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B2B
06/18/2013

Siemens bietet wieder NSN-Anteile an

Siemens will seinen Anteil am Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks (NSN) erneut Finanzinvestoren schmackhaft machen. Zusammen mit dem Partner Nokia hätten die Münchner abermals die Private-Equity-Unternehmen TPG, KKR und Blackstone angesprochen, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen.

Die Häuser hatten sich bereits beim vergangenen Versuch, NSN loszuwerden, abgewandt. Man sei in Gesprächen mit den NSN-Eignern und habe sich die Unterlagen schicken lassen, aber von echtem Interesse könne man nicht sprechen, hieß es aus dem Umfeld der Angesprochenen am Dienstag. Knackpunkt sind demnach die Kosten. Zu dem zuletzt aufgerufenen Preis könne NSN in keinem Fall verkauft werden. Es seien wieder Gespräche aufgenommen worden, es stehe aber keine Weichenstellung bevor, sagte ein Insider. Siemens und Nokia wollten sich zu den Angaben nicht äußern.

Erster Anlauf gescheitert
Nokia und Siemens können ihre Anteile seit April unabhängig voneinander verkaufen. Obwohl Siemens erklärtermaßen aussteigen will, hat sich bisher noch kein Käufer für den schwankungsanfälligen Netzwerkbauer gefunden, der vergangenes Jahr gut 13 Milliarden Euro Umsatz eingefahren hat. In einem ersten Anlauf hatten beide Eigentümer versucht, Anteile loszuwerden. Allerdings ließ sie sogar der Siemens-Verbündete Gores im Stich.

Zwischenzeitlich gerieten sich Finnen und Deutsche dann in die Wolle. NSN-Chef Rajeev Suri zog sich den Zorn von Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser zu. Suri hatte kurzerhand seinen Finanzchef Marco Schröter ausgetauscht, den Kaeser erst vor zwei Jahren zu NSN gelotst hatte. Suri und Kaeser lagen schon einmal über Kreuz: Als der Inder mit der Streichung von tausenden Stellen und mehreren Standorten in Deutschland vorgeprescht war, fing er sich einen öffentlichen Rüffel von Kaeser ein.

Problemfall
In den Augen vieler Experten bleibt NSN trotz seiner dritten Sanierungsrunde und dem Abbau tausender Stellen ein Problemfall.  Die Einschnitte hatten NSN zwar drei Quartale in Folge in die Gewinne gebracht, zuletzt zeigte das Unternehmen nach einem Umsatzknick allerdings wieder Schwäche und kam gerade auf eine schwarze Null. Der kurzfristige Erfolg hatte am Kapitalmarkt die Erwartung geweckt, NSN könnte zügig verkauft werden.

Investmentbanker bringen auch immer wieder ins Spiel, NSN mit dem schwer angeschlagenen Konkurrenten Alcatel-Lucent  zusammenzuführen. Doch Branchenexperten warnen davor, die beiden wackeligen Europäer zu einer Einheit im Kampf gegen asiatische Rivalen wie Huwawei und ZTE zu formen. Großfusionen in der Branche hatten bislang selten Erfolg.

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