Künstlerische Darstellung der MD-12 (CC BY-SA 4.0) © Anynobody/Wikimedia Commons
MD-12: Der Airbus A380 Konkurrent, der nie geflogen ist
Auch wenn der Airbus A380 mittlerweile ein Auslaufmodell ist, ist er derzeit noch unangefochten. Er ist das größte Passagierflugzeug der Welt, mit Platz für mehr als 500 Personen - je nach Konfiguration.
Die hohe Kapazität wird erreicht, weil es 2 durchgehende Passagierdecks gibt. Deshalb wird er auch „Superjumbo“ genannt – an Anlehnung an die Boeing 747, die ein nicht durchgängiges Oberdeck und den Spitznamen „Jumbo Jet“ hat.
Airbus war aber nicht das einzige Unternehmen, das an einen Superjumbo gearbeitet hatte. Aus den USA war ein Konkurrent in Planung: die McDonnell Douglas MD-12, die ebenso 2 durchgängige Geschosse haben sollte.
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McDonnel Douglas wollte Airbus zuvorkommen
Airbus gab erstmals 1990 die Pläne für die A380 bekannt. Daran gearbeitet wurde aber schon seit Mitte 1988. 2 Jahre nach Airbus stellte McDonnell Douglas überraschend seine MD-12 vor, die ein sehr ähnliches Konzept wie der A380 hatte.
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Die Konzeptbilder erinnern an den A380, allerdings mit einem stromlinienförmigeren Rumpf. Luftfahrt-Fans bedauern deshalb bis heute, dass nie etwas aus der MD-12 wurde. Die MD-12 ist für sie „der schönere A380“ und „so, wie der A380 jetzt aussehen sollte.“
McDonnell Douglas kündigte im Jahr 1992 an 4 Versionen der MD-12 bauen zu wollen: MD-12 ST (Stretch), MD-12 HC (High Capacity), MD-12 LR (Long Range) und die MD-12 Twin (2 statt 4 Triebwerke). Das Basismodell mit Platz für 511 Passagiere hätte schon 1997 ausgeliefert werden sollen. Damit hätte man Airbus mit dem A380 ausgestochen, der erst ab 2001 produziert wurde.
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MD-12 vs. A380
Hier die Daten der MD-12, im Vergleich zum A380:
McDonnell Douglas MD-12:
- Cockpit Crew: 2
- Passagiere: 430 (3 Klassen) / 511 (eine Klasse)
- Triebwerke: 4x General Electric
- Reichweite: 13.279 km
- Maximale Geschwindigkeit: Mach 0,85
- Länge: 63,40 m
- Flügelspannweite: 64,92 m
- Höhe: 22,55 m
Airbus A380
- Cockpit Crew: 2
- Passagiere: 558 (3 Klassen)
- Triebwerke: 4x Rolls-Royce Trent 900 oder Engine Alliance (General Electric-Pratt & Whitney) GP-7200
- Reichweite: 14.800 km
- Maximale Geschwindigkeit: Mach 0,89
- Länge: 72,7 m
- Flügelspannweite: 79,8 m
- Höhe: 24,1 m
Künstlerische Darstellung der MD-12 (CC BY-SA 4.0)
© Anynobody/Wikimedia Commons
Vorteile der MD-12
Der A380 hätte die MD-12 auf dem Papier geschlagen, bei Reichweite, Geschwindigkeit und Platz für Passagiere. Allerdings wäre die MD-12 kompakter gewesen, was für einige Fluglinien ein Entscheidungskriterium hätte sein können. Für den gewaltigen A380 mussten einige Flughäfen erst umgebaut werden. Die MD-12 hätte in Gates gepasst, die für die 747 geeignet sind.
Außerdem hatte McDonnell Douglas angegeben schon in 5 Jahren liefern zu können. Zudem wären US-Fluglinien und Linien von Ländern, die Handelsverträge mit den USA haben, eher der MD-12 geneigt gewesen, als dem europäischen A380.
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Künstlerische Darstellung der MD-12 (CC BY-SA 4.0)
© Anynobody/Wikimedia Commons
Alles nur ein Bluff?
Dennoch gab es keine Bestellungen für das Flugzeug. Zum Zeitpunkt der Vorstellung war bereits bekannt, dass McDonnell Douglas finanziell angeschlagen ist. Schließlich zog sich mit Taiwan Aerospace auch der Projektpartner der MD-12 zurück. McDonnell Douglas hatte dadurch kein Geld mehr für die Entwicklung, das Projekt wurde eingestellt.
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Analysten stellten schon bei der Vorstellung der MD-12 im Jahr 1992 die Vermutung auf, dass dieses Flugzeug nie abheben werde. Aufgrund der finanziellen Lage von McDonnell Douglas schien eine Übernahme durch den Konkurrenten Boeing unausweichlich. Die MD-12 sei nur ein Versuch gewesen, um Boeing mehr Geld abzunehmen. 1997 erfolgte schließlich die Fusion mit Boeing, durch einen Aktientausch in der Höhe von 13 Milliarden US-Dollar. McDonnell Douglas verschwand damit.
Auch wenn die MD-12 nie abgehoben ist, finden sich noch heute Spuren davon. Boeing hat etwa das Design der Flügel für einige seiner späteren Projekte adaptiert.
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