B2B
13.02.2013

Comcast übernimmt Medienkonzern NBC Universal

Der führende US-Kabelbetreiber übernimmt für einen Kaufpreis von 16,7 Milliarden US-Dollar die restlichen 49 Prozent des Medienkonzern NBC Universal und ist damit alleiniger Eigentümer.

Der führende US-Netzbetreiber Comcast übernimmt für 16,7 Mrd. Dollar (12,43 Mrd. Euro) die volle Kontrolle über den Medienkonzern NBC Universal. Comcast kauft dafür die 49-Prozent-Beteiligung des Mischkonzerns General Electric (GE) an NBC. Comcast will sich so attraktive Inhalte für das Kabel-Geschäft sichern. Gut 22 Millionen Abonnenten bekommen ihre Fernsehsendungen über das Comcast-Kabel ins Wohnzimmer geliefert.

Comcast geht mit der Verknüpfung seiner Netze mit Programminhalten einen anderen Weg als beispielsweise Time Warner Cable. „Die Realität ist, dass das Geschäft mit Inhalten stärker und stärker geworden ist", sagte Branchenkenner John Tinker von der Investmentbank Maxim. Comcast sei ein integrierter Medien- und Unterhaltungskonzern. „Sie sind nicht nur ein Kabelnetz-Betreiber."

Das Unternehmen hatte vor zwei Jahren 51 Prozent der Anteile an NBC Universal erworben. Mittlerweile gehören damit zu Comcast Fernsehsender, Kabelnetze, Filmstudios und Freizeitparks. Eigentlich hatte Comcast 2004 Walt Disney für satte 54 Mrd. Dollar schlucken wollen. Der feindliche Übernahmeversuch scheiterte allerdings und Comcast wandte sich NBC zu.

Günstiger Preis
Comcast-Chef Brian Roberts sagte Reuters, angesichts der gestiegenen Aktienkurse von Medienunternehmen habe man einen sehr günstigen Preis bekommen. Investoren scheinen diese Einschätzung zu teilen: Comcast-Papiere legten im nachbörslichen Handel an der Wall Street um rund sieben Prozent zu.

Im Rahmen des aktuellen Geschäfts verkauft GE auch Immobilien. Dazu gehört die NBC-Zentrale in New York. Das Gebäude mit der Adresse 30 Rockefeller Plaza wurde etwa durch die Comedy-Serie „30 Rock" mit Alec Baldwin bekannt. Zudem verkauft eine GE-Tochter die Zentrale des Wirtschaftssenders CNBC in New Jersey an NBC. Der Gesamtwert der Immobilien liegt bei etwa 1,4 Mrd. Dollar.

Der Siemens-Erzrivale GE wollte sich schon länger aus dem Unterhaltungsgeschäft zurückziehen. Der Konzern sitzt auf großen Barbeständen und hatte im Dezember angekündigt, sein Aktienrückkaufprogramm auszuweiten. Konzernchef Jeff Immelt sagte damals, Geld an die Aktionäre weiterzugeben habe für das Unternehmen Priorität. Jetzt geht es um ein Volumen von zehn Mrd. Dollar in diesem Jahr. Comcast geht trotz der teuren Übernahme, die überwiegend in bar bezahlt werden soll, einen ähnlichen Weg. Für zwei Mrd. Dollar sollen eigene Aktien am Markt erworben werden. Die Dividende für die Aktionäre wird zudem um ein Fünftel erhöht.

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