KI-Assistent aus Österreich plant Urlaub mit Echtzeitdaten
Die Vorfreude auf den nächsten Urlaub ist groß – Sonne, Strand und Abenteuer rücken in greifbare Nähe. Doch zwischen Traum und Realität steht oft eine Hürde: die aufwendige Organisation. Stundenlanges Recherchieren, Preise prüfen, das Abgleichen von Öffnungszeiten, Wetterprognosen oder ausverkaufte Attraktionen am Reiseziel rauben Zeit und Nerven. Und je mehr Optionen zur Auswahl stehen, desto schwerer fällt die Entscheidung. Dieses Phänomen – bekannt als das „Auswahlparadox“ – wird durch die Informationsflut im Internet noch verstärkt.
Eine Studie des Marktforschungsunternehmens YouGov belegt: 62 Prozent der Befragten in Deutschland empfinden mindestens einen Teil der Buchung als stressig. Für Abhilfe sorgt zum Teil Künstliche Intelligenz (KI): So sehen rund 40 Prozent der Befragten in KI eine wertvolle Unterstützung bei der Urlaubsplanung.
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Individuelle Vorschläge
Hier setzt das von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderte Projekt AICAT (AI Calendar Assistant Tool) an. Der KI-Urlaubsassistent, der von der Softwarefirma LuxActive entwickelt wird, lernt die Vorlieben und Gewohnheiten seiner Nutzer kennen, greift auf Echtzeitdaten wie Wetter, Öffnungszeiten oder Restplätze zu und erstellt daraus individuelle Vorschläge. Alle geplanten und gebuchten Aktivitäten werden dabei in einem Kalender gesammelt.
© LuxActive
Im Hintergrund arbeitet ein Chatbot auf Basis sogenannter Large Language Models (LLMs). Diese KI-Systeme können natürliche Sprache verstehen. „Es werden kaum Basisinformationen benötigt, damit AICAT mit Empfehlungen und Services für Touristen loslegen kann. Je mehr Daten allerdings verfügbar sind, desto besser kann AICAT auf individuelle Bedürfnisse eingehen“, sagt LuxActive-Inhaber Marian Lux gegenüber der futurezone. Die Informationen dafür holt sich AICAT unter anderem aus statischen Quellen wie PDF-Dateien – etwa Flyer oder Hotelmappen – sowie aus diversen Webdiensten, einer Datenschnittstelle der Österreich Werbung oder der digitalen Plattform oHA, die Tourismusdaten aus ganz Österreich bündelt.
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Hybride KI
Für Geheimtipps und freie Restplätze kombiniert LuxActive generative KI mit klassischen Algorithmen und neuronalen Netzwerken. „Durch jahrelange Erfahrung in zahlreichen Projekten haben wir einen besonders effizienten Ansatz entwickelt, welcher auf hybride KI setzt“, erklärt Lux. Das Programm zerlegt Anfragen in Teilaufgaben und löst diese mit verschiedenen Werkzeugen wie Websuche, Übersetzungen, Datenbankabfragen oder Berechnungen. Dabei entscheidet die KI selbst, welches Modell oder Werkzeug am besten geeignet ist.
Das System lernt außerdem bei der Nutzung laufend dazu – insbesondere durch sogenanntes Reinforcement Learning. Dabei probiert die KI verschiedene Lösungen aus und merkt sich, was gut funktioniert hat. „Wurde die Aufgabe mit einem Werkzeug besonders gut gelöst, wird das mittels Reinforcement-Learning-Algorithmus in einem KI-Modell hinterlegt. Und falls nicht, ebenfalls“, sagt Lux. Ob etwas gut oder schlecht gelöst wurde, erkennt das System durch freiwilliges Feedback der Nutzer, durch ihr indirektes Verhalten wie zum Beispiel das Ignorieren einer Antwort, sowie durch ein eigenes Sprachmodell, das ausschließlich für die Bewertung zuständig ist.
Spontane Änderungen
Das Besondere an AICAT ist seine Fähigkeit, spontane Änderungen zu tätigen. „Gerade hier entfaltet sich seine Stärke“, sagt Lux. Wird etwa ein Kind vor einer gebuchten Wanderung krank, kann der Chatbot die Aktivität stornieren, einen Ersatztermin buchen und gleichzeitig einen passenden geöffneten Kinderarzt finden.
Außerdem soll er helfen, Übertourismus zu vermeiden, indem freie Kontingente besser verteilt werden. Dadurch könnten überfüllte Orte und Umweltbelastungen reduziert werden.
Datenschutzkonform
Der multilinguale Chatbot wird datenschutzkonform in der EU betrieben und kann nicht nur für Urlaube in Österreich, sondern auch international genutzt werden. Laut Lux kommt AICAT ohne externe Cloud-Dienste aus. Das spare nicht nur Kosten, sondern sorge auch für mehr Kontrolle. AICAT soll in die Plattform oHA integriert werden. Plattformbetreiber sind etwa Hotels oder Tourismusverbände.
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Der erste Einsatz ist Ende 2026 in Werfenweng in Salzburg beim Tourismusverband und einigen Beherbergungsbetrieben geplant. Die Anwendung läuft direkt im Browser des Handys oder Computers. Der Assistent könne auch mit anderen Buchungsplattformen verbunden werden. „Wir sind offen, mit anderen Plattformen zu kooperieren“, sagt Lux.
Diese Serie erscheint in redaktioneller Unabhängigkeit mit finanzieller Unterstützung der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).
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