Mann hält einen kleinen Dyson-Handventilator ans Gesicht.
© Gregor Gruber
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Dyson Hushjet Mini Cool im Test: Kleinster Dyson-Lüfter gegen größte Hitze

Bei 40 Grad Außentemperatur fühlt sich auch der stärkste Luftstrom eher wie ein Fön an.

Eine Sache, für die Dyson neben seinen Staubsaugern bekannt ist, sind seine Luftreiniger und Lüfter. Vor einigen Wochen, also rechtzeitig vor dem Start der aktuellen Hitzewelle, hat das Unternehmen nun einen Mini-Ventilator auf den Markt gebracht. 

Der Hushjet Mini ist der bislang kleinste und günstigste Dyson-Ventilator im Sortiment. Mit einem Verkaufspreis von 99 Euro ist er gleichzeitig deutlich teurer als vergleichbare Hand-Ventilatoren. Ich habe den Mini-Dyson während der aktuellen Hitzewelle getestet. 

Hand hält einen rosa Dyson-Händventilator im Freien.

Optik und Verarbeitung

Dyson-Geräte erkennt man seit jeher auch durch ihre eher herausstechenden Designs. Eher auffällige Farben, gepaart mit einer gewissen SciFi-Optik, sind ein Markenzeichen des Unternehmens. Nicht selten lassen sich die Designer des Unternehmens, dessen Gründer James Dyson großer Luftfahrt-Fan ist, von Flugzeugen inspirieren. 

Der Hushjet Mini kommt Dyson-gewohnt ebenfalls in einer eigenwilligen Optik mit Wiedererkennungswert. Die Seite des Luftauslasses hat etwas von Flugzeugtriebwerk, wenn man das sehen möchte. Kaum bestreiten lässt sich gleichzeitig auch, dass der Ventilator in der Farbvariante Mattrosa („Ceramic Pink“) auch etwas von Produkten hat, die man ansonsten eher in Sexshops findet.

Dyson-Handventilator in Rosa auf einer Holzbank im Freien.

Und für alle, die jetzt behaupten „also ICH weiß nicht, von welchen Geräten der da redet“: Man könnte bei dem Design auch gewisse Parallelen zu den Sandwürmern aus Dune heranziehen. 

Zurück zu den harten Fakten: In Sachen Bedienelemente ist der Hushjet Mini minimalistisch. Lediglich ein Schiebeschalter für Ein- und Ausschalten sowie Tasten zum Regulieren der Gebläsestärke sind vorhanden. Geladen wird per USB-C, der Anschluss liegt auf der Hinterseite. 

Während man über die Optik also diskutieren kann, bietet die Verarbeitung keinen Raum für unterschiedliche Sichtweisen. Diese ist Dyson-typisch hervorragend. Der Hushjet fühlt sich edel an, die Bedienelemente sind stabil und alles in allem ist der Hushjet Mini einfach ein hochwertiges Stück Technik. Die Richtung des Luftstroms kann man übrigens mittels Drehbewegung anpassen.

Zubehör

Dyson liefert den Mini-Ventilator mit 2 Teilen Zubehör. Einerseits mit einer Schlaufe, mit der man ihn sich um den Hals hängen kann. Andererseits auch mit einem Standfuß, um ihn vor sich auf den Tisch zu stellen. Letzteres bietet zwar einen stabileren Halt, allerdings steht der Mini-Ventilator auch ohne relativ sicher auf ebenen Flächen. 

Die Halsschlaufe ist hochwertig verarbeitet, mit einem dicken Band und einer Verstärkung, damit diese einem nicht in den Hals schneidet. Der Lüfter selbst wird mittels eines Rings „eingefädelt“. Die Chance, dass der Ventilator damit herausrutscht oder herunterfällt, liegt quasi bei null. 

Zwar fühlt sich das Gadget in der Hand aufgrund seiner Form nicht sonderlich schwer an, am Hals sind die 212 Gramm aber recht deutlich merkbar. Länger als eine halbe Stunde möchte man es nicht um den Nacken hängen haben. 

Mann mit Sonnenbrille und schwarzem T-Shirt trägt einen Dyson um den Hals vor einem Hochhaus.

Lautstärke, Luftstärke und Akku

In Sachen Power bläst der kleine Dyson-Lüfter stark durch die Gegend. Man kann zwischen 5 Luftstromstärken wählen. Zusätzlich gibt es noch den Boost-Modus. Um diesen zu aktivieren, muss man zuerst auf die stärkste Stufe stellen und dann die Plus-Taste zusätzlich gedrückt halten. Dann bläst Luft mit 90 km/h aus dem Gerät. Er ist aber so laut (und akkufressend), dass man ihn im Alltag wohl kaum einsetzt außer zu Demonstrationszwecken. Da man den Lüfter meistens ohnehin nur 30 bis 40 Zentimeter vom Körper entfernt benutzt, benötigt man nur die erste oder maximal zweite Stufe.

Einer der wichtigsten Aspekte von Ventilatoren und Lüftern ist zudem ihre Lautstärke. Und diese ist beim Hushjet Mini leider alles andere als minimal. 

Dyson-Miniventilator auf einem Tisch im Freien.

Da sich unter Dezibel-Messungen ohnehin nur die wenigsten etwas vorstellen können, versuche ich es mit einem etwas konkreteren Vergleich: Nehmt einen Laptop mit aktivem Lüfter und startet eine extrem rechenintensive Anwendung wie etwa einen Benchmark. Wenn der Hushjet dann voll zu „blasen“ beginnt, könnt ihr euch in etwa vorstellen, wie der Hushjet Mini klingt und das schon in der niedrigsten Intensität. Schaltet man den Luftstrom stärker, wird es entsprechend lauter. In der höchsten Stufe denkt man schon mehr an Bohrmaschine als an Handventilator.

Durch den kleinen Durchmesser des Lüfters muss der Dyson-Motor eine entsprechend hohe Drehzahl fahren, um ausreichend Luftmengen durchzuarbeiten. Das führt dazu, dass der Hushjet generell hochfrequent klingt. Wie unangenehm man das findet, ist sehr individuell. Ich bin nicht der größte Fan.

In der kleinsten Stufe reichte eine Akkuladung bequem über 5 Stunden. Das ist nah an den 6 Stunden, die Dyson verspricht. Schraubt man die Intensität nach oben, schmilzt der Akku fast schon schneller als die Eiswürfel in meinem Mojito bei 40 Grad. Der Akku hält dann keine volle Stunde mehr.

Fazit

Ob man sich die in der Öffentlichkeit mit dem Hushjet Mini gönnt, hängt in erster Linie von der eigenen Schmerzbefreitheit ab. Ist es einem egal, ob eine Handvoll Menschen in der U-Bahn jetzt glauben, dass man einen futuristischen Vibrator um den Hals hängen hat? Dann ist genau das ein gutes Einsatzszenario für den Hushjet Mini. Denn in einer solch lauten Umgebung ist das Geräusch, das er produziert, auch nebensächlich. 

In stillen Umgebungen wie im Büro oder im Arzt-Wartezimmer würde ich persönlich es aus Rücksicht tunlichst vermeiden, einen solch lauten Lüfter zur Abkühlung einzusetzen. Und ich würde es meinem oder meinem Gegenüber auch übel nehmen, wenn er oder sie das tun würde. Im Großraum-Büro kommt es ein bisschen auf die Toleranz der Kolleginnen und Kollegen an, in der niedrigen Stufe kommt man damit durch. In höherer Drehzahl oder gar Boost muss man schon in einem Umfeld arbeiten, wo alle anderen Noise-Cancelling-Headphones tragen.

Junger Mann sitzt draußen auf einer gelben Skulptur und hält ein Eis in der Hand.

Eine Sache, die man Dyson oft zuschreibt, ist, dass Geräte „over-engineered“ sind. Also dass (zu) komplexe Technik auf ein vergleichsweise simples Problem „geworfen“ wird. Auch wenn der Mini-Motor zweifelsohne für sich schon ein beeindruckendes Stück Technik ist, fehlt mir das bei dem 99-Euro-Handventilator ein wenig. Warum gibt es kein Display, keine App? Warum kann ich den Lüfter nicht (wie viele vergleichbare Produkte) auch als Not-Akkupack nutzen? Derartiges würde mir zumindest besser helfen, den teuren Preis zu rechtfertigen. 

So bleiben nur das eigenwillige Design, die gute Verarbeitung und die bekannte Marke als Alleinstellungsmerkmale. Wem das reicht und wer einigermaßen geräuschunempfindlich ist, kann zum Hushjet Mini greifen. 

Im Sommer ist eine kühle Brise im Gesicht eine Wohltat. Bei den jüngsten Temperaturrekorden in Österreich darf man sich auch durch den Boost-Modus des Hushjet keine Wunder erwarten. Wenn die Luft nämlich so aufgeheizt ist, fühlt sich auch das eher wie ein Dyson-Fön als ein Lüfter an.

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