt muss man lediglich sein Handy zum Keypad halten und schon wird die Tür aufgesperrt.

Dieser virtuelle Haustürschlüssel kann auch an andere Handy-Nutzer verschickt werden. Dort landet ein solcher Home Key ebenso in der Wallet-App des Smartphones. Der Zutritt kann zeitlich beschränkt und eingegrenzt sowie kompett widerrufen werden. Die Nuki-App ist für die Nutzung nicht zwingend notwendig.

Wie sich im Test rasch herausgestellt hat, scheint eine solche Funktionsweise tatsächlich das nächste Level für smarte Zutrittssysteme zu sein. Es hat sich aber ebenso gezeigt, dass es neue Probleme und Herausforderungen mit sich bringt.

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Nuki Keypad 2 NFC

So funktioniert's

Beim neuen Keypad 2 NFC handelt es sich übrigens nur um das Tastenfeld samt Fingerabdruck und NFC, das auf der Außenseite der Tür angebracht wird. Auf der Innenseite muss sich ein kompatibles Nuki-Türschloss befinden, das nach Eingabe des Codes, des Fingerabdrucks oder Erkennen eines NFC-Schlüssels die Tür entriegelt und aufsperrt.

Kompatibel ist das neue Keypad 2 NFC übrigens auch mit bestehenden und älteren Nuki-Türschlössern - konkret mit dem Smart Lock Ultra, dem Smart Lock Go und dem Smart Lock Pro (5. Generation). Man muss also nicht zwangsweise sämtliche Komponenten austauschen, um von den Vorteilen des neuen Keypads profitieren zu können. 

Es gibt aber noch eine weitere Voraussetzung, die nicht allzu trivial ist: Damit das Entsperren mit dem virtuellen Schlüssel in der Handy-Wallet umgesetzt werden kann, muss man entweder ein Smart-Home-System von Samsung oder von Apple in Verwendung haben.

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Über Nuki

Vor Nuki wurde sms.at gegründet

Wer vor einer gefühlten Ewigkeit über sms.at Kurznachrichten versandt hat, hatte mit den beiden Nuki-Gründern schon einmal zu tun. Die Brüder Martin und Jürgen Pansy haben nämlich ab 1999 die ehemals beliebte Webseite betrieben.

2014 haben sie Nuki gegründet, 2016 folgte der Marktstart. Keine 10 Jahre später beschäftigt das Unternehmen am Standort Graz mehr als 150 Personen aus 18 verschiedenen Nationen.

"Allein 2023 wurde mehr als eine Milliarde Mal mithilfe der Nuki-Technologie eine Tür geöffnet und somit ohne physischen Schlüssel" heißt es gegenüber der futurezone. Im selben Jahr erzielte Nuki ein Umsatzwachstum von 53 Prozent.

Ein Smart-Lock von Nuki auf der Innenseite einer Tür.

Diese Geräte sind notwendig

Sowohl bei Samsung als auch bei Apple sind die passenden Matter/Thread-Hubs notwendig. Das sind folgende Geräte: 

Apple: 

  • Apple TV 4K (3. Gen, 128 GB)
  • Apple TV 4K (2. Gen, mit Thread-Support)
  • Apple HomePod (2. Gen.)
  • Apple HomePod mini

Samsung:

  • SmartThings Hub v3
  • SmartThings Station
  • Aeotec SmartThings Hub
  • Aeotec SmartThings Hub 2

Nuki Keypad 2 NFC

Der Home Key in der Wallet

Das neue Keypad 2 NFC muss beim Setup entweder in das Home-System von Apple oder in das SmartThings-Home-System von Samsung integriert werden. In der Folge scheint das Nuki-Türschloss, das mit dem Keypad kabellos verbunden ist, im jeweiligen Smart-Home-System auf. 

Ich habe das neue Nuki-Keypad im Apple-Ökosystem getestet, in einer Samsung-Umgebung sollte es ganz ähnlich funktionieren. Um jemandem einen virtuellen Home Key zukommen zu lassen, fügt man seinem Home einen neuen User hinzu. 

Im Zuge dessen kann man dem neuen User den entsprechenden Zugriff auf die jeweiligen Smart-Home-Geräte gewähren. Lässt man ihn auch das Nuki-Schloss nutzen, kann man den Zugriff darauf zeitlich beschränken und eingrenzen.

In der Folge flattert der Home Key auf das iPhone des neuen Users. Dort befindet sich der virtuelle Schlüssel in der Wallet-App. Gleichzeitig ist der Home Key gegebenenfalls auch in der Apple Watch verfügbar.

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Beim Setup kann man sich zwischen den beiden Modi entscheiden.

Funktioniert problemlos

Um die Tür zu entsperren, hält man einfach sein iPhone oder seine Apple Watch gegen das Keypad 2 NFC. Danach wird die Tür unverzüglich entriegelt. Die Nuki-App muss man dafür nicht installiert haben. 

Im Test hat das Aufsperren auf diese Weise jedes Mal problemlos funktioniert. Das Entriegeln geschah innerhalb weniger Augenblicke. Auch das vorhin beschriebene Setup und Hinzufügen von neuen Usern ist selbsterklärend einfach und war innerhalb weniger Minuten erledigt.

Im Ökosystem eingesperrt

Wer mit seinem iPhone nun aber jemanden den virtuellen Home-Key zustecken möchte, der ein Google-Pixel-Handy oder ein Samsung-Smartphone verwendet, wird enttäuscht sein oder vor einer großen Hürde stehen - mehr dazu am Ende des Testberichts. Um jemanden in seine Apple-Home-Umgebung einladen zu können, muss jedenalls die jeweilige Mail-Adresse mit der Apple-iCloud und der aktuellen Apple-Home-App verknüpft sein. 

Ein Teilen der virtuellen Haustürschlüssel über die Handys von verschiedenen Herstellern hinweg ist leider nicht möglich. Das ist besonders schade, weil der Aliro-Standard eigentlich genau für solche Zwecke geschaffen wurde.

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Im Smart-Home-Mode wandert der virtuelle Schlüssel in die Wallet-App des Smartphones.

Ohne Wallet per NFC entsperren

Es gibt aber auch noch eine andere neue Möglichkeit, das Nuki-Türschloss mit dem Keypad 2 NFC zu nutzen. Diese Variante wird als "Nuki App Modus" bezeichnet und ist eigentlich selbstredend. Unabhängig vom Apple-Home-System wird dabei das Keypad ebenso per NFC angesprochen. 

In diesem Fall benötigt man die Nuki-App, in der man als User auch registriert sein muss. Das Aufsperren der Tür funktioniert im "Nuki App Modus" genauso wie bei der zuvor beschriebenen Variante mit dem Apple-Home-Key - gleich zuverlässig und gleich schnell. 

Der einzige Unterschied ist, dass sich in der Wallet-App kein Home-Key befindet. Der Schlüssel wird quasi nicht von der Apple-Wallet sondern direkt von der Nuki-App abgegriffen. Als User bemerkt man eigentlich keinen Unterschied, auf welche Weise die Tür entriegelt wird.

So sieht der Home Key in der iPhone-Wallet aus.

Fingerabdruck, Zutrittscode und Auto-Unlock

Und dann gibt es noch die weiteren, üblichen Möglichkeiten, eine Tür mit dem Keypad und einem Nuki-Türschloss aufzusperren: mittels Fingerabdrucks und mittels Zutrittscode. Will man jemandem nur einen zeitlich begrenzten Zutritt gewähren, lässt sich dies beim Erstellen eines Zutrittscodes festlegen. 

Auf diese Weise können insgesamt 200 verschiedene Zutrittscodes auf dem Keypad 2 NFC hinterlegt werden. Gleichzeitig lassen sich dort auch 20 verschiedene Fingerprint und 35 virtuelle Schlüssel hinterlegen. 

Darüber hinaus lässt sich ein Nuki-System so einstellen, dass die Tür bereits bei der bloßen Annäherung entriegelt wird. Dafür braucht man weder Fingerprint noch Zutrittscode oder Home Key. Sobald sich eine Bluetooth-Verbindung aufbaut, wird die Tür entsperrt. 

Damit dieses Auto-Unlock getriggert wird, muss man zuvor einen bestimmten Bereich, etwa 100 Meter Umkreis, überschreiten. Erst wenn man wieder zur Wohnung zurückkehrt und in diesen Bereich kommt, funktioniert das automatische Entsperren. Wenn man nur schnell den Müll runterbringt, kann man nicht auf Auto-Unlock zurückgreifen.

Wenn man die Tür mittels Home Key entsperrt, gibt es eine kleine Animation auf dem iPhone zu sehen. 

Strom, Datenschutz und Sicherheit

Das Keypad 2 NFC wird wie gewohnt entweder per Klebestreifen oder per Schrauben montiert. Die Energie holt es sich aus 2 handelsüblichen AAA-Batterien, die ungefähr 12 Monate durchhalten sollten. 

Wie immer bei den smarten Türschlössern von Nuki gilt auch hier: Eine Tür lässt sich immer auch per Hand beziehungsweise mit dem gewöhnlichen, physischen Schlüssel öffnen. Das ist beruhigend, sollte es dennoch einmal zu einem Fehler kommen oder der Akku ausgehen.

Nuki Keypad 2 NFC

Fazit

Das neue Nuki Keypad 2 NFC zeigt, in welche Richtung es bei smarten Zutrittssystemen geht. Dass der Haustürschlüssel von der Hosentasche in die Wallet-App am Smartphone wandert, ist eine logische Entwicklung

Das neue Keypad von Nuki macht die Zukunft des Entsperrens bereits jetzt möglich. Sowohl der Home Key in der Handy-Wallet als auch das NFC-Entsperren im Nuki-App-Modus funktionieren zuverlässig und in wenigen Augenblicken. Insofern gibt es keinen Grund mehr, den Schlüssel aus der Tasche oder aus dem Rucksack zu kramen. 

Mit dabei haben wird man einen Schlüsselbund ziemlich sicher aber auch weiterhin. Einerseits weil möglicherweise das Haustor, eine Garage oder ein Gartentor damit zu öffnen ist. Andererseits auch deswegen, weil man wohl schließlich ein Backup haben möchte, sollte es doch zu unvorhersehbaren Fehler kommen. 

Die riesengroße Erleichterung bringt das neue Keypad aber auch nicht. In diesem Fall ist das Entsperren per NFC nur eine zusätzliche Möglichkeit. Ob es schneller und einfacher ist, als den Zutrittscode einzugeben oder kurz den Finger auf den Sensor zu halten, kann jeder für sich selbst entscheiden. 

Im pirivaten Bereich ist die Verwaltung der virtuellen Home Keys eine Herausforderung und nicht wirklich alltagstauglich. Da bietet die Zutrittsverwaltung mittels Nuki-App-Mode oder gar per Code deutlich mehr Flexibilität. Diesen kann ich ebenso zeitlich begrenzen und mehreren Personen zukommen lassen, ohne dass sie die Nuki-App verwenden müssen. 

Eines zeigt aber der Home Key ganz deutlich: Sollte bei der herstellerübergreifenden Funktionsweise noch nachgebessert werden, stellt ein solches System für Hotels, Fitnessstudios, Shared-Spaces, Ferienwohnung, Büros, Wohngemeinschaften und ähnliche Räumlichkeiten eine besonders praktische Zutrittsverwaltung dar.

Woran es hakt und wie es sein sollte

Die Zutrittsverwaltung für einen Home Key in der Wallet-App am Smartphone hakt leider noch gewaltig. Und zwar deswegen, weil das Ausstellen und Teilen solcher virtuellen Schlüssel unnötig kompliziert erscheint. 

Dass es aus technischer Sicht und aus Sicherheitsgründen einen Unterschied macht, ob ich ein Konzertticket oder einen Haustürschlüssel teile, ist nachvollziehbar. Als Nutzer stelle ich mir die Nutzung eines Home Key in der Handy-Wallet aber dennoch genauso vor, wie das mit Boarding-Passes und Tickets längst problemlos funktioniert. Man bekommt beispielsweise eine E-Mail, in der die entsprechende Datei angehängt ist. 

Mit einem Klick darauf wandert das Ticket, der Boarding-Pass oder eben der virtuelle Haustürschlüssel in meine Wallet am Handy - unabhängig davon, ob ich ein Samsung-Smartphone, ein iPhone oder Pixel-Phone von Google verwende. Die Zutrittsverwaltung für die jeweiligen Schlüssel soll über die App des Smart-Lock-Anbieters ablaufen - in diesem Fall eben in der Nuki-App. 

Es scheint, als hätte sich Nuki hier bemüht, eine möglichst einfache Handhabe für die neueste Funktion zu bieten, scheitert aber offenbar an der alten Weisheit, dass zu viele Köche den Brei verderben. Dass für die Verwendung eines solchen Home Keys überhaupt irgendwelche Apple-Home-Geräte beziehungsweise Samsung-Home-Geräte notwendig sind, ist nämlich nicht gerade nutzerfreundlich

Die Übertragung eines Home Key zwischen den beiden Ökosystemen sei derzeit zwar möglich, schreibt Nuki in einem Mail an die futurezone. "Aktuell wird die Funktion nur unterstützt, wenn die Einrichtung zunächst in Apple Home vorgenommen und Samsung SmartThings erst im Anschluss eingebunden wird." Das ist jedoch alles andere als praxistauglich.

Nuki hat auf futurezone-Anfrage bestätigt, dass man in ständigem Austausch mit den Wallet-Anbietern stehe, um die systemübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern. "Zu künftigen Updates oder Zeitplänen können wir momentan keine Angaben machen", heißt es von Nuki.

Die Preise

Das Nuki Keypad 2 NFC gibt es im Nuki-Webshop oder auf Amazon für 179 Euro. Das Nuki Keypaad 2 ohne NFC-Funktion kostet aktuell 145 Euro. Das passende Türschloss Smart Lock Ultra kommt auf 349 Euro, das Smart Lock Pro auf 260 Euro und das Smart Lock Go ist ab 139 Euro zu haben. 

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Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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