Science

Video zeigt Explosion der Jeff-Bezos-Rakete New Glenn

Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Amazon-Chef Jeff Bezos, muss einen herben Rückschlag verkraften. Ihre Schwerlastrakete New Glenn explodierte bei einem Test auf der Startrampe am Cape Canaveral. Ein Video von Spaceflight Now zeigt, wie zunächst Rauch unter der 98 Meter hohen Rakete aufsteigt - und diese dann in einem gewaltigen Feuerball explodiert. Bei dem Vorfall wurde nach Behördenangaben niemand verletzt.

Satelliten für Amazon-Internet

Die Rakete scheint beim Zünden der Triebwerke während eines sogenannten "Static Fire"-Tests explodiert zu sein, schreibt Spaceflight Now. Bei diesem Test bleibt die Rakete am Boden verankert, und die Triebwerke werden nur kurz gezündet. 

Wie verheerend die Zerstörung am Startplatz selbst ist, ist noch unklar, es dürfte aber zumindest ein Blitzableiter-Turm beschädigt sein. Blue Origin hat allerdings nur diesen einen Startplatz, den Launch Complex 36, auf der Cape Canaveral Space Force Station. Daher dürfte es zu einigen Verzögerungen für weitere Starts kommen. 

Eigentlich sollte sie am 4. Juni mehrere Satelliten für den Starlink-Konkurrenten Amazon Leo ins All bringen. Es sollte der erste von 24 Starts für das Satellitennetzwerk werden. 304 Satelliten sind dabei schon im Erdorbit, zuletzt wurden 32 von der neuen europäischen Rakete Ariane 64 ins All gebracht. 

➤ Mehr lesen: Europas Rakete Ariane 6 startet erstmals mit 4 Boostern ins All

Blue Origin spricht von "Anomalie"

"Es ist ein sehr harter Tag", erklärte Bezos auf Onlinedienst X nach der Explosion. "Es ist noch zu früh, um die Ursache zu kennen. Aber wir arbeiten bereits daran, sie zu ermitteln." Von Seiten seines Unternehmens hieß es zu dem Test der New-Glenn-Rakete nur knapp: "Wir haben während des Zündungstests eine Anomalie festgestellt." Zudem versicherte Blue Origin, dass von dem beteiligten Team niemand vermisst werde.

➤ Mehr lesen: Wieso sieht die Rakete von Jeff Bezos wie ein Penis aus?

"Ich bin dankbar, dass keine Verletzungen gemeldet wurden", erklärte Floridas Kongressabgeordneter Mike Haridopolos, in dessen Wahlkreis Cape Canaveral liegt. Er habe bereits mit dem Chef der US-Raumfahrtbehörde NASA, Jared Isaacman, wegen der Explosion Kontakt gehabt.

Isaacman schrieb seinerseits auf X: „Die Raumfahrt ist unerbittlich, und die Entwicklung neuer Trägerraketen mit hoher Nutzlastkapazität ist außerordentlich schwierig.“ Die NASA werde nun mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, „um eine gründliche Untersuchung dieser Anomalie zu unterstützen, die kurzfristigen Auswirkungen auf Missionen zu bewerten und wieder Raketen zu starten“.

➤ Mehr lesen: Bye Bye, Blue Origin: Keine weiteren Trips für Weltraumtouristen

Jeff Bezos" Blue Origin konkurriert mit dem SpaceX-Unternehmen von Elon Musk

Die New-Glenn-Rakete spielt eine zentrale Rolle bei den Raumfahrtambitionen von Jeff Bezos. Blue Origin konkurriert dabei mit SpaceX. Beide Firmen sind unter anderem Dienstleister für das Artemis-Programm der NASA. Sie entwickeln unter anderem jeweils eine Mondlandefähre. Musk äußerte auf X seine Anteilnahme für den Konkurrenten und nannte die Explosion der New-Glenn-Rakete "höchst bedauerlich". 

Klicken Sie hier für die Newsletteranmeldung

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!