Ein stillgelegter Airbus A380

Ein stillgelegter Airbus A380

© APA/AFP/ROSLAN RAHMAN
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Warum stillgelegte Airbus A380 zum Millionengeschäft werden

Was Airbus rund um die Jahrtausendwende als Zukunft der Luftfahrt angepriesen hat, hat sich als ein Debakel für den europäischen Flugzeugbauer erwiesen. Nach einem Produktionszeitraum von gerade einmal 16 Jahren und lediglich 251 produzierten Maschinen war das Ende des Airbus A380 besiegelt. Die Produktion des Superjumbos steht bereits seit 2021 still. 

Das bedeutet auch, dass die Beschaffung von Ersatzteilen teilweise mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Die Anfertigung von speziellen Bauteilen kann Monate dauern und extrem hohe Kosten verursachen. Das Ausschlachten von bereits stillgelegten A380-Maschinen hat sich daher zu einem lukrativen Millionengeschäft entwickelt.

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Recycling als Millionengeschäft

Wird ein A380 zerlegt, kann ein einziges Rolls-Royce-Trent-900-Triebwerk für rund 10 Millionen Dollar verkauft werden, wie Simple Flying schreibt. Besonders begehrt seien demnach auch die riesigen Fahrwerke, die mit ihren 22 Rädern mehr als 5 Tonnen auf die Waage bringen. Das Ausschlachten einer einzigen A380-Maschine könne Ersatzteile im Gesamtwert von fast 150 Millionen Dollar generieren.

Im April 2025 wurde die Zerlegung von 3 Superjumbos angekündigt: Die Maschinen mit der Seriennummer MSN 61 und MSN 66 (ehemals Lufthansa) sowie MSN 84 (ehemals Malaysia Airlines). Ihre Avionik, Aktuatoren und Flugsteuerungskomponenten wurden entnommen und kommen nun bei anderen Flugzeugen zum Einsatz. Möglicherweise konnten sie andere A380-Maschinen vor dem wirtschaftlichen Aus retten.

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Kostspielige D-Checks

Alle 12 Jahre müssen die A380 zu einem sogenannten D-Check - einem "Heavy Maintenance Visit" (HMV), der einer Generalüberholung gleichkommt. Es ist das intensivste, längste und teuerste Wartungsereignis im Leben von Flugzeugen. Dabei werden die Maschinen in ihre Einzelteile zerlegt, sogar die Triebwerke werden abmontiert. Das ist deswegen notwendig, weil die Grundstruktur mikroskopisch auf Ermüdung und Korrosion untersucht wird. 

Aufgrund der Größe und Komplexität des Airbus A380 kostet ein solcher D-Check bis zu 25 Millionen Dollar pro Flugzeug. Im Vergleich dazu kostet ein D-Check bei einer Boeing 777-300ER nicht einmal 5 Millionen Dollar. Lufthansa Technik Philippines (LTP) in Manila hat sich hierbei als Weltmarktführer etabliert und wartet unter anderem die Emirates-Flotte im Rahmen eines Vertrags bis Oktober 2026.

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Verzögerung hält A380 am Leben

Viele Superjumbos kommen nun in ein Alter, in dem der D-Check ansteht. Die Airlines sind unter anderem nur deswegen dazu bereit, diese hohen Kosten zu tragen, weil sie aufgrund der Verzögerungen der Boeing 777X noch für längere Zeit auf den kapazitätsstarken A380 angewiesen sind, heißt es in dem Bericht von Simple Flying.

Die begehrten und teureren Slots an den überlaufenen Luftfahrt-Hubs wie London Heathrow lassen sich zum Teil nur mit großen Flugzeugen, die mehr als 400 Sitzplätze haben, wirtschaftlich betreiben. Solange die Boeing 777X noch auf sich warten lässt, werden also noch doppelstöckige Superjumbos abheben, während die stillgelegten A380 als Ersatzteillager dienen.

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Florian Christof

Großteils bin ich mit Produkttests beschäftigt - Smartphones, Elektroautos, Kopfhörer und alles was mit Strom betrieben wird.

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