Glastüre mit Emmi AI Beschriftung

Emmi AI hat seinen Hauptsitz in Linz.

© Emmi AI
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Französische KI-Firma Mistral übernimmt Linzer Start-up

Mistral, das als vielversprechendstes KI-Unternehmen Europas gilt, hat am Dienstag das Linzer Start-up Emmi AI übernommen, wie Reuters meldet. Mistral will damit sein Angebot für Industriekunden, insbesondere in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Fahrzeuge und Halbleiter, stärken.

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Emmi AI ist auf Simulationen komplexer physikalischer Prozesse spezialisiert, also Strömungen, Temperaturentwicklungen oder Materialverformungen. Das Modell „NeuralWing“ kann etwa in Echtzeit Aerodynamik optimieren, „NeuralMould“ ist für schnelle Spritzguss-Simulationen gedacht.

Mistral will auf diesen Fähigkeiten von Emmi AI aufbauen. Laut Handelsblatt sind spezialisierte KI-Modelle für verschiedene Industriebereiche angedacht, die je nach Kunde angepasst werden können.

Spekulationen über Millionendeal

Zum Kaufpreis gibt es keine offiziellen Informationen. Mit Verweis auf Branchen-Insider ist bei Brutkasten die Rede von „einem der größten Exits der österreichischen Start-up-Geschichte“, mit über 220 Millionen Euro Übernahmesumme wird spekuliert.

Emmi AI war erst im Dezember 2024 im Umfeld der Johannes-Kepler-Universität (JKU) Linz gegründet worden. Mistral ist nicht viel länger im Geschäft, es wurde im April 2023 in Paris gegründet.

Mistral-Standort in Linz

Laut Handelsblatt-Informationen sollen mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Emmi AI in Mistrals Forschungsteams wechseln. In Linz soll ein Mistral-Büro eröffnet werden.

eine Gruppe Menschen in schwarzen Shirts steht in einem Hof und blickt nach oben

Das Team von Emmi AI

Auch US-Unternehmen hätten Interesse an einer Übernahme des österreichischen Start-ups gezeigt. Man habe sich aber bewusst für das französische Mistral entschieden, heißt es bei Brutkasten. Hintergrund sei u. a.  der Gedanke europäischer technologischer Souveränität.

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Ziel bleibt gleich

Das Ziel, das Emmi AI verfolge, ändere sich nicht, schreibt Mitgründer und Forschungschef Johannes Brandstetter in einem Blogpost. Man spiele nur ab sofort in einer neuen Liga: „Was sich ändert, ist das Ausmaß dessen, was wir versuchen können“, meint Brandstetter. 

Mistral habe ein erstklassiges wissenschaftliches Team und die benötigte Rechenleistung. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um computergestütztes Design, computergestützte Konstruktion, Workflow-Automatisierung und digitale Zwillinge zu revolutionieren.“

JKU gratuliert

An der JKU zeigt man sich erfreut über den Verkauf des einstigen Spin-offs: Die Übernahme durch Mistral AI zeigt die Bedeutung und die internationale Relevanz unserer Forschung auf diesem Gebiet – und auch die großen Fähigkeiten unserer Forscher wie Johannes Brandstetter. Ich gratuliere ihm und dem Team von Emmi AI sehr herzlich!“, erklärt Rektor Stefan Koch in einer Aussendung. Die Universität hatte im Jahr 2019 einen der ersten KI-Studiengänge europaweit eingeführt.

Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Start-ups, erklärt in einer Aussendung, wie wichtig Spin-offs für den Wirtschaftsstandort seien. Die Übernahme sei ein Gewinn für die ganze EU: „Digitale Souveränität entsteht durch Unternehmen, die Technologie entwickeln, skalieren und international bestehen. Europa braucht eigene KI-Kompetenz, eigene industrielle Anwendungen und eigene Champions. Dass ein österreichisches Startup hier eine zentrale Rolle spielt, ist ein starkes Signal weit über Österreich hinaus“

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