10 kuriose Dinge über den Airbus A380, die ihr noch nicht wusstet
10 kuriose Dinge über den Airbus A380, die ihr noch nicht wusstet
Der Airbus A380 ist ein Flugzeug der Superlative. Auch wenn es unter Luftfahrt-Fans für Begeisterung sorgt, gilt es kommerziell als weniger erfolgreich. Insgesamt wurden zwischen 2005 und 2021 nur 251 Exemplare produziert.
Wir zeigen euch 10 skurrile Dinge über den Super-Jumbo, die euch vielleicht noch nicht bekannt waren. Vom Logistik-Wahnsinn und einem 7-Milliarden-Dollar-Softwarefehler bis zu neuen Funkkategorien und gefährlichen Zwischenfällen.
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1. Der 7-Milliarden-Dollar-Softwarefehler
Eine grundlegende Herausforderung bei der Entwicklung des A380 war die dezentrale Arbeitsweise. Die einzelnen Teams waren in unterschiedlichen Ländern angesiedelt und sprachen mehrere Sprachen. Das hatte ein folgenschweres Missgeschick zur Folge.
Während der Entwicklung wurde mit der Konstruktionssoftware CATIA gearbeitet. Das Team in Hamburg nutzte die Version 4 von CATIA, während die französischen Kollegen in Toulouse bereits auf Version 5 umgestiegen waren. Die beiden CATIA-Versionen waren aber nicht miteinander kompatibel.
Da der Rumpf in Deutschland vorverkabelt wurde, stellte man erst beim Zusammenbau in Frankreich fest, dass die kilometerlangen Kabelbäume nicht durch die Aussparungen passten oder zu kurz waren.
Airbus musste die komplette Verkabelung neu entwerfen. Die zusätzlichen Kosten dafür werden auf 6 bis 7 Milliarden Dollar geschätzt. Die Auslieferung des ersten Airbus A380 verzögerte sich dadurch um kolportierte 2 Jahre.
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2. Die Glückszahl 8 im Namen
Die logische Folge des Airbus-Namensschemas wurde extra für den Super-Jumbo geändert. Demnach hätte es der A360 oder A370 werden müssen. Die "8" im Namen wurde aber nicht zufällig gewählt
Die Form der "8" soll an den Querschnitt des doppelstöckigen Rumpfs erinnern. Außerdem stellt die "8" die höchste Glückszahl in China dar. Am asiatischen Markt erhoffte sich Airbus dadurch Vorteile.
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3. Der Logistik-Wahnsinn
Die einzelnen Komponenten des Airbus A380 wurden in mehreren europäischen Ländern produziert. Eine Herausforderung stellten dabei die riesigen und sperrigen Teile dar: beispielsweise Flügel aus Großbritannien, Rumpfsegmente aus Deutschland und Spanien.
All diese Einzelteile mussten zur Endfertigung ins Airbus-Werk bei Toulouse gebracht werden. Da die Bauteile zu groß für den Lufttransport waren, schuf man eine eigene Logistikkette. Teilweise ging es dabei auch per Binnenschifffahrt voran.
Ein großer Teil der Strecke musste aber auf der Straße zurückgelegt werden. Dafür wurde in Frankreich eine spezielle Route geschaffen - die sogenannte "Itinéraire à Grand Gabarit" (Großraumtransportstrecke). Dafür wurden unter anderem Straßen verbreitert, Brücken umgebaut und Straßenschilder vorübergehend entfernt. Dort ging es in Nachtkonvois per LKW durch Dörfer nach Toulouse.
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4. Das Versagen beim Belastungstest
Bevor ein neuer Flugzeugtyp zugelassen wird, müssen die Maschinen ausgiebige Belastungstests absolvieren. Beispielsweise müssen die Tragflächen das 1,5-Fache der maximalen Last aushalten.
Im Februar 2006 brach jedoch der Flügel eines A380 bei einem statischen Test bereits beim 1,45-Fachen der maximalen Last. Das entsprach zwar nur einer geringfügigen Abweichung, erforderte aber eine sofortige Verstärkung der Struktur durch zusätzliche Aluminium-Bolzen.
5. Ein Tank für 2.100 Badewannen
In den Flügeln und im Heck verfügt der A380 über 11 Tanks. Sie können insgesamt 320.000 Liter Kerosin aufnehmen. Damit könnte man mehr als 3.500 durchschnittliche PKW volltanken oder mehr als 2.100 durchschnittliche Badewannen befüllen.
Der Treibstoff wird übrigens während des Fluges automatisch zwischen den Tanks hin- und hergepumpt, um den Schwerpunkt des Flugzeugs - die sogenannten Trimmung - optimal zu halten und die Tragflächenbelastung zu minimieren.
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6. Duschen mit Zeitlimit
In der First Class bietet Emirates "Shower Spas" an. Da Wasser schwer ist und den Treibstoffverbrauch drastisch erhöht, führt der A380 natürlich nur eine begrenzte Menge davon mit.
First-Class-Passagiere haben im A380-Badezimmer jeweils einen Zeitslot von 25 Minuten. Fließendes Warmwasser in der Dusche gibt es aber für 5 Minuten. Eine LED-Anzeige im Duschraum zeigt die verbleibende Zeit an.
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7. Luxushotel mit Wellnessbereichen
Ursprünglich wurde aber für Super-Jumbo-Varianten geworben, die deutlich mehr Wellness als eine kleine Mini-Dusche zu bieten haben. Als noch vor dem Erstflug die Werbetrommel für den Riesenflieger gerührt wurde, war unter anderem die Rede davon, dass der A380 ein Luxushotel in der Luft sein könnte.
Demnach hätten A380-Varianten mit privaten Schlafzimmern, Duschen, Wellnessbereichen, Konferenzräumen, Restaurants und mehreren Loungen ausgestattet werden sollen. In einer Grafik von Popular Mechanics aus dem Jahr 2001 wird gezeigt, dass sich ein solches Konzept über 3 Decks erstreckt hätte. Gebaut wurde eine solche Variante nie.
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8. Verletzte beim Evakuierungstest
Eine kritische Vorgabe der Luftfahrtbehörden ist, dass sich ein Passagierflugzeug in 90 Sekunden gänzlich evakuieren lassen muss. Bei einem Evakuierungstest im März 2006 mussten 853 Menschen einen A380 innerhalb dieser 90 Sekunden verlassen.
Es gab nur Notbeleuchtung und die Hälfte der Ausgänge war blockiert. Die Zeitvorgabe wurde mit 78 Sekunden erfüllt, doch es gab 33 Verletzte, Die meisten erlitten Hautabschürfungen, eine Person musste mit einem Oberschenkelbruch in die Klinik eingeliefert werden. Die Behörden akzeptierten das Ergebnis dennoch
9. Neue Funk- und Gate-Klasse
Große Flugzeuge werden im Funkverkehr normalerweise als "Heavy" bezeichnet. Der A380 ist jedoch so groß und erzeugt so starke Luftwirbel, dass die ICAO eine eigene Funkkategorie namens "Super" einführte.
A380-Piloten müssen sich beim Tower und bei Fluglotsen mit ihrem Rufzeichen und dem Zusatz "Super" melden - etwa mit "Emirates 141 Super" - damit andere Flugzeuge gewarnt sind. Der Grund liegt in den gefährlichen Luftverwirbelungen.
Aufgrund der riesigen, 80 Meter langen Tragflächen musste für den Super-Jumbo auf den Flughäfen die neue Gate-Kategorie "Code F" eingeführt werden. Das erforderte den kostspieligen Um- beziehungsweise Neubau der Infrastruktur.
"Code E" geht bis zu einer Spannweite von 65 Metern und ist deutlich weiter verbreitet. Diese Gates sind unter anderem für die Boeing 747 ausgelegt. Damit die kommende Boeing 777-9 nicht in die F-Kategorie fällt, haben die Konstrukteure der neuen Triple-7 hochklappbare Flügel verpasst.
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10. Gefährliche Wirbelschleppen
Eine Wirbelschleppe (wake turbulence) ist eine gegenläufig drehende Luftverwirbelung, die jedes Flugzeug hinter sich herzieht. Aufgrund der Größe des Airbus A380 ist die Wirbelschleppe beim Super-Jumbo besonders ausgeprägt. Eine solche A380-Wirbelschleppe hat 2017 einen kleineren Privatjet beinahe zum Absturz gebracht.
Ein Bombardier Challenger 604 geriet über dem Arabischen Meer in die Luftverwirbelung eines A380, der 300 Meter über ihm flog. Der kleine Jet überschlug sich mehrfach und stürzte fast 3.000 Meter tief ab. Die Triebwerke fielen aus, die G-Kräfte verbogen den Rumpf so stark, dass das Flugzeug nach der Notlandung als Totalschaden abgeschrieben werden musste.
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