Digital Life
02.11.2013

Bill Gates: Das Internet wird nicht die Welt retten

Der frühere Microsoft-Chef bezeichnet das Vorhaben des Facebook-Chefs Mark Zuckerberg, die ganze Welt online zu bringen, als Witz.

Die Financial Times hat ein Interview mit Bill Gates geführt, in dem er die Intentionen von großen IT-Firmen anzweifelt. Angesprochen auf das Projekt internet.org und Mark Zuckerbergs Aussage, dass es „eine der größten Herausforderungen unserer Generation sei“, die restlichen 5 Milliarden Menschen online zu bringen, sagte Gates: „Als eine Priorität ist das ein Witz“.

„Ich liebe natürlich das ganze IT-Ding. Aber wenn wir Leben verbessern wollen, müssen wir bei den Basis-Dingen anfangen, wie das Überleben und die Ernährung von Kindern“, sagt Gates. Er kritisiert damit die vermeintlich wohltätigen Initiativen, mit denen IT-Unternehmen Menschen in Entwicklungsländern einen Internetzugang ermöglichen wollen.

Bezugnehmend auf die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen in Entwicklungsländern sagt er: „Hmm, was ist wohl wichtiger, Konnektivität oder ein Malaria Impfstoff? Wenn Sie denken Konnektivität ist der Schlüssel, toll. I denke nicht so.“

Kritik an Google

Gates hat das Malaria-Beispiel bereits in der Vergangenheit genutzt, um Googles Projekt Loon zu kritisieren, bei dem permanent schwebende Ballons eine Internetverbindung in Ländern mit schlechter Infrastruktur ermöglichen sollen. „Wenn man gerade an Malaria stirbt, wird es einem nicht helfen, wenn man nach oben schaut und den Ballon sieht“.

Gates setzt mich mit der Bill & Melinda Gates Foundation, die er gemeinsam mit seiner Frau gegründet hat, stark für die Bekämpfung von Malaria und Kinderlähmung ein. Bisher soll Gates rund 7,5 Milliarden US-Dollar seines Privatvermögens über die Stiftung gespendet haben. Bis 2020 will er insgesamt 10 Milliarden US-Dollar für Impfstoffe spenden.