Grafische Darstellung des geplanten chinesischen Weltraum-Flugzeugträgers „Luaniao“ mit mehreren Kampfflugzeugen im Orbit über der Erde.

Mit diesem Rendering wurde Luaniao im chinesischen Fernsehen präsentiert.

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Militärtechnik

Chinas gigantischer fliegender Flugzeugträger soll Realität werden

Unter dem Titel Nantianmen (auf deutsch: südliches Himmelstor) stellte der staatliche Rüstungskonzern Aviation Industry Corporation of  China (AVIC) bereits 2017 einen ambitionierten Plan vor: ein Mutterschiff mit Kampfjets, Drohnen und anderen Luft- und Raumfahrzeugen.

Wie The Chosun nun in Berufung auf den chinesischen Staatssender CCTV schreibt, soll der Entwurf nun Realität werden. Zentraler Baustein des neuen Luft-Verteidigungssystems ist Luaniao, ein 242 Meter langer und 684 Meter breiter fliegender Flugzeugträger, der bis zu 120.000 Tonnen Gefechtsgewicht haben soll.

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Kampfdrohnen fürs All

Derartige fliegende Mutterschiffe sind bisher nur in Sci-Fi-Filmen zu finden, wohl auch deshalb bezieht sich der Name auf einen mythischen Vogel. Luaniao soll 88 unbemannte Luftfahrzeuge des Typs Xuan Nü aufnehmen können. 

Dabei handelt es sich um präzise manövrierbare Kampfdrohnen, die Hyperschallraketen tragen können. Xuan Nü soll sogar im Weltraum kampfbereit sein. Weil die Drohnen von Luaniao starten, der ebenfalls in großen Höhen fliegen soll, verbrauchen sie weniger Treibstoff, um den Weltraum zu erreichen. Das Fliegen im All hätte u.a. den Vorteil, dass sie nicht von herkömmlichen Radar- und Luftabwehrsystemen erfasst werden können, die üblicherweise zur Bekämpfung von Flugzeugen genutzt werden. Anhand der dünneren Atmosphäre kann Xuan Nü auch schneller fliegen und so in kürzerer Zeit das Einsatzziel erreichen. 

Weitere Konzepte für Raumfahrzeuge

In der Vergangenheit hatte China bereits mehrere Luftfahrzeuge vorgestellt, die Teil von Nantianmen werden sollen, berichtet The Chosun. 2024 wurde etwa ein Modell des Stealth-Jets Baidi („Weißer Kaiser“) präsentiert. Auch dieser Fighter soll bis in den Weltraum vordringen können.

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„Chinesischer Kampfjet Weißer Kaiser“.

Chinesischer Kampfjet Weißer Kaiser

Zihuo („violettes Feuer) ist ein weiteres Konzept-VTOL-Luftfahrzeug (Vertical Take-Off and Landing). Es soll Geschwindigkeiten von bis zu 800 km/h erreichen und ebenso bei geringer Schwerkraft und dünner Atmosphäre einsatzfähig sein. Berichten zufolge ist es für Aufklärungsmissionen gedacht und kann sowohl bemannt als auch autonom eingesetzt werden.

Lila Tarnkappenjet mit ausgeklappten Flügeln auf einer Messe im Freien bei Sonnenschein.

Ein Modell des „Zihuo“

Paradigmenwechsel

Das Nantianmen-Projekt sei zukunftsweisend und innovativ, wird der chinesische Militärexperte Wang Mingzhi bei der singapurischen Tageszeitung Lianhe Zaobao zitiert. Das System basiere auf Ideen der Science-Fiction, doch die Frage sei nicht ob, sondern wann die entsprechenden Technologien realisiert würden.

Eine tatsächliche Umsetzung des Mutterschiffs und seiner integrierten-Weltraum-Fighter wäre tatsächlich ein Paradigmenwechsel. Denn offiziell hat noch keine Nation der Erde Waffensysteme im All platziert. Interkontinentalraketen überschreiten zwar im Flug die 100-km-Marke, die als Grenze zwischen Luft- und Raumfahrt gilt, starten aber von der Erde.

Die USA hatten unter Präsident Ronald Reagan ab 1983 mit der Strategic Defense Initiative (SDI) u.a. weltraumgestützte Waffensysteme bauen wollen, die sowjetische Interkontinentalraketen abfangen sollten.

Das Programm war wegen seines fantastischen Anspruchs auch unter dem Namen Star Wars bekannt. Es wurde allerdings nach 10 Jahren wegen mangelnden Erfolgs und hohen Kosten eingestellt.

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