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China
02/21/2011

Alibaba-Chef tritt wegen Betrügereien zurück

Online-Händler nutzten die führende, chinesische eCommerce-Plattform für kriminelle Geschäfte. CEO David Wei zieht die Konsequenz und tritt zurück. Der neue Chef, Jonathan Lu, soll das Vertrauen in die Plattform wieder aufbauen.

David Wei, CEO des chinesischen Internet-Portals Albibaba.com ist zurückgetreten. Eine interne Untersuchung hatte ergeben, dass Mitarbeiter der Firma absichtlich mehr als 2300 Betrügern erlaubt hatten, zertifizierte Online-Shops zu betreiben. „Es ist ein Zusammenbruch der Integrität unserer Firma“, so die Conclusio. Neben Wei tritt auch COO Elvis Lee zurück, wobei das Unternehmen in einer Stellungnahme betonte, dass die beiden Manager keine Schuld tragen und in die betrügerischen Vorfälle nicht involviert waren.

Die Betrugsvorwürfe wurden erstmals Ende 2009 laut. Alibaba, Chinas größte B2B-Plattform, reagierte jedoch nur langsam auf die Kritik. Die Masche der Betrüger war es, beliebte Verbraucherelektronik zu attraktiven Preisen in kleinen Stückzahlen anzubieten und diese dann nicht zu liefern. Laut der Untersuchung waren rund 100 Mitarbeiter aus dem Verkauf sowie einige Manager für die Vorfälle verantwortlich. Sie ermöglichten den Betrügern, sich an der Qualitätskontrolle und dem Zertifizierungsprozess vorbeizuschleusen. Als Grund nennt die Analyse den Druck, den finanziellen Erfolg der Firma auch durch kurzfristige Maßnahmen zu sichern. Die betroffenen Shops sind mittlerweile geschlossen.

Den Platz von David Wei wird Jonathan Lu, Chef des Online-Warenhauses TaoBao, einnehmen. Laut Vorstandschef und Alibaba-Gründer Jack Ma soll der neue Chef den guten Ruf wiederherstellen. Vertrauen sei einer der wichtigsten Eckpfeiler der Firma.

Alibaba-Statement zu den Vorfällen